Balsam für die Seele - Das Schunkeln der Nordtribüne nimmt Fahrt auf

Nachbetrachtungen zum Heimsieg gegen die Würzburger Kickers

Balsam für die Seele - Das Schunkeln der Nordtribüne nimmt Fahrt auf

27.09.2019von Nicole OtrembaFußball
Balsam für die Seele - Das Schunkeln der Nordtribüne nimmt Fahrt auf

Flutlichtspiel. Heimsieg. Volle Punktzahl.

Endlich. Endlich. Endlich. Endlich? Die Serie der Unentschieden ist beendet. Der 1.FC Magdeburg fährt einen Dreier ein und zeigte das, was sie des Öfteren im Ansatz schon andeuteten. Schöner Offensivfussball und der auch noch erfolgreich. Es dauerte allerdings fast eine Halbzeit bis das Stadion endlich wieder jubeln konnte. Block U hatte seinen Einstand in ihrem neuen Block und bekamen zu Beginn gleich einen ersten Dämpfer. Das Hüpfverbot bestand weiterhin. Die Statiker haben noch nicht die Freigabe erteilt und somit durfte Block U nicht so, wie sie wollten. Am Ende war es egal.

In den ersten 10 Minuten ging es nur in eine Richtung. Magdeburg machte Druck und ein Lattentreffer vom Kapitän Christian Beck ließ das Stadion in ein Raunen versinken. Das immer wiederkehrende Anlaufen des Torwarts hätte so zu einem Erfolg führen können, denn der Abpraller von Würzburgs Torwart Eric Verstappen brachte den Ball in Richtung Tor. Allerdings nur die Latte. Doch die Gäste spielten munter mit. Auch unserem Torwart Morten Behrens flogen die Bälle um die Ohren. Ein ausgeglichenes, aber offensives Spiel nahm an Fahrt auf.

Auffällig war zudem Schiedsrichter Osmanagic, der uns Magdeburgern schnell die gelben Karten zeigte. Da war jeweils immer erst ein Foul von unseren Spielern verursacht worden. Die Stimmung auf den Rängen war phänomenal. Block U zog das ganze Stadion in ihren Bann und sie begannen früh den Wechselgesang anzustimmen. Nach einer halben Stunde, dann das Einläuten der Schunkelphase, die eigentlich ein Hüpfen sein sollte. Das Eintrommeln und ein lautes "EFFFFFFF-ZEEEHHHHH-EHMMMMMMMM....OHHHHHOOOOOOHHHHOOOOOO" erklang und schon begann der Block sich von selbst zu bewegen. Sie schunkelten hin und sie schunkelten her. Zu schön sah es aus und das ganze Stadion war gefesselt. Dann forderte Dominik Ernst Ball um Ball und lief über rechts und es sollte belohnt werden. Die Flanke kam und Christian Beck stieg hoch und köpfte. Der Ball passte genau zwischen linken Torpfosten und Verstappens Torwarthandschuhe. Das Stadion war am Ausrasten und mit dieser Führung, in der 40. Minute gingen die Kicker in die Halbzeitpause.

Beruhigt war aber keiner im Stadion. Block U machte ordentlich weiter. In der Halbzeitpause wurden die Bauarbeiter geehrt und durften vor Block U einklatschen, denn sie taten alles dafür, dass alles wieder normal lief und waren früher als geplant fertig mit den Arbeiten.

Deckel zu in Halbzeit Zwei

Das Spiel begann in der 46. Minute so, wie so oft in der Saison. Wir drückten und spielten offensiv nach vorne. Beckus haderte immer mehr mit dem Schiedsrichtergespann, aber der Schiedsrichter Osmanagic zog seine Linie weiter durch. Nun ging es auf die eigene Kurve und was gab es Schöneres, als den Jubel vom Fanblock hautnah zu erleben? Das konnten wir dann an Sören Bertram sehen, der den Handelfmeter in der 61. Minute eiskalt vollendete. Vorausgegangen war eigentlich ein Foul an Rico Preißinger vor dem Strafraum, doch die Szene lief weiter und dann nahm Würzburgs Kapitän Sebastian Schuppan den Ball mit dem linken Arm mit und tewas verzögert, aber er tat es, entschiede der Schiedsrichter auf Elfmeter für uns. Bertram schnappte sich den Ball und versenkte ihn rechts unten ins Netz. Er lief sofort auf die Kurve zu, die völlig am Ausrasten war und ließ sich feiern. Das hatten wir gebraucht. Einen zwei Tore Vorsprung konnte man besser verteidigen. 

Die Spieler waren fortan auch gelöster auf dem Platz. Sie spielten befreiter auf und ließen hinten nichts zu. Zudem war Morten Behrens immer zur Stelle, falls der Ball doch näher zum Tor kam. Nachdem dann Tarek Chahed zuerst zur Bank lief und wieder zurück, durfte er in der 62. Minute, kurz nach dem 2:0 auch in das Spiel eingreifen. Und Tarek war es auch, der den Deckel letztendlich drauf machte. In der 79. Minute lief er in den Strafraum, gab den Ball noch einmal ab und bekam ihn wieder und versenkte ihn ins Netz. Der Jubel kannte keine Grenzen und sogar die Ersatzspieler liefen auf dem Platz und umarmten den Torschützen freudig. Einen Felsbrocken konnte man förmlich hören, der von Tareks Schultern fiel. Fortan spielte er viel befreiter auf und wirkte völlig gelöst.

Das Stadion gab bis zum Schluß Vollgas und konnte am Ende mit den Spielern jubeln. Dem obligatorischen Einklatschen folgt ein lautes "Fussballclub Magdeburg" und die Gänsehaut wollte nicht mehr gehen. 

Das ist Magdeburg. Das ist das HKS. Die knapp 50 mitgereisten Würzburger Fans hatten zwar eine Niederlage ihres Teams gesehen, können aber einen Abend voller Stimmung mit nach Hause nehmen.

Balsam für die Seele. Sie können es doch. Das Tore schiessen.

Danke. Bitte. Weitermachen. Beim KFC Uerdingen?

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