Meilenstein erreicht - FCM schreibt mit Sieg in Sandhausen Vereinsgeschichte

8. Spieltag, 2. Bundesliga Saison 2018/2019: SV Sandhausen gegen 1. FC Magdeburg 0:1 (0:0)

Meilenstein erreicht - FCM schreibt mit Sieg in Sandhausen Vereinsgeschichte

30.09.2018von Sportfotos-MDFußball
Meilenstein erreicht - FCM schreibt mit Sieg in Sandhausen Vereinsgeschichte

Es ist vollbracht. Am 8. Spieltag fährt der Club  in Sandhausen den ersten Dreier der Saison ein und gewinnt eine niveauarme Partie durch ein Kopfballtor von Christian Beck mit 1:0 vor 7.352 Fans im BWT-Stadion am Hardtwald. Die goldene Bude in der 73. Spielminute war zugleich von historischem Wert, bedeutete sie doch die erste volle Punkteausbeute in der blau-weißen Zweitligavereinsgeschichte.

Beide Teams mit Dreierketten

Der Trainer der Hausherren, Kenan Kocak musste die Spieler Förster und Paparada ersetzen, die sich beim Sieg in Aue unter der Woche verletzt hatten. Rossipal und Gouaida rückten in die Startelf. Das System (3-5-2) änderte Kenan Kocak nicht. Genauso wie sein Magdeburger Pendant Jens Härtel - identisches System (3-4-3) dafür aber gleich fünf Änderungen. In der Abwehr startete Erdmann für Handke, im Mittelfeld begannen Hammann und Ignovski für Niemeyer und Weil und im Sturm rotierten Beck und Türpitz für Bülter sowie Lohkemper in das vorderste Glied. Die Gastgeber erwischten den besseren Start und hatten nach Vorarbeit von Verlaat und Rossipal durch Schleusener (6.) die erste gefährliche Aktion des Spiels. – Brunst verhinderte den frühen Rückstand. Beim Club sorgten Beck per Kopf (13.) und Erdmann mit einem Distanzschuss (15.) für Torannäherungen. Dadurch, dass sowohl Sandhausen als auch der FCM mit Dreierketten agierten die im gegnerischen Ballbesitz zu Fünferketten wurden, war das Spieltempo gering. In der folgenden Viertelstunde neutralisierten sich die Kontrahenten. Dann wurde es wieder verheißungsvoll: Beck eroberte einen zweiten Ball und fand Butzen im Strafraum, der sich im 16er behaupten konnte und in seinem Rücken Costly fand. Der Schlenzer kam zentral, sodass Lomb im Tor der Baden-Würtemberger keine Probleme hatte (29.). Als Schiedsrichter Florian Heft schon die Pfeife im Mund hatte und zur Halbzeit bitten wollte, schlug Linsmayer den Derbystar für seine Farben in die Magdeburger Box. Bregerie rutschte das Spielgerät beim Befreiungsschlag über den Spann und plötzlich zappelte das Außennetz – ein Raunen ging durch das BWT- Stadion. Torlos ging es in die Pause.

Beck nickt ein

Der Start in den zweiten Durchgang verlief wieder schleppend  – bei beiden Mannschaften war die Fehlpassquote hoch. Wie so häufig in dieser Partie war das Allheilmittel der lange Ball über die Mittelfeldreihen, der zumeist beim Gegner landete. Es gibt Spiele, da spricht man von einem 0:0 der besseren Art – dieses war eines der Schlechteren. Gefühlt war der Kurs ganz klar auf torlosem Remis, da Costly auch noch ein Elfmeterpfiff verwehrt blieb (65.)  Aber dann klingelte es doch noch - 73. Minuten waren absolviert. Einwurf Türpitz auf Beck – Ablage auf Hammann – Flanke von Hammann auf Niemeyer. Der Aufsetzerquerschläger des eingewechselten Flügelspielers (kam für Butzen / 70.) landete bei Beck, der das Leder sehenswert per Kopf in der langen Ecke versenkte. Als der ebenfalls eingewechselte Guede den Ball 60 Sekunden vor Schluss neben den Brunstkasten setzte, war es wenige Augenblicke später geschafft. Yesssssss, Blau-Weiß hat erstmals die volle Punkteausbeute in der zweiten Liga einfahren können.

Am kommenden Sonnabend kommt es im heimischen HKS zum Duell mit Dynamo Dresden. Vor ausverkaufter Hütte gibt es diese Begegnung erstmals seit der Saison 2016/2017 wieder. Sport frei.

Die Einschätzungen der Trainer:

Jens Härtel (Magdeburg):

"Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt einen Haken am ersten Sieg im achten Anlauf dranhaben. Es war kein Spiel für Fußballästheten. Wir haben Sandhausen unseren Stil aufgezwungen – haben gut gestanden und wenig zugelassen. Es gab nicht viele Torchancen auf beiden Seiten. Schleusener hatte in der ersten Halbzeit die beste Gelegenheit. In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner nicht mehr ganz so hoch angelaufen. Da standen wir ein Stück tiefer, aber dennoch stabil. Das Tor war dann sicherlich ein wenig glücklich – diesmal haben wir den Vorsprung auch in das Ziel gerettet. Das ein oder andere Mal mussten wir noch leiden, aber in Summe haben wir uns den Dreier verdient."

Kenan Kocak (Sandhausen):

„Glückwunsch an Magdeburg zu den drei Punkten. Es war kein gutes Spiel für die Zuschauer. Das Spiel hatte kein gutes Niveau. Mein Team hat sehr schlecht gespielt – da möchte ich auch nichts schön reden. Ich hab davor gewarnt, dass die Punkte gegen Magdeburg nicht von alleine kommen und wir die richtige Einstellung zum Spiel finden müssen. Bei so einem Spiel können Kleinigkeiten entscheiden und das Glück war heute auf der Seite von Magdeburg. Wir konnten nicht mal annähernd die Form vom letzen Mittwoch in Aue erreichen."