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25. Spieltag Regionalliga Nord 2011/2012: 1. FC Magdeburg gegen Berliner AK 07 1:2 (0:1)

25.03.2012von Norman SeidlerFußball
Harter Hund, bunte Pfeile, rote Laterne, alte Leier, 1. FC Magdeburg

Der FCM bricht alle Rekorde! Platz 18 weiter gefestigt! Die Berliner Athleten lachen sich am heutigen Nachmittag in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts schlapp und kassieren drei Punkte.
Die Elbestädter bleiben im 13. Heimspiel ohne Sieg, so etwas gab es noch nie.

Mit großer Verwunderung vernahm man die Leere des Block U 1. FC Magdeburg, das Herz der Ultra-Bewegung des Vorzeigevereines der Magdeburger.
Die Ultras waren vor dem Anpfiff zum Spiel des 25. Spieltages der laufenden Saison verschwunden und alle dachten an einen Boykott.

Plötzlich erscheinen Menschen mit selbstgebastelten Pfeilen auf der Gegengerade und der allgemeine Zuschauer hat ein Fragezeichen im Gesicht.

Als Schiedsrichter Daniel Riehl aus Bremen die Partie zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Berliner AK von 1907 einläutet, dämmert es mit einem Mal.

Rund 50 weitere Ultras erscheinen auf der gegenüberliegenden Seite von Block U, auf der Südtribüne. Jeder mit einem Pfeil bewaffnet läuten sie eine sarkastische Aktion ein: sie zeigen der Mannschaft, wo es zum gegnerischen Tor geht. "Hier her!" brüllen sie und fuchteln mit den Himmelsweisern in Richtung des Tores von Christoph Haker, dem Gästetorwart.

Der Rest, der noch im Block U verblieben ist präsentiert das Spruchband mit der Aufschrift "Wir zeigen euch, wo das Tor steht".

Das Publikum von 2.793 Zuschauern muss lautstark lachen und honoriert diese Aktion schnell mit Beifall, die Ultras ziehen 2 x 45 Minuten auf den jeweiligen Seiten durch...!


Doch nicht nur die abschlussschwache Mannschaft stand im Fokus (15 Treffer in 24 Spielen): auch Stephan Neumann, Urgestein in der FCM-Abwehr, bekam sein Fett weg. In diesem Falle aber positiv, denn heute bestritt der sympathische Vollblutmagdeburger sein 300. Punktspiel beim FCM und kassierte das Lob der Vereinsführung. An dieser Stelle ein großes Dankeschön und Hut ab!

Für die Berliner in roten Trikots (ohne Nikol und Brunnemann) ist es zunächst kein leichter Einstieg in die Partie. Doch auch die Gastgeber in Blau-Weiß (ohne Lenk, Friebertshäuser, Bärje und dafür mit Butzen, Jovanovic und Burdenski von Beginn an) haben Ladehemmung.

Schnell schmerzen die Backen vom Dauergrinsen durch sich umherbewegende Pfeile auf der Südtribüne.

Spielerisch bleiben Glanzpunkte bis zur Führung der Gäste nämlich aus. In Minute 22 dann wieder ein neuer Rekord: 500 Minuten ist der FCM schon ohne Tor.

Doch es kommt noch dicker: die Gäste aus Berlin gehen in der 24. Minute nach einem Schlenzer von Avcioglu mit der allerersten Tormöglichkeit des Spiels in Führung. Aus 18 Metern versenkt der Spieler der Bundeshauptstädter halbhoch links im Tor von Matthias Tischer.

Magdeburg mit wenig konzentrierten Aktionen nach vorn, der BAK immerhin mit Möglichkeiten.

So auch durch Querflanke von Paul van Humbeeck auf Jörn Wemmer. Doch der Spieler mit der Nummer 20 verzieht den hereinkommenden Ball ins Toraus (33. Minute).

Kurz danach ist Schluß für den frisch aufgebotenen Jovanovic auf FCM-Seite. Er muss verletzt vom Feld und für ihn kommt Denis Wolf in die Partie (36.).

Und vor der Halbzeit kommt der Vorlagengeber selbst noch einmal in Aktion. Nach Flanke von Altiparmak köpft er über das Tor des 1. FCM (43. Spielminute).

 

Beide Trainer reagieren. Härtel schickt Denis Osadchenko in die Partie und nimmt Henning Lichte runter, beim FCM kommt Dawid Krieger rein und Tobias Becker muss weichen.

Den ersten Torschuß markiert dann eben auch der eingewechselte Deutsch-Pole - nach starkem Durchsetzen im Mittelfeld - aus 20 Metern zentraler Entfernung. Doch Christoph Haker ist zur Stelle und pariert sicher (55.).

Die Berliner Athleten verhalten sich jedoch stets clever und suchen vorallem Chancen nach Standards, erzeugen damit auch große Gefahr vor dem FCM-Tor.

Eine Altiparmak-Ecke kann Marco Kurth am kurzen Pfosten nicht klären und Ali Avcioglu köpft blitzschnell. Doch er trifft genau den Bauch von Tischer, der gut reagiert (57. Minute).

Paul van Humbeeck (im Sommer von Ex-FCM-Trainer Sandhowe nach Vorspielen weggeschickt) markiert in der 61. Minute ein gutes Solo, verzieht dann jedoch rechts am Tor von Tischer vorbei.

Sieben Minuten später haben die Berliner dann sogar eine Doppelchance: erst schießt der einwechselte Akgün rechts am Tor vorbei (Distanz gut 13 Meter), dann ist wieder Avcioglu nach einer Ecke von Altiparmak per Kopf zur Stelle und erwischt erneut Tischer, der reflexartig reagiert (68.).

In der 71. Minute verlässt auch der heute glücklose Fabio Viteritti beim 1. FC Magdeburg das Feld. Für ihn kommt der kahlgeschorene Christof Köhne in die Partie, der folglich Impulse im FCM-Spiel setzen kann.

74. Minute: Köhne schlägt eine saubere Flanke auf Angreifer Krieger, der köpft zwei Meter rechts vorbei.

Danach wieder die Gäste, wieder Altiparmak mit Ecke von rechts, doch dieses Mal verpasst Can Akgün die längst überfällige 2:0 Führung für Berlin (77.).

Und zurück: Burdenski ist im Fünfmeterraum und überflankt Torwart Haker, von hinten kommt Köhne angerauscht und haut auf das freie Tor: ein Berliner Bein kann noch den Ausgleich verhindern.

Die folgende Ecke von Kurth sitzt jedoch: den langen Ball hämmert Wright unbedrängt per Kopf in das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 (78.).

Und die Gastgeber können sogar fast noch zum 2:1 in Front gehen: erst nimmt Marco Kurth einen herantaumelnden Ball Volley, erwischt dabei aber wieder einen Roten. Der Abpraller kommt zu Wright, der den Ball am Tor vorbei setzt (85. Spielminute).

Den Schlußpunkt setzt jedoch der Berliner AK durch Metin Cakmak. Nach einer Ecke von Christopher Blazynski kann der 24-jährige am langen Pfosten unbedrängt zum verdienten 2:1 Auswärtserfolg einschieben (88.).

Und den Schlußpfiff übernimmt letztlich Daniel Riehl, in den die Zuschauer einstimmig übergreifen.

Leider spricht der Tabellenplatz des 1. FC Magdeburg weiterhin Bände, die sportliche und mannschaftliche Entwicklung haben seit Spieltag 1 Rückschritte erlebt. An der Elbe kann man von Glück reden, dass es dieses Jahr keinen Absteiger gibt, Blau-Weiß wäre Kandidat Nummer eins.