Die Endspiele haben begonnen _ Der Club zu Gast in Wiesbaden

34. Spieltag der 3. Liga der Saison 2017/2018: SV Wehen Wiesbaden gegen 1.FC Magdeburg

Die Endspiele haben begonnen _ Der Club zu Gast in Wiesbaden

12.04.2018von Nicole OtrembaFußball
Die Endspiele haben begonnen _ Der Club zu Gast in Wiesbaden

Wiesbaden im Schatten der Bundesligavereine

Wehen Wiesbaden hat seit Jahren ein Problem ... sie liegen in direkter Nachbarschaft mit Frankfurt/Main und Mainz. Wer Bundesligafussball sehen möchte, der geht dorthin. Angebote gibt es viele. Da hat es der "kleine" Verein Wehen doch schwer, Anhänger für sich zu finden.

Vor zwei Jahren noch knapp dem Abstieg entronnen, wollen sie nun in dieser Saison ganz oben anklopfen und streben den Aufstieg an. Seit Anfang Dezember 2017 stehen sie mindestens auf Platz 3 der Tabelle. Das würde die Relegation bedeuten. Gegen den direkten Konkurrenten, dem Karlsruher SC, trennte man sich am 11.02.18 mit einem 1:1 Unentschieden. Danach ließ man auch gegen Werder Bremen II (2:2) und Fortuna Köln (0:1 Niederlage) Punkte, fand aber seit Mitte Februar wieder in die Erfolgsspur zurück. Sieg um Sieg festigten sie ihren dritten Tabellenplatz. Doch plötzlich unterlag man bei den Würzburger Kickers mit 0:2. Viele glaubten an ein faules Ei zur Osterzeit, doch am letzten Spieltag wurde es noch dramatischer.

Platzverweise und Niederlage in Münster

Bei Preußen Münster wollte man wieder punkten und so schickte Wehens Coach Rüdiger Rehm seine beste Elf auf den Rasen, die er zur Verfügung hatte. Doch der Druck lastete schwer. Robert Andrich bekam in der 40. Minute wegen einer Tätlichkeit von Schiedsrichter Harm Osmers die rote Karte gezeigt und kurz vor der Pause verwandelte Preußens Martin Kobylanski einen Freistoß zur 1:0 Führung. Mit dem Pausenpfiff kassierte Simon Brandstetter wegen Meckers die gelbe Karte und das sollte sich noch rächen. In der zweiten Hälfte drückten sie auf den Ausgleich, schafften es allerdings nicht. Der Druck wuchs und dann passierte es ... Brandstetter sah nach einem Foulspiel die Ampelkarte und musste ebenfalls den Platz vorzeitig verlassen.

Doch wer glaubt, dass dies nun für die Magdeburger ein leichtes Spiel wird, der irrt. Rüdiger Rehm hat einen gut bestückten Kader mit Spielern, die nur darauf brennen gegen die sogenannte (wir können es nicht lassen und auch nicht vergessen) "Gurkentruppe" aufzulaufen und ihren Relegationsplatz zu festigen. Neben den zwei gesperrten Spielern und dem krankheitsbedingten Ausfall von Michael Akoto kann der Wiesbadener Trainer somit aus dem Vollen schöpfen. Wehens Dauerbrenner Alf Mintzel hat mit seinen 36 Jahren sein 300. Drittligaspiel für Wiesbaden vor der Brust. Das will er sich in positiver Erinnerung behalten.

Punkten wollen sie auf alle Fälle. Im Saisonendspurt warten noch Gegner wie Hansa Rostock, der FSV Zwickau, VfR Aalen und auch der SC Paderborn (vorletzter Spieltag) auf die Hessen. 

Wenn ein Auswärtsspiel zum Heimspiel wird

Zuschauertechnisch. Wehen Wiesbaden hat ein Stadion mit ca 12.500 Plätzen. Der bisherige Saisonrekord wurde gegen den Karlsruher SC aufgestellt, als sage und schreibe 4.860 Zuschauer den Weg in die BRITA-Arena fanden. Und das waren über 1.000 Zuschauer mehr, als gegen Hansa Rostock, wo mit 3.365 Zuschauern auch schon viel mehr im Stadion, als sonst üblich waren. Den Negativrekord stellten sie gegen Bremen II auf, als 1.374 Hartgesottene dem Spiel beiwohnten. Da finden wir auch keine Worte mehr. Traurig.

Wenn der Club morgen, an einem Freitagabend, nach Wiesbaden reist, rechnet man mit 2.000 Magdeburger Fans. Das sind mehr, als im Durchschnitt bei Wiesbaden sonst sind. Und Wiesbaden möchte in die 2. Liga aufsteigen. Aber jetzt kommt es ... bei einem Aufstieg muss das Stadion mindestens 15.000 Plätze aufweisen. Das sind die Voraussetzungen für die 2. LIga. Mhhhh ... habt ihr auch so viele Fragezeichen im Gesicht? 

Der Club spielt und alle wollen hin

Unsere Clubfans sind jedenfalls heiß und reisen schon in aller Frühe in den Süden. Das Saisonfinale hat begonnen. Für den 1.FC Magdeburg gibt es nur noch Endspiele. Das weiß die Mannschaft und das wissen auch die Trainer. Volle Konzentration auf 90 Minuten Flutlichtspiel in Wiesbaden. Wenn möglich, nehmen wir die drei Punkte mit und unterstützen damit sogar den Karlsruher SC, die auch weiterhin den Aufstieg im Blick haben. Aber es wird schwer.

Die Begeisterung und Euphorie kennt keine Grenzen. So vermeldete heute der 1.FC Magdeburg, dass auch der Heimbereich in der Partie gegen Fortuna Köln restlos ausverkauft sei. Danach folgt nur noch das Heimspiel gegen den insolventen Chemnitzer FC. Auch hier heisst es: Heimbereich? Ausverkauft!

Am Freitag heisst es erstmal. Gästebereich? Gut gefüllt oder doch fast voll? Karten gibt es noch über den Onlineticketverkauf von Wehen Wiesbaden. Wer also heute Abend noch überlegt, doch morgen loszufahren, der sollte sich sein Ticket schnell ausdrucken.

Wir freuen uns auf eine tolle Stimmung, auf reges Zuschauerinteresse und natürlich auf einen positiven Ausgang für unsere Blau-Weißen Krieger. Dann wird die lange Fahrt zurück in die Heimat wohl bei vielen feucht-fröhlich ausklingen.

Einfach nur DREI Punkte.

Es könnte so einfach sein und ist doch so verdammt schwer. Wir sind für euch vor Ort und werden den offiziellen Liveticker prall mit Informationen aus Wiesbaden füllen. Nach dem Spiel werden hunderte Bilder gesichtet und das Geschehen in einem Spielbericht zusammengefasst. Wir freuen uns drauf.

In diesem Sinne! Sport Frei!