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4. Spieltag der 3.Liga in der Saison 2015/2016: Werder Bremen U23 gegen 1.FC Magdeburg 1:1 (0:0)

21.08.2015von Christian StolzeFußball
FCM holt mit lachendem und weinendem Auge Remis in Bremen

Zum Start in die knallharte englische Woche mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen musste der 1. FC Magdeburg bei der Reserve des SV Werder Bremen im Stadion "Platz 11" antreten. Vor dem Anpfiff wässerte der Bremer Platzwart mit 10 Fontänen das Grün. Ein Indiz dafür, dass die Bremer Bubis nach der deutlichen 0:3 Niederlage in Kiel schnelle Wiedergutmachung betreiben wollten. 

Werder trat trotz Spiel der Profis bei Hertha BSC Berlin mit einigen Spielern an, die Tuchfühlung zur ersten Mannschaft haben. Torwart Wolf und Mittelfeldmotor Aycicek verfügen sogar über einiges an Bundesligaerfahrung.

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für den in dieser Woche verstorbenen ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder.

Nachdem der Club in den ersten Minuten durchaus mit sicherem Passspiel zu gefallen wußte, bekamen die Bremer mehr und mehr Kontrolle über das Spiel. Gefährliche Torraumszenen blieben bis zur 17. Minute aber hüben wie drüben Mangelware. In dieser zeigte der agile Levent Aycicek ein starkes Solo, seinen satten aber unplatzierten Abschluss aus 18 Metern faustete Glinker fast bis zur Mittellinie. Was dann passierte lies Böses erahnen, der FCM hatte von nun an überhaupt keinen Zugriff mehr auf das Spiel. Phasenweise drückten die Bremer Bubis unseren Club richtig an die Wand. Obwohl die Bremer die FCM Abwehr nicht agressiv anliefen, ganz anders als das z.B. Erfurt oder Halle gemacht haben, verloren die Club-Kicker spätestens in Mittelkreisnähe sämtliche Bälle.

In der 27. Minute überlief der bärenstarke Marnon Busch den defensiv durchaus engagierten und auch nicht gerade langsamen Farrona-Pulido. Seine Flanke kam punktgenau auf den Kopf vom bulligen Stürmer Manneh. Nur Zentimeter ging es am Glinker-Kasten vorbei. Das Kunststück bei dieser Szene bestand darin, die Pille nicht im Tor zu versenken. Nur wenige Augenblicke später hielt Handke seinen Eisenschädel in einen Aycicek Schuss und klärte zur Ecke. Wiederum nur drei Minuten später rauschte ein Hilßner Freistoß knapp am Club-Tor vorbei. Das beängstigende in dieser Phase: Der FCM fand schlicht weg nicht statt. Alle Magdeburger reagierten nur, waren dabei stets einen Schritt hinter dran. Mit sehr viel Glück rettete sich der Club in die Pause.

Härtel stellte nun um und spiegelte mit einem 3-4-3 das Bremer System ebenfalls mit einer Raute im Mittelfeld. Wie ausgewechselt kam Magdeburg aus den Katakomben. Kurz nach Wiederanpfiff bediente Fuchs mit einem feinen Pass den gestarteten Beck, Hüsing klärte im letzten Augenblick. Ein leichter Elfmeterduft ging durch das Stadion. Aber diese Szene war viel mehr : Sie war wie das Ertönen der Kavallerietrompeten.

Kurz darauf (49. Minute) enteilte Farrona-Pulido seinem Gegenspieler Busch, Garcia kam ihm zu Hilfe und klärte zur Ecke. All jenes was die Bremer in der ersten Halbzeit in die Waagschale warfen, war nun von unseren Blau-Weißen zu sehen: bedingungsloser Einsatz, hohe Laufbereitschaft und schnelle Positionswechsel.

In der 54. Minute hielt Schiller nach einer missglückten Hüsing Abwehr einfach mal drauf. Bei dieser Fackel hatte Duffner im Tor der Werderaner (ersetzte in der Halbzeitpause den verletzten Wolf) keine Reaktion gezeigt. Da fehlte nicht viel; ein Tor lag jetzt in der Luft.

Lange mußten die 2.600 Zuschauer nicht mehr warten. Nachdem Hüsing Farrona-Pulido im Strafraum zu Fall brachte zeigte Referee Schütz auf den Punkt. Allerdings musste man den nicht zwingend geben. Sowislo war das völlig egal, er schob links unten zur Club-Führung ein (65. Minute). Betrachtet man nur die zweite Halbzeit war die Führung sogar verdient.  

Durch die jetzt aufrückenden Bremer bekamen unsere Domstädter zusätzliche Räume, die von Beck und Schiller (80. Minute) nicht genutzt werden konnten. Als der mal wieder sehr zweikampfstarke Löhmannsröben in der 85. Minute den Ball im Mittelfeld eroberte und ein Solo bis zur Strafraumgrenze ansetzte, in dessen Folge er den völlig freien Beck bediente, hätte es 0:2 stehen können; nein müssen. Beck versprang bei der Ballannahme der Ball - Duffner konnte klären.

Der nach dem Schlusspfiff völlig untröstliche Kruschke (ersetzte ab der 61.min Lars Fuchs) verlor in der Nachspielzeit den Ball an Aycicek. Dieser leitete nach rechts zum ebenfalls eingewechselten Kazior weiter -Aycicek bekam den Ball an der Strafraumgrenze wieder zurück. Sein abgefälschter Schuss schlug zum Entsetzen der 1.670 Gästefans rechts hinter Glinker ein.   

Kurz danach war Schluss. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit kann man von zwei verlorenen Punkten aus Club-Sicht sprechen. Betrachtet man aber das gesamte Spiel geht die Punkteteilung absolut in Ordnung. 

Schon am Dienstag geht es mit dem Flutlichtspiel gegen den Chemnitzer FC für den FCM weiter. In diesem Sinne - EINMAL IMMER.