Niederlage in Darmstadt - Blau-Weiß verliert nach kalter Dusche kurz vor der Pause die Kontrolle

12. Spieltag 2. Bundesliga der Saison 2018/2019: SV Darmstadt 98 gegen 1. FC Magdeburg 3:1 (1:0)

Niederlage in Darmstadt - Blau-Weiß verliert nach kalter Dusche kurz vor der Pause die Kontrolle

03.11.2018von Sportfotos MagdeburgFußball
Niederlage in Darmstadt - Blau-Weiß verliert nach kalter Dusche kurz vor der Pause die Kontrolle

Am 12. Spieltag der Saison 2018/2019 verliert der Club seine Punktspielpremiere gegen den SV Darmstadt 98 mit 3:1. Der Club begann forsch und hatte das Geschehen im ersten Durchgang kontrolliert. Kurz vor der Pause die Ernüchterung – Dursun traf zur Führung der Hausherren, die deutlich verbessert aus der Kabine kamen. Medojevic baute die Führung unter Mithilfe von Nico Hammann aus (60.). Dann mussten Erdmann (63.) und Holland (69.) mit jeweils gelb-rot vom Platz und Blau-Weiß konnte prompt durch einen Bülter-Schlenzer aus 18 Metern verkürzen (71.). Die Hoffnungen der Club-Fans auf einen Punktgewinn zerstörte Darmstadts Kapitän Zulu mit seinem Kopfballtreffer zum 3:1 10 Minuten vor dem Abpfiff.

Dirk Schuster änderte seine Startelf  im Vergleich zum 2:0 Heimsieg vor einer Woche gegen Fürth nicht. Jens Härtel standen dagegen wieder die gegen Hamburg gesperrten Erdmann und Müller zur Verfügung. Zudem rutschten Handke und Hammann in die Startelf und bildeten das Innenverteidigerpärchen.

Im Magdeburger Auswärtsblock wurde vor dem Anpfiff ein Banner ausgerollt: „Harte Arbeit zahlt sich aus. Trainer und Team – wir glauben an Euch.“ Vor 15.410 begann der Club auch gleich sehr gefällig und hatte nach drei Zeigerumdrehungen die erste sehr gute Gelegenheit. Handke brachte einen langen Einwurf in das Zentrum zu Beck, der auf Türpitz verlängerte. Torpedos Vollspanngeschoss rauchte leider einen Meter über den Kasten. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit spielte sich das Geschehen in der kampfbetonten Partie zumeist zwischen den Strafräumen ab. Beide Teams spielten im letzten Drittel zu ungenau oder die Torhüter verhinderten den finalen Pass. So rettete Brunst per Faustabwehr vor dem aufgerückten Holland (15.). Auf der anderen Seite war Heuer Fernandes vor Beck zur Stelle (21.). Der Club war in Summe aktiver und die bessere Mannschaft auf dem Platz ohne aber selber Torgefahr ausstrahlen zu können. Als der Kurs eigentlich auf 0:0 zur Halbzeit war schlug der linke Außenstürmer der Lilien Joevin Jones eine scharfe flache Flanke in die Box des Clubs. Dursun hielt den Fuß rein – 1:0 (43.).

Ohne Wechsel ging es in die zweite Halbzeit. Aber Blau-Weiß wirkte geschockt und angeknockt, ob der kalten Dusche wenige Minuten zuvor. Die Hessen waren nun deutlich ballsicherer und kombinierten sich einige Male durch unseren Abwehrverbund. Zulu (47.) und Jones (53.) vergaben beste Gelegenheiten. Nach einer guten Stunde war es dann doch passiert. Hammann fälschte eine Flanke von Medojevic unhaltbar für Brunst ins eigene Netz. Als Erdmann wenige Minuten später mit gelb-rot vom Platz musste sah es nach einem ganz bitteren Nachmittag aus. Holland tat es ihm aber nach und sah ebenfalls die Ampelkarte. Den zusätzlichen Raum nutze Bülter und traf sehenswert zum Anschluss. Das ganz große Aufbäumen wie gegen Paderborn oder Dresden blieb in der Folge leider aus. Die kampfbetonte und intensiv geführte Partie hatte zu große Kraftreserven verbracht. Dabei spielte Darmstadt unter der Woche noch im DFB-Pokal – Blau-Weiß hätte eigentlich mehr Sprit im Tank haben müssen. Davon merkte man leider nichts und so war es Zulu, der eine Freistoßflanke von Kempe über die Linie drückte und die Partie endgültig entschied. Von den Teams, die hinter dem Club in der Tabelle stehen konnte nur Duisburg die volle Punktzahl einfahren (2:0 gegen Paderborn),  sodass der Club weiterhin auf dem 15. Tabellenplatz rangiert. Am kommenden Sonntag ist dann Regensburg zu Gast im HKS. Sport frei.

Die Stimmen der Trainer:

Jens Härtel (Magdeburg):

„Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, dann ist der Sieg für Darmstadt nicht ganz unverdient.Trotzdem sind wir gut in das Spiel reingekommen und hatten direkt durch Türpitz eine gute Gelegenheit. Ansonsten haben wir wenig zugelassen – hatten selber in der Offensive aber auch nicht so viele Szenen. Kurz vor der Pause geraten wir dann nach einer Fehlerkette in Rückstand. Es war dann klar, dass es schwierig wird bei dem starken Umschaltspiel von Darmstadt. Beim zweiten Gegentor geht der Ball mit viel Pech hintenrein. In der Hektik haben wir dennoch eine gute Reaktion gezeigt und sind mit dem Anschlusstreffer zurückgekommen. Mit dem Standardtor von Zulu war die Partie dann aber so gut wie durch. Im Moment ist der Unterschied, dass die Gegner auch nicht mehr Situationen haben als wir, diese aber reinmachen. Von der Einstellung her kann ich meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Am Sonntag werden wir den nächsten Versuch gegen Regensburg starten."

Dirk Schuster (Darmstadt):

„Es war die erwartet schwere Partie mit einem Gegner auf Augenhöhe. Der Beginn war für uns sehr zäh. Das Spiel fand in der ersten Halbzeit mehr zwischen den Strafräumen statt -  es gab kaum Torraumszenen. Wir nur 3 Torraumszenen in den ersten 45 Minute und sind mit der dritten in Führung gegangen. Klar kann man sagen, dass wir aufgrund der englischen Woche die Beine etwas müde waren. Aber ich denke trotzdem, dass wir nach Balleroberungen im Mittelfeld einfach sauberer Fußball spielen können. In der zweiten Halbzeit haben wir dies besser gemacht und sind etwas glücklich 2:0 in Führung gegangen. Mit der gelb-roten Karte vom Gegner schien alles erledigt. Wir haben uns dann aber selber in die Bedrängnis gebracht. Durch die gute Einzelleistung des Magdeburger Spielers wurde alles wieder wackelig. Selbst mit dem 3:1 war bei uns noch keine Ruhe eingekehrt. Im Endeffekt haben wir es über die Zeit gebracht, was mich stolz auf meine Mannschaft macht."