Adios e arrivederci 2019 - Bonjour and absolutely warm welcome 2020

Ein SFMD Blick zurück - ein großer Blick nach vorne

Adios e arrivederci 2019 - Bonjour and absolutely warm welcome 2020

01.01.2020von Nicole OtrembaFußball
Adios e arrivederci 2019 - Bonjour and absolutely warm welcome 2020

Liebe Freunde von Sportfotos Magdeburg, liebe Fans des 1.FC Magdeburg,

wir möchten zuerst ein herzliches "DANKESCHÖN" für eure Treue loswerden. Das letzte Jahr war nicht immer einfach. In vielerlei Hinsicht. Was viele von euch nicht wissen, ist, dass wir ein privates Projekt sind und wir kurz davor standen und immer stehen, diese Seite abzuschalten. Wenn die Kosten größer sind als das was reinkommt und viele alles umsonst haben möchten ... wer Mathe kann, der weiß wovon wir sprechen.

Der Aufstieg in Liga 2 brachte viele andere Medien zum Club, die Verträge mit den Vermarktern hatten und somit die langgedienten treuen Ehrenamtler einfach wegdrängten. Hier gilt aber auch der Dank an den 1. FCM, die weiterhin auf uns setzten. Dennoch war es weiterhin nicht einfach. Gesetze und Vorgaben brachten Zwänge wie ein Korsett mit sich und wer mit Leib und Seele und der Leidenschaft wegen Bilder macht, der stumpft irgendwann einmal ab und fragt sich nur noch "Warum machst du das überhaupt?". Der Kommerz hielt Einzug. Überall war der große 1.FC Magdeburg zu sehen. Der Presseraum platzte ständig aus allen Nähten. Wenn man einerseits davon nicht finanziell abhängig ist, dann kann man dort draufschauen und sieht, was für ein hartes mit Ellenbogen gespicktes Geschäft der Fotojournalismus ist. Wenn man allerdings Jahre seines Lebens für den Verein und die Fans "opfert" und plötzlich jemand vor einem steht, der vor Wochen noch nicht einmal wusste wo Magdeburg überhaupt liegt, aber denkt, dass es ohne ihn nicht geht ... tja ... dann ist man in der Realität der Bundesliga angekommen. Die Realität des Kommerzes. Unabhängig davon, ob es dem 1.FCM mal gut tat, in dieser Luft zu schnuppern. Wir wollen es mal aus einer anderen Sicht berichten. Einer Sicht, die euch sonst verborgen bleibt.

Wir haben in den Monaten der 2. Liga wirklich viel erlebt. Wir sind von oben herab angeschaut worden, wir wurden als "Asoziale Ossis" beschimpft und oft nur mitleidig angesehn. Leute, da hören wir uns lieber einmal öfter an, dass wir "asoziale und arbeitslose Ossis" sind (darüber können wir mittlerweile nur lächeln), aber Mitleid ... sorry, dass brauchen wir wahrlich nicht. Vereine, die man als Kind schon gesehen und eigentlich positiv gegenüber gestimmt war, haben sich uns von ihrer schlechten Seite gezeigt. "Hochmut kommt vor dem Fall". Ein Spruch, der uns fast wöchentlich im Kopf herumschwirrte. Die Vereine haben jedenfalls bei vielen Clubfans an Ansehen verloren. Zudem wurden unsere Fans gerade auswärts oft als Schwerverbrecher behandelt. Dabei sollten viele Vereine mal vor ihrer eigenen Haustür kehren. Zudem hatten wir auch die Schiedsrichtergilde gegen uns und seien wir ganz ehrlich, wer etwas anderes behauptet, der soll uns das beweisen. Es ist ein unausgesprochener Fakt, dass man nicht zu viele ostdeutsche Vereine in den oberen Ligen haben möchte. Erstens sind sie wirtschaftlich nicht so attraktiv und zweitens scheinen sie ja immer Probleme mit sich zu bringen. Probleme, die ein Familienevent mit Klatschpappen einfach nicht verträgt. Support, Gesänge, Choreografien sollen am liebsten komplett kontrolliert werden. Damit alles passt, für die schöne heile Fussballwelt, wo der Dortmundfan neben dem Schalkefan sitzt und gemeinsam ein Bier trinkt. Dieses Bild wird dann mehrfach im TV übertragen, am liebsten sind es noch Familien und alles ist perfekt. 

