FCM geht in Kiel spät K.O. - ärgerliche Niederlage an der Förde

4. Spieltag, 2. Bundesliga Saison 2018/2019: Holstein Kiel gegen 1.FC Magdeburg 2:1 (0:0)

FCM geht in Kiel spät K.O. - ärgerliche Niederlage an der Förde

03.09.2018von sportfotos-MDFußball
FCM geht in Kiel spät K.O. - ärgerliche Niederlage an der Förde

Der Club verliert seine Flutlichtpremiere in der zweiten Liga an der Kieler Förde mit 1:2 vor 9.134 Fans. Nach einer guten Stunde ging Blau-Weiß mit einem blitzsauber vorgetragenen Konter etwas glücklich, aber nicht unverdient durch Philip Türpitz in Führung (65.). Kiel war feldüberlegenen und hatte mehr Ballbesitz - die besseren Einschussmöglichkeiten hatte dennoch in Summe der Club.  Mit der verletzungsbedingten Auswechselung des überragenden Neuzugangs Romain Bregerie (75.) kippte das Spiel zugunsten Kiels. Alexander Mühling und Aaron Seydel bescherten Kiel mit ihren späten Toren den zweiten Saisonsieg.

Jens Härtel setzte sofort auf den aus Ingolstadt verpflichteten Bregerie. Der Franzose spielte in der Dreierkette an der Seite von Dennis Erdmann und Steffen Schäfer. Taktisch gesehen war es das bewährte 3-4-3. Es waren keine drei Minuten gespielt bis unsere Jungs die erste richtig gute Gelegenheit hatten. Einen Preißinger Freistoß verlängerte Beck gefährlich auf Erdmann - Kronholm parierte den Kopfball aus sechs Metern glänzend. Der FCM überließ den Kielern das Feld und griff selber erst ab der Mittellinie an. So richtig hatten die Kieler kein Gegenrezept. Nach 12 Minuten war Costly nach einem Geistesblitz von Beck frei vor Kronholm - der Schuss strich haarscharf am Pfosten vorbei. Erstmals gefährlich waren die Kieler nach 25 Minuten. Und es war kein feiner Spielzug, sondern ein langer 30-Meter Ball von Mühling auf Honsak, der im Rückwärtslaufen den Ball auf das Tor von Fejzic brachte. Auf der Linie ist der Mann weltklasse - im Herauslaufen und in der Strafraumbeherrschung zeigte er in der Folge leider wieder einige Defizite. Kiel wurde in den Minuten vor der Pause deutlich stärker. Mühling und Schindler vergaben aus guten Positionen.

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang. Die ersten zehn Minuten nach der Pause gehörten wieder Kiel. Dann legte aber Costly den Turbo ein und war kurz hinter der Mittellinie auf dem besten Weg allein auf Kronholm zuzulaufen. Meffert konnte ihn nur noch mit einem Griff an die Schulter stoppen und sah gelb (55.) - bei glattrot hätte sich der Kieler aber auch nicht beschweren können. Zehn Minuten später folgte die Führung für Blau-Weiß. Mindestens 50 Prozent des Tores gehörten dabei Abwehrmann Schäfer, der einen Ball von Seydel abfing und den Konter genau in die kollektive Vorwärtsbewegung der Kieler einleitete. Nach 25 Metern Raumgewinn per Dribbling setzte Schäfer mit viel Übersicht Costly ein. Dessen Flanke legte Beck im Strafraum quer. Der Rest war für Türpitz Formsache. Die letzten 25 Minuten der Partie gehörten dann vollständig Kiel. Für Entlastung konnte der Club nicht mehr sorgen. Mühling und Seydel drehten in den letzten 15 Minuten die Partie für die Schleswig-Holsteiner. In zwei Wochen hat der Club wieder an einem Montag im heimischen HKS die Gelegenheit den ersten Zweitligadreier gegen Bielefeld einzufahren. Sport frei.

Die Eindrücke der Trainer:

Tim Walter (Kiel):

„Magdeburg hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir haben damit gerechnet, dass sie viel mit langen Bällen agieren. Es kommt uns eher entgegen, wenn uns der Gegner anläuft. Leider haben wir in der ersten Hälfte versäumt, die Bälle mit in die Bewegung zu nehmen. Oftmals haben wir aus guten Situationen wieder Tempo herausgenommen. In der zweiten Hälfte war es ähnlich wie im Pokal ein Geduldsspiel. Wir haben versucht ruhig zu bleiben und die Magdeburger Angriffe versucht zu unterbinden. Das Gegentor war dann für mich die Initialzündung, dass wir mehr machen müssen und das haben die Jungs dann auch überragend gemacht. Der Führungstreffer von uns war sehr gut herausgespielt. Am Ende bin ich sehr zufrieden. Wir wissen aber auch, dass wir weiter trainieren müssen, um voran zu kommen."

Jens Härtel (Magdeburg)

"Der Glückwunsch an den Gegner fällt mir heute etwas schwer. Am Ende hat Holstein aber zwei Tore gemacht – wir leider nur eins. Über 70 Minuten haben wir ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Unser Matchplan ist sehr gut aufgegangen. Wir haben Kiel immer wieder gestört und hatten viele Ballgewinne. In der ersten Halbzeit haben wir unsere Möglichkeiten nicht klar ausgespielt. Bis zur 70 Minute habe ich uns dann richtig gut gesehen. Nach dem unglücklichen Gegentor hat man gemerkt, dass es für die Mannschaft nicht ganz einfach zu verdauen war. Holstein wollte dann mehr und hat den Druck erhöht. Einige Möglichkeiten haben wir noch gut überstanden. Ein Fehler auf der Außenbahn reicht dann, dass Schindler flanken kann und Seydel den Treffer erzielt. Ärgerlich für uns – am Ende zählen im Fußball Ergebnisse und dies hat heute leider nicht gestimmt. Wenn wir am Ende mit einem Punkt nach Hause fahren kann sich hier niemand beschweren."