Großer Kampf, Aufgeheizte Gemüter - Am Ende reicht es nur für einen Punkt

3. Spieltag, 2. Bundesliga _ Saison 2018/2019, 1.FC Magdeburg gegen FC Ingolstadt 04 1:1 (1:1)

Großer Kampf, Aufgeheizte Gemüter - Am Ende reicht es nur für einen Punkt

25.08.2018von Nicole OtrembaFußball
Großer Kampf, Aufgeheizte Gemüter - Am Ende reicht es nur für einen Punkt

Vor dem Spiel war die Stimmung bereits sehr positiv. Nach dem knapp verloren gegangenen Pokalspiel gegen Darmstadt, stand das nächste Punktspiel auf dem Programm. Es war klar, dass auch hier der Trainer wieder wechseln wird. Zum Punktspiel in Aue gab es allerdings nur einen Wechsel in der Startelf. Steffen Schäfer musste zuerst auf der Bank Platz nehmen. Dafür kam Christopher Handke wieder zu seinem Startelfeinsatz. 

Obwohl viele aus dem Pokalspiel wieder auf der Bank saßen, war das Spiel dennoch sehr offensiv geprägt. Gleich nach Anpfiff ging es los wie die Feuerwehr. Die Schanzer wussten gar nicht wo es herkam. Und dann war der Ball bereits in der 3. MInute im Tor. Großer Jubel auf den Tribünen. Das war ja ein Start nach Maß ... aber Pustekuchen. Die Abseitsfahne war oben und das Tor von Beckus zählte nicht. Unverständnis machte sich breit und das Schiedsrichtertrio hatte zunehmend einen schweren Stand im HKS. Allerdings hatten sie auch ihren Anteil daran, denn 10 Minuten später gab es einen Eckball für uns, den Kapitän Nils Butzen selber ins Tor reindrehte. Der Ball im Tor, der Jubel groß ... aber... wieder KEIN Tor. Der Torwart wurde von Björn Rother behindert und es wurde als Foulspiel gewertet. Das Stadion war außer sich. Pfeifkonzerte nahmen an Fahrt auf. 

Und es ging so weiter. Die Aufregung nahm auch nicht ab, denn in der 19. Minute wurde Christian Beck im Strafraum im Gesicht getroffen und ging zu Boden. Wieder kein Pfiff. Kein Elfmeter, obwohl uns hier wirklich einer verwehrt wurde. Da es aber auch keinen Videobeweis gibt, ist es eine Tatsachenentscheidung und ab diesem Zeitpunkt haderte nicht nur das Publikum mit dem Schiedsrichter. Ein Spieler konnte machen was er wollte, er bekam einfach kein Foul für sich gepfiffen. Er wurde gestossen, gezogen und getreten ... Schiedsrichter Thorben Siewer winkte immer nur ab und Beckus haderte mit sich und den Entscheidungen.

Nach zwei irregulären Treffern und einem nicht gegebenen Elfmeter gab es dann doch Jubelstürme im Stadion. Dennis Erdmann bekam den Freistoßball im Strafraum zugespielt, legte ihn sich in der 29. Minute noch selber vor und verwandelt eiskalt. Schnell schaute jeder auf den Linienrichter, doch das Tor zählte dieses Mal. Kein Abseits, keine Torwartbehinderung. Ein schönes, reguläres Tor. Die Stimmung wurde um einen Müh lauter. Obwohl es lauter eigentlich gar nicht zu geben schien. Von den mitgereisten 300 Gästefans hörte man nichts über 90 Minuten. Sie schwangen zwar munter ihre Fahnen, doch stimmungsmäßig konnten sie nicht einen Deut dagegenhalten.

Kurz darauf reagierte Ingolstadts Trainer Stefan Leitl und nimmt den gelb verwarnten Frederic Ananou aus dem Spiel. Nach seiner frühen gelben Karte in der 3.min hatte er noch zwei weitere Foulspiele gezogen und hätte eigentlich schon längst den Platz verlassen müssen. Doch auch das war ein Puzzleteil an den lautsarken Reaktionen der anwesenden Zuschauer, die das Fass immer wieder zum Überlaufen brachte. Kurz vor der Pause dann der nächste Aufreger. Jeder gewonnene Zweikampf wurde von unseren Fans mit Applaus honoriert und dann ging Aleksandar Ignjovski gegen Thorsten Röcher zum Ball. Was nach einem Freistoß für uns aussah, wurde allerdings für Ingolstadt gepfiffen. Was dann kam, musste irgendwie kommen. Der Freistoß von Sonny Kittel ging direkt ins Tor. Die Diskussionen, dass drei Ingolstädter im Abseits standen und/oder ob unser Torhüter Jasmin Fejzic behindert wurde, schlugen fehl. Der Treffer zählte. Somit machte Ingolstadt aus einer Chance ein Tor. 

Erinnerungen aus dem ersten Heimspiel gegen St. Pauli kamen wieder hoch. Zuerst die frühe Führung, dann ein Gegentreffer aus dem Nichts. Ein Gästetrainer der seine Auswechselbank früh zur Erwärmung schickte. Der Club rannte. Die Gäste verteidigten.

Vor dem Pausenpfiff, noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit dann Rudelbildung auf dem Rasen. Einen Zweikampf zwischen Ex Dynamo Spieler Stefan Kutschke und Björn Rother ließen alle Sicherungen auf dem Platz durchbrennen. Nun kamen alle Spieler schnell zusammen und es wurde geschubst und gepöbelt. Am Ende sahen die beiden Akteure einen gelben Karton und Schiri Siewer pfiff schnell zur Pause. Doch der Gang in die Kabine verlief etwas komplizierter, denn immer wieder gerieten Spieler aneinander und der Betreuerstab hatte sein Tun, um alle irgendwie auseinander zu halten.

Nach der Pause ging es aufgeheizt weiter. Die Pfiffe von den Rängen brannten immer wieder auf. Die Schiedsrichterentscheidungen waren weiterhin sehr fragwürdig, doch er zog seinen Stiefel weiter durch. 

Von der Spannung her, ließen beim Club die Kräfte etwas nach und die Gäste kamen mehr und mehr ins Spiel. Richtige Torchancen kamen allerdings nicht dabei heraus. Unser Offensivdrang wurde oft unterbunden und das Quäntchen Glück fehlte letzten endes. Von daher kann man die zweite Hälfte schnell zusammenfassen. Das Tor vorne fehlte, hinten hatte der Club mehr zu tun, aber einen weiteren Treffer ließen wir nicht zu. Das Spiel kostete viel Kraft. Tobias Müller musste verletzungsbedingt in der 70. Minute den Rasen verlassen, wurde aber durch Steffen Schäfer adäquat ersetzt.

Am Ende haben wir einen Punkt sicher, aber zwei verloren. Einer ist besser als keiner ... sagt das Phrasenschwein.

Von daher belassen wir es dabei. Wir ärgern uns noch ein wenig und hoffen auf Punkte in Kiel. irgendwo müssen wir ja anfangen.

Sport Frei!