Punkt um Punkt - Ein grandioser Support reicht nicht zum Siegen

Unsere Aufarbeitung zum Heimspiel gegen Waldhof Mannheim

Punkt um Punkt - Ein grandioser Support reicht nicht zum Siegen

31.07.2019von Nicole OtrembaFußball
Punkt um Punkt - Ein grandioser Support reicht nicht zum Siegen

Die Mannheimer Gästefans machten richtig Alarm und genossen de Atmosphäre hier im Stadion. Endlich eroberten sie die Stadien von Deutschland, raus aus der Regionalliga, die ihnen überdrüssig wurde. Und sie wollten sich lautstark bemerkbar machen. Doch mit unserem Block, gleich nebenan, wurde es natürlich schwer. 

Die Unterstützung ist ungebrochen gut

Block U nahm wieder das ganze Stadion mit. Auch wenn nur knapp 15.000 Zuschauer, aufgrund der Umbaumaßnahmen, momentan ins Stadion durften, war es wieder Gänsehautfeeling pur. Allein die Domglocken, dann das Einklatschen und dann über 90 Minuten lang Support. So muss es sein. So ist es, bei uns in Magdeburg. Das mussten dann auch die Mannheimer anerkennen, die zwar weitermachten, allerdings kaum durchkamen.

Der Beginn war noch etwas zaghaft. Wir hatten immer wieder die Bilder von Zwickau vor Augen, aber die Spieler haben uns dann nach 10 Minuten eines Besseren belehrt. Es lief besser, aber noch nicht ganz so gut, wie erhofft. Am Ende musste auch Trainer Stefan Krämer eingestehen, dass seine anfängliche Formation wieder nicht so gut gegriffen hatte, wie erhofft. Also stellte er während des Spiels wieder um und dann lief es auch. Dennoch erkannten wir wieder Abstimmungsprobleme untereinander. Als die FCM-Maschine dann aber besser rollte, kamen wir auch zu den Chancen und Eckbällen. Sören Bertram lief seine Kilometer herunter, war überall und auch bei der Ecke genau richtig im Strafraum. Die Ecke von rechts wurde hereingespielt, er stieg hoch und köpfte den Ball zum 1:0 ins Netz. Nach 29 Minuten war das Stadion ein Tollhaus. Es wurde gefeiert und es wurde lauter. Man feuerte die Mannschaft weiter an und ließ sich dann doch etwas mehr hinten hineinfallen. 

Und dann schlugen wir uns wieder selbst. Ein Angriff der Gäste und plötzlich sichtbare Unsicherheit bei uns im Team. Mehrmals konnte der Ball nicht geklärt werden, dann ging er zu Brunst zurück und dieser spielte einen Direktpass in die Füße des Gegners. Dieser zog natürlich sofort ab und durch einen riesen Dusel landete der Ball hinter dem Tor im Aus (39.). Dann waren sie alle von der Rolle. Wir rutschten am Ball vorbei und plötzlich stand Maurice Deville frei vor Alexander Brunst. Doch Timo Perthel rettete uns und grätschte vor dem einschußbereiten Deville den Ball weg. Schnappatmung auf den Rängen. Doch das Drama nahm seinen Lauf, denn Valmir Sulejmani zog plötzlich von rechts ab und der Ball landete unhaltbar im Tor (44.). Brunst geschlagen und die Gesichter wurden länger. Dieser Ausgleich war so unnötig gewesen. 

Es kam, wie es kommen musste. Vereinzelte Pfiffe ertönten in der Halbzeitpause. Zufrieden war keiner mit den ersten 45 Minuten. Eine Führung hätte noch über das komische Gefühl hinweggetäuscht, doch nun war es wieder da. Der Trainer musste sich etwas einfallen lassen.

Das tat er dann auch und plötzlich ging es nur noch in eine Richtung. In die des Mannheimer Tores. Ein megalautes "Fussballclub Magdeburg" rauschte durch die Arena. Die Spieler wollten und sie gingen beherzt in die Zweikämpfe. Leider mit Folgen, denn Rico Preißinger rauschte im Kopfballduell sehr unglücklich mit Deville zusammen und musste sogar mit der Trage vom Platz gebracht werden. Für ihn kam Thore Jacobsen in die Partie und spielte richtig gut auf. 

Die zweite Halbzeit blieb leider ohne Tore. Es blieb beim 1:1 Unentschieden. Bei den Chancen, die sich der Club allerdings erarbeitete und es nicht schaffte den Ball ins Tor zu bekommen, war dies allerdings der negative Aspekt. Immer wieder brandete die Hoffnung auf, dass hier noch ein Treffer gelang. Doch das Tor war wie vernagelt. Zehn Mannheimer standen im Strafraum und vereitelten die Torchancen, so dass es am Ende wieder nur zu einem Punkt reichte.

Leichter Anflug von Frust nach Abpfiff

Die Köpfe hingen. Die Spieler schauten mit einem bangen Blick in Block U und die sangen "Ob du gewinnst oder nicht, niemand lässt dich im Stich, unser Glaube kennt keine Liga, FCM wir lieben dich". Das war wohl Anfeuerung genug. Und das sagte auch alles. Die Mannschaft muss dennoch liefern. In Meppen. Beim nächsten Auswärtsspiel. Alles oder Nichts. Der Trainer weiß worum es geht und die Jungs müssen schnellstmöglich die Abläufe einstudieren. Es muss passen. Es muss sitzen. Sie müssen sich blind verstehen.

Einer muss zuschauen. Rico Preißinger zog sich wahrscheinlich neben der Platzwunde auch eine Gehirnerschütterung zu. Gute Besserung an dieser Stelle. Tobias Müller, der dies aus Zwickau mitgebracht hatte, saß heute schon wieder auf der Tribüne und drückte die Daumen. Björn Rother zählt auch schon die Spieltage, bis er wieder angreifen kann. Zweimal musste er schon gezwungenermaßen live mitfiebern und durfte nicht eingreifen. Noch einmal muss er es aushalten. 

Wir werden dieses Spiel erstmal sacken lassen. Werden uns den Support immer wieder vor Augen halten und geniessen. Und morgen gehen die Diskussionen im Büro weiter. Also, alles wie immer. Zwei Punkte aus drei Spielen. Besser geht immer. Doch wir gehen mit erhobenen Hauptes in das nächste Spiel.

Einmal Immer!