Desch war so laut - so laut - dabei hab isch scho viel erlebt

Knappe Niederlage im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg

Desch war so laut - so laut - dabei hab isch scho viel erlebt

10.08.2019von Nicole OtrembaFußball
Desch war so laut - so laut - dabei hab isch scho viel erlebt

Was für ein Spiel. Was für ein Fight. Was für eine Kulisse. 

Sprachlos. Wir sind immer noch sprachlos. Sogar der Gegner war völlig fasziniert und hat so etwas noch nicht erlebt. Obwohl man seit Jahren in der Bundesliga spielt. Florian Kath hat alle vorgewarnt und dennoch schauten die Ersatzspieler bei der Aufwärmung in unseren Block. 

Die Spieler haben alles rausgehauen. Sie haben alles gegeben. Am Ende zählte nur noch der Wille. Der Körper funktionierte nur noch. Sie wollten. Sie rannten. Sie kämpften. Das Stadion im Rücken war der unbändige Wille da, doch noch das Unmögliche irgendwie möglich zu machen. Alle standen hinter dem Team. Das Schiedsrichterteam hatte am Ende alle gegen sich. 

Das Los war absolut machbar. Erstligisten sind vor dem Bundesligastart immer noch nicht so eingespielt, wie es sein sollte. Das war unsere Chance. Diese wollten wir nutzen. So begann die Partie auch. Die Freiburger Gästefans versuchten sich bemerkbar zu machen, doch bei unseren Fans ist das nun gar nicht möglich. 

Da es viele Spielberichte zu diesem Pokalfight gibt, machen wir mal wieder alles anders und schauen auf die Spieler und Fans.

Die Startelf

Morten Behrens = Sein Debüt im Tor und dann gleich gegen einen Bundesligisten. Beim Gegentor konnte er nichts machen, ansonsten parierte er bei den wenigen Chancen der Freiburger sicher und hatte alles unter Kontrolle. Da sah sein Gegenüber das ein oder andere Mal schon etwas unsicher aus. Hut ab, die Nerven hat er behalten. 

Dominik Ernst = Wo nimmt er denn bitte seine Kondition her? Über 120 Minuten rannte er wie ein aufgezogenes Duracell-Männchen (sorry-Schleichwerbung) über den Platz und ging beherzt in die Zweikämpfe. Wo ein Wille, da ist ein Ernst. Wahnsinn. Das hat uns schwer beeindruckt. 

Tobias Müller = Eine gelbe Karte wegen Meckerns zu kassieren ... grandios. Er hatte so Recht. Die Schiedsrichterleistung war sehr diskussionswürdig. Er hatte sich dann Luft gemacht. Seine Leistung neben Jürgen Gjasula war wiederum ohne Tadel und wir wussten, wenn der Ball zu Müller ging, dann sind wir sicher. Seine Verletzung war ihm nicht mehr anzumerken. Er hat nach seiner Gehirnerschütterung wieder nahtlos an seine Leistung angeknüpft und spielte sich im Pokal wie in einen Rausch. 

Thore Jacobsen = Eine sehr gute Leistung im Mittelfeld und auch in der defensiven Arbeit. Er sieht die Räume, er nimmt seine Mitspieler mit und ist dabei so unauffällig, dass man ihn manchmal gar nicht auf dem Schirm hat. Dabei ist er immer präsent. Und er zieht die Fouls, wenn sie enorm wichtig sind. Die gelbe Karte nimmt man dann auch gern entgegen. Hauptsache kein Gegentor. Tolle Leistung über 120 Minuten.

Jürgen Gjasula = Wie, um alles in der Welt, kann man so ruhig und abgeklärt die Bälle in höchster Not vor dem Gegner klären? Wenn andere Schnappatmung bekommen, da geht der Jürgen nochmal ins Eins-gegen-Eins und spielt den Ball gekonnt weit aufs Feld. Diese Ruhe möchte ich mal haben. Chapeau.

Christian Beck (C) = Er rennt an. Er holt sich die Bälle zurück. Er verteilt. Er dirigiert. Er spielt mit den Fans. Er puscht sie noch einmal extra, obwohl es lauter nicht geht. Er ist wichtig. Er wollte unbedingt ein Tor machen oder vorbereiten. Er legte für die anderen auf. Sogar per Hacke. Im DFB-Pokalspiel gegen einen Bundesligisten. So ist er und er ist auch nicht mehr wegzudenken. Danke dafür.

Mario Kvesic = Klein. Flink. Wendig. Ein wahnsinniger Schuss. Er spielte seine Gegenspieler schwindelig. Ging an ihnen vorbei und ließ sie verdutzt stehen. Leider klappte es nicht mit einem Treffer. Die Freistöße gingen haarscharf am Kasten vorbei. Weitermachen. Einfach Weitermachen.

Sören Bertram = Man will ihn wirklich nicht als Gegenspieler haben. Aber er war derjenige, der die Foulspiele so zog, dass der Schiedsrichter mal pfeifen musste. Auch er lief über 120 Minuten über den Platz und holte irgendwo noch Energieschübe her. Vielleicht hatte er Energieriegel in der Hosentasche. Oder es war der unbändige Wille der ihn trieb. Eines ist sicher. Er spielt sich in die Magdeburger Herzen. Punkt.

Manfred Osei Kwadwo = Sonderapplaus für Manni. Vor dem Spiel und bei der Auswechslung. Er wurde ganz tief ins Herz geschlossen. Mehr muss man nicht sagen. "Manni. Manni" - der Publikumsliebling seit Meppen.

Charles-Elie Laprevotte = Ein zurückhaltender Spieler, der auf dem Platz alles gibt und zeigt was er kann. Er überzeugt durch Leistung. So auch heute. Er holt sich die Bälle, er spielt diese weiter und haut sich rein. Er ist immer ein Leistungsträger ohne aufzufallen. Ohne ihn wäre alles doof. Irgendwie.

Timo Perthel = Sein "Ausfall" in Zwickau ist vergessen. Sein Können ist wieder da und das zaubert er auch auf den Rasen. Perthel gehört in die Außenverteidigung wie der Ball zum Spiel. Ganz einfach. Auch heute hat er viele Bälle geholt, ist in die Zweikämpfe gegangen und hat einen Konter eingeleitet. Fast hätte er noch einen Treffer selbst machen können, doch der Ball ging am Tor vorbei (wie leider auch von den anderen). Am Ende war auch er platt. Doch das durfte er sein. 

Die Einwechsler

Björn Rother, Anthony Roczen, Marcel Costly und Tarek Chahed = Man kann allen bescheinigen, dass auch sie ein Ausrufezeichen setzen wollten. Leider schafften Sie es auch nicht, den Ausgleich noch zu markieren und ins Elfmeterschiessen zu kommen. Sie waren am Ende auch untröstlich. Kopf hoch. Weiter gehts. Die Einsatzzeiten kommen noch.

Die Fans

Wahnsinn. Unglaublich. Fabelhaft. Laut. Lauter. 1.FC Magdeburg. Allein für den Support hätten wir den Finaleinzug verdient gehabt. Sollte nicht sein. Pokal ist Vergangenheit. Die Fans bleiben. Die Liga ruft. 

Das Schiedsrichterteam

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Das Fazit

Überlassen wir dem Freiburger Trainer Christian Streich in der PK. 

 

 

Danke. Bitte. Weitermachen!