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2. Ligaspiel der Saison - der 1. FCM gastiert in München

25.09.2020von Nicole OtrembaFußball
Geisterspiel in München - Elf gegen Elf

Und da ist das Wort des Jahres wieder so präsent. Corona ...

Corona lässt die Fans von 1860 draußen. Trotz der 10.500 verkauften Dauerkarten darf keiner ins Stadion an der Grünwalder Strasse. Da unsere Fans eh coronabedingt nicht vor Ort sein dürfen, hat keiner einen Fanbedingten Unterstützungsvorteil. Obwohl sich viele Fangruppierungen für einen Supportboykott ausgesprochen haben und ihr Team nicht mit Pauken und Gesängen unterstützen, sind die Zuschauer im Allgemeinen schon durch ihre Anwesenheit ein Motivationsfaktor. Gute Spielszenen werden lautstark bejubelt und das Team nach vorne gepeitscht. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Pfiffe und Supporteinstellungen lassen die Köpfe noch weiter nach unten sinken. Das Selbstvertrauen geht dahin.

Von daher treffen sich am Samstag nun zwei Mannschaften auf einem grünen Rasen. Dort sind zwei Tore aufgestellt und der Trainerstab nimmt auf der Bank Platz. Ein paar wenige Betreuer sind im Stadion zugelassen. Die Kontrollen sind streng, denn München ist eine der Corona-Hochburgen in Deutschland. Mundschutzpflicht auch auf größeren Plätzen und Märkten sind angeordnet. Da wird auch bei uns Magdeburgern geschaut, wer das Team begleiten wird.

Würde alles "normal" laufen, dann hätten wir letzten Sonntag eine Ansage von Block U vernommen. Es wären einige mit nach München gefahren, aber dieses Gefühl ... dieses Gefühl nach dem Abpfiff ... das wäre gleich. Man erwartet nun viel von einem Team, welches im Pokal eine Spielweise gezeigt hat, die man nun immer über 90 Minuten erwartet hat. Das dies natürlich nicht möglich ist, ist auch jedem klar. Aber die Art und Weise, wie man verloren hat ... nein, drastischer ausgedrückt ... untergegangen ist ... das hat viele sprachlos gemacht.

Was kann ein Trainer in einer so frühen Phase tun, damit er die Mannschaft auf den richtigen Weg bekommt? Mit einer "Alles wird gut"-Taktik braucht auch Trainer Thomas Hoßmang nicht um die Ecke kommen. Dafür stehen nun Spiele auf dem Programm, die alles von unserem Team abverlangen. 1860 München, Viktoria Köln, Dynamo Dresden. Wenn wir da nicht punkten, dann wird es dunkel wie die Nacht. Unruhig wird es jetzt schon. Wir Magdeburger sind anderes gewohnt. Wir wollen auch etwas anderes sehen. Besonders der Blick auf die Tabelle erscheint für viele eine Überwindung.

Eine Momentaufnahme

Aktuell sind wir bereits jetzt personell gebeutelt. Gerade die Abwehrreihe ist aufgrund von Verletzungen löchrig und wird irgendwie gestopft. Bei den Verpflichtungen hatte man sich noch gewundert, wieso man immer und immer wieder einen defensiv ausgerichteten Spieler verpflichtet. Wo sind die Offensivspieler? Tore. Wir wollen Tore sehen. Doch nun sage ich leise "Danke" und bin froh, wenn unser Trainerstab vier gesunde Abwehrspieler auf den Platz stellen kann. Er wird umbauen müssen. Viele erhoffen sich, dass Thore Jacobsen nun der "Heilsbringer" wird. Diesen Druck auszuhalten wird auch für ihn schwer. Zu viel haben wir schon erlebt. Nun ist neben den vielen Verletzten auch noch Adrian Malachowski mit gelb-rot gesperrt und unser zweiter Torhüter fällt verletzungsbedingt aus. Tolle Aussichten für ein Spiel was alles abfordern wird.

Unsere Vermutungen, dass man auf A-Jugendliche zurückgreifen muss, werden sich wohl bewahrheiten. Ein Blick auf die morgige Aufstellung wird mit einem komischen Gefühl begleitet. Helfen können wir nicht. Unterstützen auch nicht. Es können nur die Jungs auf dem Platz richten.

Hoffen wir, dass der Tabellenplatz nur eine kurze Momentaufnahme ist.

Hoffen wir, dass die Spieler auf dem Platz alles für den Verein und die Fans geben.

Wir verlangen:  Einsatz, Wille, Leidenschaft und Beißen bis zum Schluß.

Punkt.