Einfach nur 3 Punkte - Geht raus und spielt Fussball

Unser Einstimmer zum 14. Punktspiel des 1.FC Magdeburg in bei der SpVgg Greuther Fürth

Einfach nur 3 Punkte - Geht raus und spielt Fussball

22.11.2018von Nicole OtrembaFußball
Einfach nur 3 Punkte - Geht raus und spielt Fussball

13 Spieltage unter dem Trainergespann Jens Härtel und Ronny Thielemann. Mit dem 14. Spieltag steht plötzlich ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Michael Oenning. An seiner Seite ist Silvio Bankert, der den Verein und die Mannschaft kennt.

Es fühlt sich trotzdem komisch an. Einerseits kann man Herrn Oenning verstehen, der ist leid ist immer und immer wieder auf den alten Trainer angesprochen zu werden. Schließlich kann er nichts für die Situation und übernimmt die schwere Aufgabe auch nur bis Saisonende. Risiko. Andererseits fühlt es sich an, als wenn man jemanden "verraten" würde. Kann man plötzlich ganz unbeschwert jubeln und sich über jeden Punkt freuen, der ab jetzt geholt wird?

Ja. So schwer es auch ist. Und wie dolle einem das Herz dabei weh tut. Jens Härtel und Ronny Thielemann hätten nichts anderes gewollt. Auch sie werden später wieder eine andere Mannschaft übernehmen und erhoffen sich auch dort Zuspruch. So ist es dem neuen Trainer Michael Oenning auch zugestanden, dass man ihn bedingungslos unterstützt. Es geht schließlich um unseren Verein. Unserem 1.FC Magdeburg. Es sind die Spieler, die unsere Unterstützung weiterhin brauchen. Vielleicht tut auch gerade der interne Konkurrenzkampf sein Übriges und holt noch einmal ein paar Prozentpunkte mehr heraus. Das, was die Trainer bisher vielleicht nicht mehr geschafft haben. Ein Weg in die Sackgasse. Man will so viel und steht vor einer riesigen Mauer, die immer größer erscheint. 

Nun ist der 1. FC Magdeburg erstmal aus der Sackgasse herausgeholt worden. Michael Oenning lernt den Verein und die dazugehörigen Menschen kennen. Personen, die den Verein über die letzten Jahre begleitet haben und ihn als Trainer ggf noch skeptisch beäugen. Eines kann er aber wirklich gut. Reden. Kommunikation ist bei ihm ganz groß geschrieben. Miteinander reden. Probleme erkennen und sofort ansprechen. Grundtugenden wieder hervorholen. Grundsätzliche Dinge wie das Passspiel, was für den Fußballspieler so selbstverständlich ist, wie das Fahrradfahren für den Radsportler, immer wieder wiederholen. Früher hat man gesangt "Bis zum Erbrechen". Passen klingt so simpel und ist doch existentiell. 

Der Trainerwechsel vor dem Punktspiel in Fürth kam für den neuen Trainer zu einer "guten" Zeit. Er hatte Zeit sich ein Bild zu machen, konnte in Testspielen viel ausprobieren und konnte sich so die Spieler in Aktion anschauen. Jeder bekam die gleiche Spielzeit und wollte alles geben. Die Ergebnisse wären an anderer Stelle "ernüchternd" gewesen. Gegen Braunschweig ein Unentschieden und gegen Barleben ein 8:0. Doch das Ergebnis ist Nebensache. Es wurden Abläufe geübt. Immer und immer wieder. 

Nun wird es allerdings ernst. Das Spiel nach dem großen Umbruch steht an. Ein neuer Trainer steht im Fokus und die Mannschaft hat eine große Bürde zu tragen. Die Fans erhoffen sich ganz viel. "Einfach nur 3 Punkte" - schwirrt da jedem im Kopf herum. Man fährt mit einer gewissen Skepsis nach Fürth, aber auch mit Vorfreude. Auf einen Spieler müssen wir nun länger verzichten. Aleksandar Ignjovski. Unglücklich auf den Ellenbogen aufgekommen, hat er sich so schwer verletzt, dass eine OP folgt und er wochenlang pausieren muss. Gerade jetzt. Jetzt hatte er die Chance viele Spielminuten auf dem Platz zu stehen. Aber auch weitere Spieler sind nicht fit genug, um auf dem Rasen zu stehen. Dabei brennen sie darauf. Sie wollen alle. Sie wollen spielen.

Geht`s raus und spielt`s Fussball!

Ganz einfach. Und einfach erfolgreich. Passt den Ball nach vorne und haut die Pille rein. Einfach so. Und am Ende wollen wir einfach nur feiern. Mit drei Punkten. Einfach nur drei Punkten. Dann wird die Heimfahrt kurzweiliger und der Start für den neuen Trainer leichter.

Greuther Fürth ist "hungrig". Lange musste sie in die Ferne fahren. Endlich haben sie wieder ein Heimspiel und dann noch unter Flutlicht. Fussballherz, was willst du mehr. Wir werden auch auf einen alten Bekannten treffen. Sebastian Ernst. Der Trainer Buric ist hungrig. Wie seine Spieler. Sie wollen Punkte. Wir auch. Sie haben schon genug. Wir nicht. Von daher werden wir ein offenes Spiel erleben. Ich glaube daran. Ich glaube und vertraue unserem Team. Ich glaube, dass wir eine ganz andere Startelf sehen werden. Ich glaube, dass wir einfach wollen. Egal, wer dort auf dem Rasen steht. Bedingungslose Unterstützung. So haben wir es schon vor Jahren geschworen.

Alles wird gut. Wir glauben daran.

Einmal-Immer! 

Es ist so einfach das Herz zum überlaufen zu bringen! Einfach nur DREI Punkte.