Jedenfalls haben wir es schnell satt gehabt. Man darf es ja gar nicht laut sagen, aber wir waren froh, dass die Zeit in der 2. LIga so schnell vorbei war. Nicht nur die Mannschaft war nicht mehr eine Mannschaft. Das ganz Drumherum ging uns einfach nur noch auf den Keks. Wir wollten mit unseren Fans und unserem Team mitfiebern, jubeln und ordentlich Stimmung machen. Stattdessen wurden die Fans mehrfach der Polizeiwillkür ausgesetzt, wir abschätzig behandelt und auf dem Platz verpfiffen. Zudem gab es Spieler, die mitunter kein Bock hatten und einen Trainer der sich lieber selbst bei der Pressekonferenz betrachtete, als etwas Entscheidendes zu sagen. Im Endeffekt war es wirtschaftlich ein gutes Zweitligajahr für den Club. Das war es aber dann auch schon.

Wir haben als Team das Beste daraus gemacht. Wir hatten lustige Auswärtsfahrten, wir haben den besten DJ im Auto, der jetzt in der 3. Liga so richtig in Fahrt kommt. Wir haben unsere Busfahrer, unsere Kaffeekocher, unsere Kuchenbesorger, unseren eigenen "Caterer", unsere privaten Geburtstagsrunden und immer einen, der die FastfoodAPP im Auge behält. Ganz wichtig. Essen ist wichtig.

2019 war sportlich gesehen mit dem Abstieg ein "bescheidenes" Jahr. Viele Spieler gingen und viele neue Spieler kamen wieder hinzu. Man musste erneut eine neue Mannschaft formen. Mit einem neuen Trainer. Mit Stefan Krämer hatten wir die Hoffnung, dass wir schnell oben Fuß fassen können. Die Vorfreude auf die neue Saison war viel größer als angenommen. Wir freuten uns auf Mannschaften, die wir noch nicht dabei hatten. Auf neue Stadien, die wir besuchen können und auf weniger Zwänge und Vorgaben. Wir haben keine Medienrichtlinie mit gefühlt 100 Seiten bekommen, wo drin stand, was wir alles nicht dürfen. In der zweiten Liga durfte man ja schon froh sein, ein Stadion überhaupt betreten zu dürfen. Okay, etwas übertrieben, aber es hat sich manchmal, nein oft, so angefühlt.

In der 3. Liga ist es nun wieder etwas "entspannter". Viele Medien sind wieder davongezogen. Wir versuchen weiterhin euch mit Bildern das Spiel danach noch einmal etwas näher zu bringen. Trotz der vielen sozialen Medien, ist für uns ein Foto immer noch aussagekräftiger, als ein Videospielbericht. Auf den Bildern sieht man mehr Emotionen, die man innerhalb einer Sekunde festhält. Die Spieler fliegen über den Platz. Federleicht scheint das Spiel zu sein. Der Ausdruck im Gesicht, nachdem ein Tor fällt, die Emotionen auf den Rängen ... das kann nur ein Bild darstellen. Nichts anderes. Ein Foto, im richtigen Moment eingefangen, im richtigen Moment festgehalten. Für die Ewigkeit. Das sieht man auch bei den Spielern, die Bilder von uns über Jahre immer wieder herausholen. Bilder, die ihre persönlichen Momente festgehalten hatten. Das Bild, als Dennis Erdmann die HSV-Fahne im Mund "zerreißen" möchte, ist eines davon und unschlagbar. 

Nun ist das Jahr 2020 herangebrochen. Die Rückrunde in der 3. Liga steht vor der Tür und wir dürfen uns wieder an einen neuen Trainer gewöhnen. Wir erhoffen uns auch Verstärkung in der Offensive, damit wir einmal öfter jubeln können. Wir wissen, auch wenn wir es persönlich eigentlich nicht so schnell wollen, dass das nächste Ziel der Aufstieg in die 2. Liga ist. Allein wirtschaftlich ist dies notwendig. Sollte das passieren, dann sind wir allerdings etwas besser aufgestellt. In allen Belangen. Nicht nur persönlich, sondern auch im Verein. Man lernt aus Erfahrungen und die haben alle irgendwo gemacht.

Schön ist es, wenn man in der Rückrunde weiß, dass sich die Vereine freuen, wenn der 1.FC Magdeburg kommt. Die Fans stehen für Stimmung und gute Fußballkultur. Hier stehen sich oft Vereine gegenüber, die sich sehr ähnlich sind. Da schlägt auch unser Fussballherz etwas lauter. Emotionen gehören auf den Platz und auch auf den Rängen. Alles im Rahmen, versteht sich.

Was wünschen wir uns noch? Wir wünschen uns, dass unsere gemeinsame Zeit mit Sportfotos Magdeburg weitergehen wird. Doch hier schauen wir nur noch von Jahr zu Jahr. Wir wünschen uns, dass ihr dem Club und auch uns treu bleibt. Wir wünschen uns eine erfolgreiche Zeit mit Respekt untereinander. Wir wünschen uns, dass die Menschen einfach wieder netter zueinander sind. Respekt und manchmal sind es die kleinen Dinge und Gesten, die ganz viel ausmachen. Nette Gespräche. Interessante Begegnungen. Und ab und an auch einfach mal ein "Hallo, wie gehts dir?!" Auf sich allein zu schauen, ist für den Augenblick scheinbar gut, aber ein Miteinander ist auf Dauer einfach schöner. 

Diese Faktoren, wie Respekt und Wertschätzung, sind auch im Fussballgeschäft elementar wichtig. Klar, es ist ein Geschäft, aber leider geht vieles auch schon im Jugendbereich davon verloren. Das ist auch ein Grund, weshalb wir die Berichterstattung aus dem NLZ zurückgefahren haben. Mehr möchten wir darüber auch nicht verlieren. 

Wir möchten unseren Rückblick und Ausblick mit einer lustigen internen Anekdote beenden. Auf den Auswärtsfahrten ist es uns immer ein kleines Vergnügen, dass Catering in den verschiedendsten Presseräumen miteinander zu vergleichen. Üblicherweise gibt es zu 70 Prozent Bockwurst mit Brötchen, aber es geht auch mal anders. Über die Jahre gibt es Vereine, wo man sich richtig freut hinzufahren und andere, wo man kurz vorher noch einmal einen Burger isst. Was in Großaspach der Fall ist. Entweder man liebt Maultaschen, oder man kommt gar nicht heran. Wir kommen da eher nicht so heran. In Kiel zum Beispiel sind die Presseplätze wirklich sehr eng, so dass hier oft Suppe und Quarkbrote zubereitet werden, damit man wohl auch zukünftig dort hineinpasst. In Aue hatten wir zu den alten Stadionzeiten das beste Catering ever erlebt. Mit dem Stadionumbau hat man nun gespart und wir waren wirklich stark enttäuscht, wie auch die einheimischen Pressevertreter, die unserer Enttäuschung beim Blick auf die belegten Brötchen, nur beipflichteten. Doch auf ein Auswärtsspiel freuen wir uns schon und die Tupperdosen werden eingepackt ... Unterhaching ist kulinarisch auf unserem ersten Platz gesetzt worden. Also ... enttäuscht uns bitte in dieser Saison nicht ;). In Dresden kannten wir zu Drittligazeiten noch verspätete Würstchen und ein leeres Tablett, so hatten sie uns in der Zweitligasaison mit Milchreis überrascht. Kuchen gibt es selten, aber in Meppen ist dieser wirklich hervorragend. Und in München blieb uns zwar nach dem Ergebnis die Butterbrezel im Hals stecken, aber auch die Leberkäsebrötchen hatten was typisch bayrisches, was mal etwas anderes war. Ihr seht ... wir fahren also nicht nur quer durch die Republik, sondern bekommen auch als kleinen Lohn auch kulinarisch etwas Abwechslung mit. 

Aber wir sind ehrlich ... ein kühles Bier, Bratwurst und Pommes rot/weiß ... das geht eigentlich immer und da schlagen wir auch in aller Regelmäßigkeit zu. Gegen Bares natürlich.

Damit aber genug für heute! Wir wünschen euch einen tollen Start ins neue Jahr 2020, egal was ihr vorhabt ... macht es einfach. Das Leben ist zu kurz für irgendwann!

Danke fürs Lesen!

Euer Team von Sportfotos Magdeburg

(Björn, Norman "Gabi" und Nicole)