Das angekündigte Offensivspektakel endet mit einem Remis

23. Spieltag 2. Bundesliga der Saison 2018/2019: 1. FC Magdeburg empfängt den SC Paderborn 07 1:1 (1:0)

Das angekündigte Offensivspektakel endet mit einem Remis

24.02.2019von Nicole OtrembaFußball
Das angekündigte Offensivspektakel endet mit einem Remis

Kurz nach Abpfiff

Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Den Körper wieder mit Sauerstoff versorgen, denn während der zweiten Halbzeit hat man schon einmal öfter vergessen zu atmen. Der SC Paderborn drückte und war offensiv wieder gut aufgestellt. Der Club stand zum Teil tief hinten drin. Doch dann hätte das Team von Trainer Oenning auch noch den Siegtreffer markieren können. Hätte. Der Ball landete allerdings nicht im Tor. Die Mannschaft drehte die Runde, holte sich den verdienten Applaus ab und die 20.201 Zuschauer verließen zufrieden das Stadion. Mit dem Punktgewinn kann man leben. Man muss sogar. 

Vor dem Spiel

Strahlender Sonnenschein begleitete viele Magdeburger Fans auf dem Weg ins Stadion. An einem schönen Sonntagmittag konnte man sich selten etwas Schöneres vorstellen, als zum Club ins HKS zu gehen und die Mannschaft zum nächsten Erfolg anzufeuern. Das Jahr 2019 begann bisher positiv. Ungeschlagen ging man somit auch in die schwere Partie gegen den SC Paderborn und es sollte auch danach so bleiben. Paderborn bestach schon immer durch eine starke Offensive. Gerade unter Trainer Steffen Baumgart hat man noch nie etwas anderes gesehen. Mittelfeld ist langweilig. Offensive ist gut. 

Das Spiel

... begann so, wie man es erwartet hatte. Der Ball flog nur so von Strafraum zu Strafraum. Steffen Baumgart musste auf Kapitän Strohdiek und Klement verzichten und nahm Uwe Hünemeier und Marlon Ritter in die Startelf. Einen Unterschied sah man nicht, denn auch diese Spieler haben die Spiel DNA verinnerlicht. Gerade Bernard Tekpetey war am aktivsten und in den ersten Minuten besaßen er und unser Marius Bülter die meisten Ballkontakte. Alle Bälle wurden über ihn gespielt, doch Bülter hatte ihn im Griff und ging mutig in die Zweikämpfe. Als dann Marlon Ritter auch vor dem Tor auftauchte, stand Torhüter Giorgi Loria sicher und wehrte die Bälle ab.

Gleich zu Beginn, nachdem die Choreo für 20 Jahre Commando East Side gezeigt wurde, rauschte ein gewaltiges "Fussballclub Magdeburg" durch die Arena und die mitgereisten 300 Paderborner Fans erinnerten sich wieder. Ja ... DAS war Magdeburg. Ja ... DAS ist Magdeburg.

Jan Kirchhoff, wieder eine starke Stütze im Spiel der Magdeburger, dirigierte, klärte und gab ordentliche Pässe. So auch in der 12. Minute, als er den Ball für Felix Lohkemper perfekt durchsteckte, aber dieser nicht herankam. Doch kurz darauf war es wieder Marius Bülter, der den Ball eroberte und rechts zu Philip Türpitz durchsteckte. Dieser sah Rico Preißinger im Rückraum stehen, völlig frei, schob den Ball hin und Preißinger zog ab. Einfach so und einfach so ins Netz. 1:0 in der 13. Minute und das Stadion feierte. Paderborn ließ sich davon aber nicht unterkriegen, mussten allerdings weitere Offensivchancen vom Club über sich ergehen lassen. 

Doch Paderborn kam langsam in die Spur. Da wir das zweite Tor nicht nachlegen konnten, gingen wir mit der knappen Führung in die Pause. Danach war allen klar, dass die Gäste noch mehr Druck aufbauen würden und dann wurde es spannend. Die ersten Minuten nach Wiederanpfiff gingen ganz klar an Paderborn. Wir verteidigten mit Mann und Maus und ließen nichts zu. Bis plötzlich Uwe Hünemeier in der 70. Minute den Ball mit rechts anahm und sofort aufs Tor zog. Spitzer Winkel und zwischen Torwart Loria und Torpfosten rein ins Netz. Der eingewechselte Michel Niemeyer versuchte diese Flanke vorher noch mit dem Kopf zu klären, kam aber nicht heran und so landete der Ball auf dem Fuß von Hünemeier und er vollendete zum 1:1 Ausgleich.

Raunen im Stadion und bei jedem Ballverlust wurde die Luft eingesogen. Bei jedem Ballgewinn peitschte man die Spieler nach vorne. Ein Herzschlagspiel begann. Der Ball flog nur so an unserem Tor vorbei. Doch dann bekamen wir wieder Luft und Marcel Costly (kam in der 74. Minute für Philip Türpitz in die Partei) tankte sich links durch und schob den Ball perfekt an Leopold Zingerle und Paderborner Abwehr vorbei zu Felix Lohkemper, der nur noch hätte einschieben brauchen. Doch ihm fehlten Zentimeter und er rutschte, aber der Ball ging ins Toraus. Da waren 86 Minuten auf der Uhr und es hätte der Siegtreffer sein können. Hätte. War er aber leider nicht. Dann eine Minute später die nächste Chance. Freistoß aus der halbrechten Position und Michel Niemeyer bringt den Ball lang in den Strafraum, Dennis Erdmann schraubt sich hoch und kommt nicht per Kopf an den Ball, der perfekt im Tor gelandet wäre. Wieder eine hundertprozentige Chance, aber wieder nichts.

Dann verteidigten wir wieder und am Ende waren beide Teams glücklich hier einen Punkt mitgenommen zu haben. Der Club ist weiterhin in 2019 ungeschlagen und der Blick ist schon längst nach vorne gerichtet. Auf das kommende Auswärtsspiel in Duisburg. 

Einen Punkt gesichert im Kampf um den Abstieg. Mühsam nährt sich das Clubeichhörnchen.

Wir bleiben dran.

Sport Frei!