Noch ist Magdeburg nicht verloren - Niederlage nach der Winterpause

21. Spieltag der 3. Liga der Saison 2017/2018: Rot-Weiß Erfurt gegen 1.FC Magdeburg 3:1 (0:0)

Noch ist Magdeburg nicht verloren - Niederlage nach der Winterpause

22.01.2018von Nicole OtrembaFußball
Noch ist Magdeburg nicht verloren - Niederlage nach der Winterpause

Pure Freude bei den Thüringern nach dem Heimspielerfolg gegen den Aufstiegskandidaten aus Magdeburg. Enttäuschung und Frust bei den Magdeburgern nach der vermeidbaren Niederlage. Es war mal wieder das berühmt, berüchtigte erste Spiel nach der Winterpause, welches eine Niederlage einbrachte, die so nicht beabsichtigt war.

7.231 Zuschauer kamen in das Steigerwaldstadion, um das Ostduell an einem späten Montagabend anzuschauen. Darunter waren 2.000 Magdeburger, die an die Erfolge anknüpfen wollten und natürlich mit einem Sieg in die Landeshauptstadt zurückfahren wollten. Es klappte nicht. Der Club verliert und bringt für Erfurt drei weitere Punkte, um das rettende Ufer zu erreichen. 

Aufbauhilfe Ost

Dafür sind wir Magdeburger irgendwie immer wieder gut. Damals schon gegen Cottbus haben wir als stärkere Mannschaft das Spiel abgeschenkt. Cottbus hat es trotzdem nicht geholfen. Hilft der Sieg nun auch den Erfurtern? Gefeiert haben sie den Sieg, als wenn sie kurz vor dem Aufstieg sind. Sie warfen sich in die Bälle, waren motivert und giftig.

Eine Wende könnten sie mit diesem Spiel schaffen. Das Spielerpotential haben sie und der Trainer hat die Mannschaft so "bereinigt", dass sie wieder als Team zusammengewachsen sind. Bereits in der Vorbereitung haben sie erfolgreich gegen Meuselwitz und Aue getestet. Als am frühen Montagmorgen das Spiel wegen eines verschneiten Platzes auf der Kippe stand, waren es die Erfurter Spieler, die sich ständig danach erkundigten und unbedingt spielen wollten. Sie waren heiß gegen Magdeburg und wollten dem haushohen Favoriten die Grenzen aufzeigen.

Das Spiel

Das Spiel selbst begann kampfbetont. Zu Beginn mit einem Chancenplus des Clubs, doch die Möglichkeiten, die sich boten, fanden am heutigen Abend nicht den Weg ins Tor. Sonst so sicher, scheiterten Christian Beck, Julius Düker und Michel Niemeyer reihenweise. Es war einfach verflixt. Zudem waren einige Schiedsrichterentscheidungen eher auf Seiten der Thüringer. Als der Ball zum wiederholten Male nicht den Weg ins Tor fand und man als Anhänger schon gefrustet den Kopf nach unten sacken ließ, da kamen die Hausherren in Schwung.

Immer wieder war es Carsten Kammlott, der den schnellen Gang in die Offensive wagte, aber sehr oft im Abseits stand. Glück für die Magdeburger, doch sie blieben auch mit ihren Standards ungefährlich und holten sich eher die gelben Karten im Verlauf des Spiels ab. Das bemerkte auch der mitgereiste Fanblock und die Stimmung ließ zum Ende der ersten Halbzeit merklich nach.

Vier Tore in Halbzeit Zwei

Nach der Pause spielten beide Teams auf Sieg. Doch die Erfurter kamen auch hier besser aus der Kabine. Immer wieder ging es über Merveille Biankadi nach vorne und er suchte Carsten Kammlott. Die Nickligkeiten auf dem Feld nahmen zu. Erfurt holte Standards heraus und versuchte diese zu Torchancen umzumüntzen.

Nachdem Julius Düker erneut scheiterte, obwohl im der Ball im Strafraum vor die Füße sprang (54.) und Björn Rother vor der Abwehrreihe ein Luftloch schlug (55.) schlugen manche schon die Hände vors Gesicht. Dann erwachte der Club etwas, als ein Abwehrversucht direkt Biankadi vor die Füße serviert wurde und dieser dann knapp über das Tor verzog (57.). Doch es folgte das eigentlich nicht mehr geglaubte. In der 66. Minute bekommt Christian Beck den Ball und geht über die rechte Seite zum Tor, zieht aus spitzem Winkel ab und der Ball geht in die linke Torecke.

Jubel bei den Magdeburgern. Frust bei den Erfurtern auf der Tribüne. Kurzzeitig dachte man, dass die Thüringer nun wieder die Schultern hängen ließen, doch der Club bereitete mit seinen eigenen individuellen Fehlern die Standards für den Gegner vor.

So folgte ein Eckball, der hätte nicht sein müssen und Florian Neuhold stieg am Höchsten und glich zum 1:1 aus (70.). Nun bekamen die Thüringer die zweite und dritte Luft und drückten weiter. Magdeburg hatte keine Gegenwehr und verursachte den nächsten Eckball. Dieser wurde zwar noch abgewehrt, doch der Nachschuß von Andrè Laurito war dann drin (74.). Spiel gedreht und Trainer Jens Härtel tobte an der Außenlinie.

Etwas spät brachte Härtel dann Tobias Schwede und Philip Türpitz für Nico Hammann und Michel Niemeyer (75.) ins Spiel. Sie standen draußen, da fiel der Führungstreffer und konnten erst zum Anstoß aufs Feld. Danach wurde es wieder etwas offensiver im Magdeburger Spiel. Doch wenn man vorne die Bälle nicht ins Netz bringt, dann klingelt es hinten. Mit einem 3:1 in der letzten Minute der regulären Spielzeit war der Deckel drauf.

Nachtrag

Zuschauer Heiko Scholz (Trainer bei Lok Leipzig), der zufällig neben uns saß, konnte das ganze Spiel nicht an sich halten und jubelte laut für die Thüringer. Ebenfalls im Stadion war der ehemalige Magdeburger Spieler Najeh Braham. Dieser hatte aber eher uns die Daumen gedrückt. Letztendlich müssen wir mit der Niederlage leben und diese auswerten. Zu dolle erinnerte uns dieses Spiel auch stark an das verlorene Spiel in Zwickau (Hinrunde). Viele hohe und weite Bälle flogen durch das Steigerwaldstadion und viele Standards wurden vom Gegner herausgeholt. Aber auch danach hatten wir uns aufgerappelt und sind zurück in die Siegerspur gekommen.

Fazit

Noch ist nichts verloren. (Noch sind wir die Größten auf der Welt.) Also ... Samstag alle ins Stadion und Vollgas gegen Meppen geben.

Sport Frei!