Hannes unvergessen - Das lange Warten auf das Quäntchen Glück

Heimniederlage gegen den FC Hansa Rostock

Hannes unvergessen - Das lange Warten auf das Quäntchen Glück

19.10.2019von Nicole OtrembaFußball
Hannes unvergessen - Das lange Warten auf das Quäntchen Glück

Der Kolke hält und hält. Der Kolke faustet weg und wieder weg. 

So hätte man die ersten 30 Minuten des Spiels locker füllen können. Markus Kolke, Torwart beim FC Hansa Rostock, hielt sein Team im Spiel und brachte unsere Mannschaft schier zur Verzweiflung. Unsere Mannschaft hatte den Gegner im Griff. Die Spielzüge kamen immer wieder auf das Tor, doch Markus Kolke hatte seine Fäuste immer wieder dazwischen. Er faustete weg, was auf sein Tor ging. Noch hatten wir die Hoffnung, dass sich dieses Spiel zu unseren Gunsten drehen würde. Ein Tor würde so viel bringen. Doch der Ball wollte einfach nicht im Netz zappeln. Der Club hatte das Spiel im Griff und gab es dann aus den Händen. 

Nachdem Nik Omladic in der 32. Minute den Führungstreffer erzielte, rieben wir uns die Augen. Das war der erste Vorstoß der Rostocker, Morten Behrens bis dato beschäftigungslos, ließ den Ball passieren und der Rest konnte ihn vorher nicht klären. Bedröbbelt und völlig perplex schauten wir zu, wie die Rostocker jubelten. Unter ihnen das altbekannte Trainergespann Jens Härtel und Ronny Thielemann. Danach war plötzlich alles anders. Der Club gab das Spiel aus der Hand. Die Rostocker spielten befreiter auf und kamen so zu ihren Chancen. Irgendwie war der Wurm drin. Aber so richtig. Bis zur Halbzeitpause hofften wir, dass es lediglich beim 0:1 blieb.

Unser Team kam schnell aus der Kabine. Sie wollten noch etwas bewegen. Doch was sie den knapp 22.000 Zuschauern präsentierten sah nicht nach Ausgleich aus. Völlig von der Rolle, folgten Zuspielfehler und der Ball wurde ihnen zu leicht abgenommen. So hatte sich das unser Trainer Stefan Krämer auch nicht vorgestellt. Doch die Bank gab heute keinen zusätzlichen Esprit, den wir erhofften. Mit den eingewechselten Anthony Roczen und Sirlord Conteh kamen zwei offensive Spieler, doch die Durchschlagskraft ließ dennoch zu Wünschen übrig. Eher hatten die Gäste noch die Möglichkeit das Ergebnis hochzuschrauben. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zu Letzt und Schluß ist erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Er pfiff des Öfteren, aber nicht so, wie die Magdeburger Fans es sich erhofften. Es blieb beim enttäuschenden 0:1 Endstand.

Der Support im Detail

Das Spiel wurde von zwei Choreografien begleitet. Zu Beginn folgte eine Schweigeminute, danach war Block U komplett in schwarz gehüllt. Dann zogen sie ein übergroßes Hannesportrait hoch. Applaus brandete auf und danach wurde das Bild noch rot umrandet. Da die Rostocker bereits nach der Schweigeminute die Leuchtmittel einsetzten und ihren Block in Nebel hüllten, folgte eine Spielunterbrechung. Die Sicht im Stadion war nicht gut, der beißende Geruch verzog sich nur langsam. Nach knapp 2 Minuten wurde das Spiel wieder angepfiffen. Noch etwas neblig im Rund machten die Fanblöcke ordentlichen Support und nahmen sich zum Teil auch selbst auf den Arm. Als die Gäste ein lautes "Hansa" riefen, konterten unsere mit einem "Schweine". Das gleiche folgte wieder und die Hanseaten setzten ein "Hooligans" dran. In Runde vier ergänzten unsere die ersten Rufe mit "Fo....". In Runde 5 warteten schon alle auf den nächsten Schlagabtausch, folgte ein "Wessis" von den Rostockern. Ein Lächeln umspielte viele Gesichter und Block U konterte in Runde 6 mit "Ostdeutschland". Nach Runde 6 war Schluß und man besann sich wieder auf die eigentlichen Gesänge.

In der ersten Halbzeit wurde dann auch ordentlich gehüpft. So sollte es auch sein und war sogar ausdrücklich gewünscht. Die Stimmung änderte sich allerdings und in Halbzeit Zwei war es fast nur noch Block U, die Stimmung machten, da sich der Rest auf die Entscheidungen der Schiedsrichter fokussierte. Nach 90 Minuten war dann auch bei Block U der Ofen aus. Die Gäste dagegen feierten bis nach Abpfiff. 

Lautstarken Support sind wir von beiden Fanlagern gewohnt und das war heute auch wieder etwas für die Ohren. So haben wir uns das vorgestellt. Nur nicht mit diesem Ergebnis. Egal. Abhaken und wieder in Köln Gas geben. So oder so ähnlich hat es auch am Ende der Capo zur Mannschaft gesagt.

Bedröppelt gingen die Spieler vom Platz. Die Interviews am Ende waren lästiges Beiwerk. keiner hatte Lust irgendetwas zu diesem Spiel zu sagen. Von daher belassen auch wir es heute dabei. Es war eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen. Aber gibt diese Niederlage eventuell auch den Anstoß zu etwas Neuem?

Wir werden es sehen.

In diesem Sinne. Bleibt uns gewogen.