1. FCM: "Hauptsponsor weg"

Das neue Spieljahr hat kaum begonnen – gestern war Trainingsauftakt – da muss der krisengeschüttelte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg schon wieder den ersten Rückschlag hinnehmen.

1. FCM: "Hauptsponsor weg"

01.07.2011von Norman SeidlerFußball
1. FCM:

Das Mode-Label „Camp David“, das erst in der vergangenen Saison die Wernesgrüner Brauerei auf der Trikotbrust abgelöst hatte, steigt wieder aus.

Magdeburg. Bei der offiziellen Präsentation von „Camp David“ am 16. Juli 2010 war zwar keine Summe genannt worden, die Zahl 300 000 Euro jährlich (bis 2012) wurde allerdings auch nicht dementiert. Wie sich jetzt herausstellt, hat te aber der Club nicht mit dem Unternehmen eine vertragliche Vereinbarung, sondern stattdessen mit einem Geschäftsmann aus der Altmark, der nun offensichtlich in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist.

FCM-Pressesprecher Stephan Lietzow bestätigte: „Das Unternehmen ,Camp David‘ ist nicht unser Vertragspartner. Alles andere sind Vertragsgeheimnisse.“

Nach Volksstimme-Informationen bringt sich „Camp David“ lediglich mit rund 50 000 Euro ein, den restlichen, wesentlich höheren Betrag hätte der Geschäftsmann dazulegen müssen, mit dem auch ein entsprechender Kontrakt existiert.


Sowohl Lietzow als auch Svenja Bergroth, Geschäftsführerin der Sportmarketing GmbH, sprachen von einem „ernsthaften finanziellen Problem“, das aber schon seit etwa einem halben Jahr bekannt sei, so dass man Gegenmaßnahmen ergriffen habe. Die wichtigste ist dabei, schnellstens Ersatz zu finden. Bergroth sagte: „Und da sieht es recht vielversprechend aus. Wir sind zuversichtlich, bis zum ersten Punktspiel im August einen neuen Trikotsponsor präsentieren zu können.“ Der dann aber kaum in der bisherigen Größen ordnung investieren dürfte. Zudem ist das bereits entstandene Minus beträchtlich – die Summe bewegt sich im mittleren sechsstelligen Bereich und entspricht damit etwa zehn Prozent des Gesamt-Etats (2,42 Millionen Euro für 2010/11 und 2,49 für 2011/12).

Immerhin, so Lietzow, ist dadurch die Lizenz nicht gefährdet, „weil wir uns rechtzeitig auf die neue Situation eingestellt und die Planungen angepasst haben“.

Dennoch trifft den FCM der Ausstieg zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, nachdem der Verein in der vergangenen Saison erst im letzten Moment den Klassenerhalt geschafft und darüber hinaus mit einem massiven Zuschauerrückgang zu kämpfen hatte.


Quelle: Volksstimme