Club rettet nach dramatischem Spielverlauf einen Punkt gegen Dresden

9. Spieltag, 2. Bundesliga Saison 2018/2019: 1. FC Magdeburg gegen SG Dynamo Dresden 2:2 (0:2)

Club rettet nach dramatischem Spielverlauf einen Punkt gegen Dresden

06.10.2018von sportfotos-MDFußball
Club rettet nach dramatischem Spielverlauf einen Punkt gegen Dresden

Bei bestem spätherbstlichem Fußballwetter und einer permanent ohrenbetäubenden Kulisse spielt der Club vor 23.024 Fans 2:2 gegen die Sportgemeinschaft Dynamo aus Dresden. Nach einem schnellen 0:2 Rückstand kämpft sich Blau-Weiß zurück in die Partie und behält zumindest einen Punkt im heimischen HKS. Möglich machte dies der Dresdner Stürmer Moussa Kone, der einen Elfmeter in der 90. Spielminute zum möglichen 3:1 aus Dresdner Sicht verschoss. Nur eine Minute später (90.+1) erzielte der zur Halbzeit eingewechselte Marius Bülter den erdrutschartigen 2:2 Endstand – das Stadion befand sich im völligen Eskalationsmodus. Aber der Reihe nach:

Dynamo unfassbar effektiv

Jens Härtel schickte sein Team im gewohnten 3-4-3 auf den Platz und bot den kopfballstarken Handke für Bregerie (Wadenprobleme) in der Dreierkette auf. Dresdens Trainer Walpurgis musste ebenfalls verletzungsbedingt umstellen und auf die Mittelfeldspieler Heise und Nikolau verzichten. Dafür starteten Duljevic und Kreuzer. 

Dynamo erwischte den besseren Start und hatte durch Aosman die erste Gelegenheit des Spiels (5.). 120 Sekunden später schickte Kreuzer mit einem schnellen Einwurf Kone auf die Reise, der sich gegen Butzen, Schäfer und Handke behaupten konnte und den Ball im langen Eck versenkte (0:1 / 7.). Der Club hielt aus der Distanz dagegen (Hammann / 11). Nach einer Viertelstunde setzte Hammann mit einem Diagonalball über 40 Meter Türpitz in Szene (16.) – die Volleyabnahme stellte Schubert im Dresdner Kasten vor keine Probleme. Begünstigt durch die frühe Führung stand Dynamo bereits in dieser Spielphase sehr tief. Wenn sie sich doch einmal nach vorne wagten, wurde es aber sofort gefährlich. Fußball kann so einfach sein. Aosman und Kone spielten einen Doppelpass am blau-weißen Strafraum und Aosman schlenzte das Leder aus 16 Metern unhaltbar in die Maschen (23.). Unsere Jungs standen einfach zu weit weg und ließen teilweise die nötige Aggressivität vermissen. Und nach vorn war es einfach zu statisch, so dass immer wieder nur der Fernschuss als letztes Mittel blieb. Costly (28.), Hammann (30.) sowie Türpitz (31.) scheiterten allesamt an Schubert oder die Leuchttürme Dumic und Hartmann bereinigten die Magdeburger Flanken.

Sturmlauf im zweiten Durchgang

Zur Pause wechselte Härtel Verteidiger Handke für Außenstürmer Bülter und stellte hinten auf eine Viererkette um. Türpitz orientierte sich in die Zentrale. Als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm konnte Torpedo im Verlauf der zweiten Hälfte schalten und walten. Sofort nach Wiederanpfiff wurde es gefährlich, als Türpitz Bülter in der Box bediente – der Schuss im Fallen kam zu zentral. Es war aber das Marschsignal für eine furiose Aufholjagd. Blau-Weiß hatte in dieser Phase Chancen im Minutentakt. Nach einer Stunde Spielzeit war es dann soweit – einen Hammann-Freistoß lenkte Kreuzer und Bedrängnis von Costly ins eigene Netz. Dynamo hatte in der zweiten Halbzeit genau zwei Chancen. Einen Kopfball an den Außenpfosten von Kone (66.) und eben den Elfmeter, den Kone rechts am Tor vorbei in die Werbebande jagte. Es war gefühlt ein Spiel auf ein Tor – der Club musste dennoch bis in die Nachspielzeit warten, bis Bülter das Spielgerät per Flachschuss im Glück versenkte. Der Rest war pure Freude über einen gewonnenen Punkt.

In der Länderspielpause testet Blau-Weiß gegen den VfL Wolfsburg und den MSV Börde. Um Punkte geht es dann wieder am 20.10.2018 in Heidenheim.

Sport frei.

Die Meinungen der Trainer:

Maik Walpurgis (Dresden):

"Dass wir nicht ganz zufrieden sind, erklärt sich von selbst, wenn man in der 90. Minute einen Elfmeter zum 3:1 hat und dann am Ende das 2:2 bekommt. Trotzdem muss ich sagen, dass das Ergebnis für Magdeburg nicht unverdient ist, da sie in der zweiten Halbzeit doch enorm viel Druck gemacht haben. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, sehr seriös verschoben und insgesamt gut gegen den Ball gearbeitet. Nach vorne waren wir zudem sehr effektiv – einmal mit einem schnellen Einwurf zu Moussa Kone, der sich durchsetzen und kann und zum Zweiten mit einem schönen Doppelpass auf letzter Ebene, den Ais Aosman vollendet. In der Zweiten wollten wir den Druck weiter beibehalten. Gegen den Ball ist uns das aber nicht gelungen. Vom Positionsspiel war das nicht so wie ich mir das vorstelle, wodurch wir den Gegner ins Spiel zurück geholt haben. Leider haben wir die Kontermöglichkeiten nicht genutzt. Am Ende war es kurios und bitter für uns. Das heutige Spiel war großartige Werbung für den Ostfußball, das von der Kulisse getragen wurde und sehr emotional war."

Jens Härtel (Magdeburg):

„Wir wussten, dass es schwer wird wenn du gegen Dynamo erstmal zurückliegst.Im 5-4-1 steht Dynamo sehr kompakt - dann ist es nicht einfach ins letzte Drittel zu kommen. In der ersten Halbzeit haben wir es trotzdem gar nicht so schlecht gemacht. Über die Flügel haben wir uns 4-5 mal gut durchkombiniert. Nur die Flanken kamen nicht so wie wir uns das vorstellen. Wir mussten dabei immer die Balance bewahren, weil Dynamo immer auf die Konter gelauert hat. In der zweiten Halbzeit haben wir dann auf eine Viererkette umgestellt und Türpitz als dritten Mann in das Zentrum gestellt. Zwischen den Linien hatte Dynamo dann keinen Zugriff mehr. Wir haben unglaublichen Druck gemacht und haben uns mit dem Standardtor belohnt. Hinten raus war es dann ein wildes Spiel mit dem besseren Ende für uns. Nach dem verschossenen Elfmeter war das Momentum auf unserer Seite. Der Ausgleich war glücklich, aber nicht unverdient, da wir viel investiert haben."