Ohne Fans und ohne Glück nimmt man keine Punkte mit!

Rückblick auf den Re-Start und den Abstiegskampf

Ohne Fans und ohne Glück nimmt man keine Punkte mit!

31.05.2020von Nicole OtrembaFußball
Ohne Fans und ohne Glück nimmt man keine Punkte mit!

Die Zeiten sind nicht immer leicht, doch wir steh`n an deiner Seit ...

Dabei bleiben wir. Egal, ob das Spiel gestern noch so tief im Herzen schmerzt, als sei die Welt ein Stückchen mehr untergegangen. Doch dann blicke ich hinaus und die Sonne scheint und sie zeigt mir ... es geht immer weiter. Die Sonne geht jeden Tag auf, sie Strahlt vom Himmel und lächelt. Aber wieso, verdammt, fühlt es sich so unsagbar mies an?

Der Re-Start war von uns nicht gewollt. Die Mannschaft hatte allein zwei Tage, um miteinander Fußball zu spielen. Mit Körperkontakt. Nach Wochenlangem Training allein auf den Straßen der Heimat, im Wald, im Garten, am Fluß. Dazu noch Kraftübungen. Fit sind sie, unsere Spieler und verlernt haben sie das Fußballspielen so schnell auch nicht. Aber dennoch schleicht sich eine gewisse Unfairness ein, wenn sich der Gegner seit Wochen im Training befindet. Mit Körperkontakt. Von daher war es spannend zu sehen, wie sich unsere Mannschaft präsentiert.

Der erste Blick auf die Aufstellung ließ viele verwundert zurück. Auf der Bank, nein Tribüne (in Coronazeiten) nahmen unter anderem Thore Jacobsen und Patrick Möschl Platz. Gerade Thore Jacobsen ist so unsagbar wichtig für die Magdeburger Mannschaft. Als Ballverteiler und ruhiger Unruheherd. Ja, ihr lest richtig. Ein Spieler, der nie richtig auffällt, aber unsagbar viel tut und mit Leidenschaft dazwischen geht. Ein schneller Sirlord Conteh war gar nicht auf dem Zettel zu finden. Nun denn ... die vielen englischen Wochen, die uns erwarten, lassen vermuten, dass die Rotation bereits vor dem Spiel begonnen hat. Den 5-fach-Wechsel gibt es allerdings auch in der 3. Liga. So kann man noch frische Leute bringen.

Das Spiel hat gerade begonnen und die Stimmen hallten im leeren Rund, da klingelte es auch schon. Nach einer Ecke und der ersten Chance köpft Andre Hainault, der Ex-Clubspieler, zur Führung ins Netz (5.). Wieder eine kalte Dusche, die sich allerdings noch nicht so anfühlte. Denn der Club startete nun durch, drängte den Gegner tief in die eigenen Hälfte und mehrmals musste Torhüter Grill den Ball noch schnell über die Latte lenken. Irgendwie ging der Ball nicht ins Netz. Zur Pause hatten wir allein fünf richtige hundertprozentige Chancen, doch ein Torjubel wurde uns verwehrt. 

Nach der Halbzeit ging es weiter und das Pech klebte nun noch so richtig an unseren Hacken. Ein Gewusel vor dem Lauterer Tor, der Ball überquerte die Linie, doch wurde dieser vom Abwehrspieler so schnell herausgeklärt, so dass der Linienrichter das Tor nicht sah und deshalb auch kein Treffer gegeben wurde. Kein Ausgleich und das Warten ging weiter. Dann der Elfmeterpfiff und Jürgen Gjasula, der immer so sicher war, schritt zum Punkt. Ich hatte schon so ein mulmiges Gefühl und es sollte sich bewahrheiten. Schlecht geschossen, Torwart Grill lässt mit der rechten Hand den Ball nach vorne abprallen und der Nachschuß sitzt nicht. Damit war es auch für mich besiegelt. Wir hätten noch Stunden weiterspielen können. Wir hätten das Tor nicht getroffen. 

Hämisches Lachen dröhnte in meinen blau-weißen Ohren und dies kam von weiter oben. Wo die Entscheidungsträger vermutlich saßen und sich die Hände rieben. Doch wir Magdeburger sind viel gewohnt und nun kommt auch in uns das trotzige Kind zum Vorschein. Gerade Hinstellen, Brust raus und den Fingerzeig nach oben. Wir lassen unseren Club nicht im Stich. Nein ... die Hoffnung ist in uns. Wir schaffen das. Irgendwie. Und so schlecht sah das Spiel nach zwei Tagen Training dann doch nicht aus. Noch hakt es ein wenig, aber die Spieler können gleich am Dienstag zeigen, was in ihnen steckt.

Neuer Gegner. Neues Spiel. Neue Chance.

Einmal-Immer.