Endlich in Liga Drei angekommen - Waldhof Mannheim erkundet Deutschland

Der lange Weg von Waldhof Mannheim in die 3. Liga

Endlich in Liga Drei angekommen - Waldhof Mannheim erkundet Deutschland

30.07.2019von Nicole OtrembaFußball
Endlich in Liga Drei angekommen - Waldhof Mannheim erkundet Deutschland

Waldhof Mannheim hat es endlich geschafft. Im vierten Anlauf gelang den Mannheimern, dank des direkten Aufstiegsrechtes, der Einzug in die dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Dabei hätten sie schon längst drin sein können. Doch in den letzten drei Jahren, verpassten sie, trotz der Qualifikation zu den Relegationsspielen jedes Mal um Haaresbreite den Aufstieg. 

ERSTER Versuch

Das Drama von Mannheim begann in der Saison 2015/2016. Als Meister der Regionalliga Südwest (Anmerkung: die ersten beiden Mannschaften der Regionalliga Südwest waren immer automatisch für die Relegation qualifiziert) bekam Waldhof am Ende die Sportfreunde aus Lotte zugelost. Der Zweitplatzierte hatte einen Punkt Rückstand und war der SV Elversberg. Im Relegationshinspiel trennte man sich auswärts 0:0 und fühlte sich schon auf der Siegerstrasse. In der heimischen Arena sollte der Aufstieg dann klargemacht werden. Es war alles vorbereitet, doch es kam anders. Durch zwei schnelle Tore in der 25. und 26. Minute lagen sie plötzlich mit 0:2 hinten und das Drama nahm seinen Lauf. Unmöglich erschien die Aufholjagd und es sollte auch dabei bleiben. Lotte jubelte und Mannheim ging mit Trotz in die neue Saison. Der SV Elversberg schaffte es aber auch nicht und scheitere an den FSV Zwickau. 

Versuch Nummer ZWEI

Wir schreiben die Saison 2016/2017. Wieder war es der SV Elversberg, mit denen sich Waldhof Mannheim um die ersten beiden Plätze duellierte. Dieses Mal nahm das Siegertreppchen der SV Elversberg ein (78 Punkte), gefolgt von Mannheim, die mit 76 Punkten erneut in die Relegation einzogen. Der zugeloste Relegationsgegner hieß damals, der SV Meppen. Dieses Mal begann die Relegation in der heimischen Carl-Benz-Arena in Mannheim und erneut endete das Spiel 0:0. Wieder eine gute Ausgangslage, denn die Auswärtstore zählen ja umso mehr. Wieder den Blick auf die nächste Liga gerichtet, gab es zwar viele gelbe Karten in einem hitzigen Spiel, doch es fielen keine Tore. Somit musste Waldhof Mannheim in die Verlängerung und sogar in das Elfmeterschiessen gehen. Die Beine waren schwer und ich weiß nicht, ob ihr das gesehen habt, aber ich klebte förmlich vor dem TV und habe mir das Drama angeschaut. Rauch, Nebel und ganz viel Frust bei den weitangereisten Mannheimern, die letztendlich das Elfmeterschiessen unglücklich verloren. Weinende Spieler auf dem Feld. Da blieb auch vor dem Fernseher oft kein Auge trocken. Meppen jubelte. Waldhof versank in eine Depression. Aber auch der SV Elversberg scheiterte erneut und die SpVgg Unterhaching stieg in die 3. Liga auf. Wieder nichts mit einem Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest.

