Die Suche nach dem Rezept - Ein Abwehrbollwerk kommt selten allein

Die Aufbauhilfe Ost geht in die zweite Runde

Die Suche nach dem Rezept - Ein Abwehrbollwerk kommt selten allein

02.09.2019von Nicole OtrembaFußball
Die Suche nach dem Rezept - Ein Abwehrbollwerk kommt selten allein

Montagabendspiel in Jena.

Wer meinte, dass dies ein lockerer Spaziergang wird, der irrte sich gewaltig. Nach dem hohen Sieg gegen 1860 München folgte wieder ein zähes Spiel gegen eine tiefstehende Mannschaft. Gegen solche Teams tut sich der Club immer schwer. Vor Kurzem hatten wir dieses Spiel in Chemnitz erlebt. Mit viel Glück erkämpften wir in Sachsen ein 0:0 und waren glücklich über diesen Punktgewinn. An diesem Spieltag standen wir wieder einer Mannschaft gegenüber, die mit dem Rücken zur Wand stand. Jenas Trainer Lukas Kwasniok stellte sein Team neu ein. Er wechselte gleich auf sechs Positionen und ließ die Neuzugänge von Beginn an spielen.

Stefan Krämer vertraute seiner Elf vom letzten Spieltag. Es sollte wieder ein Offensivfeuerwerk werden, doch davon war nichts zu sehen. Die Bälle liefen hinten herum. Es wurde viel auf Ballbesitz gespielt und die Hausherren kamen Minute für Minute besser ins Spiel. Sie witterten Morgenluft und nutzten ihre Chance. Hinten standen sie eng und gingen sofort auf den Mann. Vorne fehlte es dennoch an Durchschlagskraft, bzw. unsere Abwehr hatte alles im Griff. 

Es wurde ein zähes Spiel. Viele Bälle rauschten hoch und weit durch das Stadion. Ein Passspiel kam nicht zustande und wurde vom Gegner gleich unterbunden. Sören Bertram holte einige Freistöße heraus, doch Torchancen blieben Mangelware. Dominik Ernst, der gegen München noch mit seinen Pässen zum Matchwinner wurde, konnte heute nicht glänzen. Wie so viele aus dem Magdeburger Team. Viele Fehlpässe gingen in des Gegners Fuß, bzw die Pässe kamen nicht beim Mitspieler an. Der Spielaufbau stockte und Christian Beck bekam nicht die Bälle zugespielt, die er benötigte, um knipsen zu können.

Kurz vor der Halbzeit dann ein einschneidende Szene. Jürgen Gjasula bricht sich während eines Zweikampfes die Hand, kann somit den Angriff nicht unterbinden und der Ball rutscht ins Tor. Alexander Brunst konnte den Ball nicht unter sich begraben, der Querpass kam und Daniele Gabriele schob ein. Ins leere Tor. Das Stadion jubelte. Die Spieler wussten gar nicht wie ihnen geschah. Ein Rückstand kurz vor der Halbzeit.

Mit dem Wiederanpfiff wechselte Trainer Krämer gleich doppelt. Gjasula blieb verletzt unten. Die Mittelhandfraktur ließ nichts mehr zu. Dafür kam Brian Koglin ins Spiel. Zudem ließ er Mario Kvesic unten und schickte Manfred Osei Kwadwo aufs Feld. Kvesic blieb blass in den ersten 45 Minuten, konnte seine Stärken nicht ausspielen. Es lief besser, gut wäre etwas zu viel. Auch Manfred Osei Kwadwo konnte kein Offensivfeuerwerk abbrennen. In der zweiten Halbzeit gab es einige Verletzungsunterbrechungen. Eine nutzten wir in Überzahl und kamen per Kopfball von unserem Kapitän Christian Beck zum Ausgleich (67.). In der Mannschaft sah man einen Ruck, doch ein zweites, entscheidendes Tor, blieb ihnen verwehrt. Trotz eines super herausgespielten Angriffes, verstolperte Sirlord Conteh seine 100-prozentige und auch der Freistoß in Minute 89 wurde nur zu zaghaft über die Mauer gelupft.

"Schiessen Jungs - Ihr müsst Schiessen - sonst könnt ihr nicht gewinnen." - sagte schon damals ein erfahrener Fußballer. Tja ... bei der These ist es dann auch geblieben.

Die Fans im Jenaer Paradies.

8.015 Zuschauer kamen am Montagabend ins Paradies. Mit null Punkten auf dem Kontostand ein gutes Ergebnis. Sie konnten froh sein, dass der 1.FC Magdeburg kam. Die Fans waren anfangs verhalten, puschten sich allerdings immer mehr, als sie merkten, dass wir zu passiv waren. Einen Schuldigen machten sie auch aus. Den Schiedsrichter. Immer und immer wieder folgten Pfiffe von den Rängen. Beschimpfungen flogen nur so und bei jedem Foulspiel erwartete man die rote Karte oder einen Elfmeter. Buhmänner im Magdeburger Dress waren eindeutig Christian Beck und Sören Bertram. Beide wurden unaufhörlich mit Schimpftiraden belegt. Als der Führungstreffer fiel, wähnte man sich im Paradies, obwohl man gar nicht wusste wo es herkam. Der Ausgleich führte zu einer Schockstarre und plötzlich meckerte man wieder über Spielsystem und "immer wieder das Gleiche". Am Ende waren sie um den Sieg betrogen worden. Sie pfiffen das Schiedsrichtergespann aus und auch unseren Kapitän, als er nach einem Interview zur Gästekurve ging.

Die Fans im Gästeblock.

Herausragend. Egal, wie das Spiel auf dem Platz war. Sie sangen. Sie hüpften. Sie tranken. Sie hatten einfach Spaß und feierten ihr Team dennoch. 

Die Heimfahrt.

Es war dunkel. Die Straßen waren leer. Zeit, sich über einiges im Klaren zu werden und die Hoffnung nicht im Keim zu ersticken.

Gute Nacht.

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel: