Mit neuem Selbstvertrauen in das nächste 6-Punkte-Spiel

Ein rückblickendes Fazit zum Heimsieg gegen Aue und ein Ausblick zum Auswärtsspiel in Ingolstadt

Mit neuem Selbstvertrauen in das nächste 6-Punkte-Spiel

31.01.2019von Nicole OtrembaFußball
Mit neuem Selbstvertrauen in das nächste 6-Punkte-Spiel

Der neue Rasen sah nicht nur gut aus, er brachte sogar Glück. Auf dem satten Grün spielte sich unser Team langsam gegen Erzgebirge Aue ein.

Ein Blick zurück ...

Na? Immer noch ein Grinsen im Gesicht, wenn ihr an den ersten Heimsieg denkt? Dabei sah es mit dem Anpfiff gar nicht nach einem erfolgreichen Spiel aus. Der Anstoß von Aue war kurios und plötzlich kam ein langer Ball auf Georgi Loria, knallte an den Pfosten und dann ins Toraus. Puhh. Da wurde erstmal kurz Luft geholt im HKS und viele, die noch gar nicht auf den Plätzen waren fragten den Nachbarn "Was war DAS jetzt?". Ein kleiner Schreckmoment, aber dann spielten beide Teams erstmal Fussball. Nicht aufregend, denn die hochprozentigen Chancen waren auf beiden Seiten eher Mangelware. Das Spiel plätscherte so dahin.

Auf den Rängen versuchte Block U den Rest des Stadions mitzunehmen und die Kälte aus den Gliedern zu singen. Das klappte auf alle Fälle genauso gut, wie bei den anderen Heimspielen zuvor. Der Wechselgesang war ebenso vertreten, wie alte Lieder und die Hoffnung "Schiesst ein Tor Club ... bitte schiesst ein Tor Club ...". Mitunter hörte es sich an wie ein  Flehen, denn das Spiel riss einem nicht vom Hocker. Die offensiven Bemühungen blieben ohne Erfolg. Unsere Abwehr hatte ordentlich zu tun und musste immer auf der Hut sein, ohne, dass die Gäste allerdings gefährlich vor unser Tor kamen.

Im Laufe der ersten Halbzeit kassierte Neuzugang Timo Perthel gleich mal frühzeitig die gelbe Karte. Der Gegner musste lange behandelt werden, dachte sich allerdings, dass der Weg nach Draußen doch zu weit wäre und konnte urplötzlich wieder voll angreifen, ohne den Platz verlassen zu haben. Da hatte er nun ganz viele Freunde, die ihn hörbar die nächsten Minuten begleiteten.

Aue versuchte es spielerisch und kam an Jan Kirchhoff, Marius Bülter, Dennis Erdmann, Tobias Müller und Timo Perthel nicht vorbei. Das hatten sie so nicht erwartet. Besonders Pascal Testroet nicht, der völlig abgemeldet wurde und so gar keinen Stich nach vorne sah. Also versuchten sie es auf die andere Weise. Mit Foulspielen. Doch hier agierte der Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck vorbildlich. Er pfiff für beide Seiten, sah aber auch, wenn man ein Foul aktiv herausholen wollte und ließ das Spiel weiterlaufen. Das erhitzte zwar die Gemüter, machte das Spiel dann zum Ende der ersten Halbzeit aber interessanter.

Als bereits viele den Gang von der Tribüne hinunter antraten, um sich mit Getränken und Wurst zu versorgen, wurde der Ball plötzlich mustergültig für Felix Lohkemper durchgesteckt und er lief alleine auf das gegnerische Tor und Torwart Martin Männel zu. Er lief und lief und alle standen plötzlich wie in Zeitlupe auf den Rängen auf. Mit den Worten im Mund "Jaaaaaaa...." schossen knapp 18.000 Magdeburger Fans den Ball gemeinsam mit Lohkemper an Männel vorbei ins Netz. Riesen Jubel auf den Rängen. Frust bei denen die gerade an der Bierbude standen und den Jubel nur hörten.

Es wurde nachgespielt und prompt wäre auch der Ausgleichstreffer gefallen, doch die ganze Mannschaft warf sich in die Bälle und hielt den Vorsprung fest.

Halbzeit ZWEI ...

Es gibt erfahrungsgemäß immer eine richtig gute Halbzeit vom Club während eines Spieles. Da wir doch von den ersten 45 Minuten enttäuscht waren, erkoren wir vorab die 2. Halbzeit als die Starke heraus. Wir wurden nicht enttäuscht. Aue wollte den Fehler wieder gutmachen und der Club wollte nachlegen.

Christian Beck stand dann auch frei vor Männel und konnte sich die Ecke aussuchen, schoss ihn allerdings an und konnte somit nicht das 2:0 erzielen. Ebenso erging es auch Dennis Erdmann, der kurz darauf den Kopfball noch auf den Rasen aufsetzen wollte, an Männel vorbei, um das Stadion erneut in Exstase zu versetzen. Doch auch hier war Torwart Männel zur Stelle. Es war zum Haare raufen. Und dann kommt das kleine Männchen in einem hoch und flüstert leise ins Ohr "Na wenn sich das nicht noch rächen wird".

Wir schrieben die 74. Minute und normalerweise wird die Fanzahl verkündet, da pfiff Schiri Jöllenbeck ein Foul gegen uns. Jan Kirchhoff grätschte kurz vorher den Ball weg. Sein Gegenspieler hob ab und fiel. Im Strafraum. Der Schiri zeigte auf den Elfmeterpunkt. Totale Fassungslosigkeit auf den Rängen. Hätten wir den Videobeweis gehabt, hätte sich Köln gemeldet. Da waren wir uns sicher. Es gab aber kein "Köln", es gab einen Linienrichter, der die Entscheidung von Jöllenbeck in Frage stellte und die Situation richtig einschätzte. Jöllenbeck ließ sich aufklären und nahm den Elfmeter zurück. Aue war außer sich. Das Stadion jubelte. Das Spiel lief weiter und die Zuschauerzahl wurde in der 77. Minute kundgetan.

Die letzten 10 Minuten war Schnappatmung pur. Der Club stellte sich hinten rein, Aue drückte unaufhörlich. Die Bälle wurden nur noch wild aus unserem Strafraum nach vorne geschlagen. Was in anderen Spielen allerdings nicht von Erfolg gekrönt war, war dieses Mal mit einem guten Ende besehen.

Nach 93 Minuten lagen sich die Zuschauer, Betreuer und Spieler in den Armen. Tonnenweise fielen Felsbrocken von den Herzen vieler Anwesenden. Der ERSTE Heimsieg war vollbracht.

Der Ausblick auf Freitagabend ...

Kellerduell am Freitagabend. Flutlichtspiel im Audi Sportpark zu Ingolstadt. Ingolstadt gewann auch das erste Spiel nach der Winterpause durch einen Elfmeter mit 1:0 bei Greuther Fürth. Somit konnte sich der Club mit dem Sieg keine Luft verschaffen. Das Spiel wird somit zum nächsten 6-Punkte-Spiel. Wer verliert steckt weiterhin tief unten drin.

Trainer Michael Oenning hat seine Wunschaufstellung schon im Kopf. Verraten wird er sie erst am Freitag. Ob er uns wieder überraschen wird? Wird er Alexander Brunst ins Tor beordern oder ist unser Neuzugang wirklich unsere neue Nummer 1? Seine Leistung konnte er gegen Aue den Skeptikern präsentieren. Unsicher ist anders. Er strahlte eine Ruhe aus, die die Abwehrreihe auch übernommen hatte. Das hat er auf alle Fälle mit Brunst gemeinsam.

Wir freuen uns auf das nächste Spiel und hoffen, dass wir auch hiervon positiv berichten können. Seid also gespannt und drückt ordentlich die Daumen, wenn es am Freitagabend wieder losgeht ... im Haifischbecken 2. Liga.

"Hier regiert der FCM"

In diesem Sinne. Sport Frei!