Versuch Nummer DREI

Vorab sei gesagt, dass im dritten Jahr der SV Elversberg die Relegation nicht erreichte und auf Platz 5 der Regionalliga landete. Waldhof Mannheim erreichte die Relegation auch im dritten Jahr in Folge. Regionalligameister wurde allerdings der 1.FC Saarbrücken mit 82 Punkten. Waldhof holte 71 Zähler, ließ aber die Kickers aus Offenbach hinter sich. "Alle guten Dinge sind Drei". Ein Sprichwort, welches eigentlich auch immer passte. Wieder qualifiziert und wieder die Relegation vor Augen. Zugelost wurde dieses Mal der KFC Uerdingen. Ihr wisst was passierte. Waldhof verlor das Hinspiel in Duisburg mit 0:1 und konnte auch zu Hause nicht treffen. Am Ende stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel und fast wäre dieses Spiel nicht zu Ende gespielt worden. Wer auch diese Partie am TV verfolgt hatte, der hat die Bilder von Raketen, Rauchbomben, Platzsturm etc noch vor Augen. Waldhof Mannheim war in einer tiefen, tiefen Talsohle. Drei Versuche. Drei Relegationen und wieder fand man sich in der kommenden Saison in der Regioanlliga Südwest wieder. Erwähnen möchten wir aber auch hier, dass auch der 1.FC Saarbrücken den Aufstieg verpasste. Ihr Gegner war kein Geringerer als der TSV 1860 München. Wieder kein Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest.

Und dann kam die Regionalligareform. Meister müssen aufsteigen! Defintiv. Das unterstützen auch wir und denken dabei auch an die Beispiele der letzten Jahre. Nur musste man am Ende der Saison wieder ganz oben stehen.

Versuch Nummer VIER

Die Regionalliga Südwest in der Saison 2018/2019. Sie starteten den neuen Versuch Meister zu werden. Denn in dieser Saison stieg der Meister in die ersehnte 3. Liga auf. Der Plan ging auf. Seit dem 7. Spieltag gaben die Mannheimer den ersten Platz nicht mehr her. In der gesamten Saison hatten sie nur zwei Niederlagen einstecken müssen. Beide in der heimischen Arena. Am 1. Spieltag unterlagen sie Ulm mit 0:1 und am 12. Spieltag den Kickers aus Offenbach mit 1:3. Die restlichen Spiele punkteten sie und wurden Meister. Ein Traum vieler Waldhoffans wurde wahr. So richtig glauben konnte es wahrscheinlich auch keiner, denn die Zuschauerzahlen waren sehr überschaubar. Das Vertrauen musste sich wieder hart erarbeitet werden. Der 1.FC Saarbrücken wurde in diesem Jahr Zweiter, allerdings gingen sie durch die Reform nicht in die Relegation.

Halten wir am Ende mal kurz fest: Die über Jahre so stark angepriesene Regionalliga Südwest durfte immer zwei Mannschaften in die Relegation schicken. Am Ende hat es über die Jahre KEINER in die 3. Liga geschafft. Auch in dem Jahr 2014/2015 als wir gegen die Kickers Offenbach gewannen (die ebenfalls als Meister in dieser Saison den Aufstieg verpassten), schaffte es der Zweitplatzierte (wieder der 1.FC Saarbrücken) nicht aufzusteigen und scheiterte an den Würzburger Kickers. So schlecht sind die anderen Regionalligen wohl dann doch nicht.

Dank der Regionalligareform allerdings, haben wir nun ein Duell in der 3. LIga gegen Waldhof Mannheim. Diese haben ja schon einmal 2. Bundesliga gespielt, wollen sich in der 3. Liga aber erstmal festsetzen und von den vielen Aufregungen der letzten Jahre erholen. 

Ein Blick voraus

Nach zwei Punktspielen haben die Mannheimer allerdings schon einen Punkt mehr, als wir auf dem Punktekonto. Nach einem 1:1 in Chemnitz und einem 0:0 zu Hause gegen den SV Meppen können sie selbst zufrieden mit dem Start sein. Nun wollen sie auch vor einer großen Kulisse punkten und kommen voller Hoffnung die über 500 Kilometer in den Osten gefahren. Unser Team will sich endlich von seiner besten Seite zeigen und drei Punkte einfahren. Wer auf dem Platz stehen könnte? Neben Dustin Bomheuer (Knie) und Björn Rother (gesperrt) sind auch Tobias Müller (Gehirnerschütterung), Tarek Chahed (Knöchel) und auch Philipp Harant (Fuß) nicht einsatzfähig. Da wird es dann doch schon etwas eng in der Verteidigung. 

Wir geben dennoch unsere Prognose für das kommende Spiel ab. Hier unser Aufstellungstipp (wie immer ohne Gewähr ;)):

Spieltagsprognose SFMD

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