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Rückblick auf das Auswärtsspiel beim VfB Lübeck

12.12.2020von Nicole OtrembaFußball
Punkt um Punkt

Der 1.FC Magdeburg gastierte an der Lohmühle. Lang - sehr lang - ist es her, dass der 1.FC Magdeburg zu einem Punktspiel nach Lübeck fuhr. Das letzte Mal war der 04.12.2011. Fast genau vor 9 Jahren trat der Club an der Lohmühle in der Regionalliga Nord gegen die Lübecker an. Matthias Tischer, damals noch im Tor, saß auch heute an der Seitenlinie und hielt dem Club die Daumen.

Im Jahre 2011 verloren die Magdeburger das Spiel mit 0:1, welches in der frühen 14. Minute fiel. Da schafften es die Spieler um Hackenberg, Halke, Neumann, Becker, Henkel, Instenberg, Scharlau, Krieger, Wolf und Wright nicht, einen Punkt mitzunehmen. Namen, welche einem noch so vertraut sind. Doch es ist wirklich schon 9 Jahre her. Aber egal - wir befinden uns nun im Jahr 2020 und kämpfen erneut um jeden Punkt. Gegen den Nichtabstieg.

Heute, an einem Samstag im Dezember 2020 erwartete man den nächsten Schritt in der Entwicklung des 1. FC Magdeburg. Doch die Nachrichten vor dem Spiel verhießen nichts Gutes. Die Verletztenliste wird länger und länger. Nun gehen uns auch noch die Stürmer aus. Zudem haben auch wir nun einen Coronafall zu beklagen, der aber nicht zur Stammelf gehört. Leichtes Aufatmen? Mitnichten. Die verfügbaren Stürmer treffen einfach nicht.

Ein Blick auf den Platz vor dem Spiel ließ die Sorgenfalten noch tiefer werden. Tiefer Platz. Schweres Geläuf. Das wird eher ein Krampf und Kampf, als ein schönes Spiel. Die Bälle würden nicht so in den Fuß laufen, wie man es gerne hätte. Doch auch damit müssten doch Profis klar kommen, oder? Jedenfalls dachte man dies. Die Partie alledings war dann geprägt von hohen und langen Bällen. Diese Art von Bällen, die schnell verloren gingen und die Stirnfalten noch tiefer in die Stirn einbrannten. 

Doch der Club kam gut ins Spiel. Die Lübecker machten allerdings das, was der Club überhaupt nicht mochte. Sie stellten sich tief hinten hinein und warteten auf den Konter. Dazu luden wir sie auch immer wieder ein. Und Pascal Steinwender wurde ein ums andere Mal immer wieder gut bedient. Doch unsere Abwehr stand sicher. Wir drückten die Hausherren tief in die eigene Hälfte, doch kam zu wenig über die Außenbahnen. Viel zu oft wurde immer wieder der Ball durch die Mitte gespielt und war dann (leider) auch weg.

Als wir dachten, dass wir nun kurz vor dem Führungstreffer waren, ging Daniel Steininger etwas zu ungestüm in den Gegner, leider auch im Strafraum und der Schiedsrichter Patrick Alt zeigte auf den Punkt. Ein strittiger Elfmeter. Der Schütze trat an, Morten Behrens hielt den Ball, dieser prallte aber nach vorne ab und wir schalteten zu langsam und der Nachschuss war drin. Zudem kam noch der Umstand, dass die Spieler zu früh in den Strafraum einliefen und der Elfmeter hätte wiederholt werden müssen. Nun ja, da wir uns in der 3. Liga befinden, ist die Tatsachenentscheidung eine Entscheidung, der man nachtrauern kann. Man hat immerhin viel zu erzählen. Der Rückstand erwischte uns somit völlig aus der Kalten. Doch die Antwort kam schnell. Raphael Obermair köpfte kurz darauf im Liegen den Ball über die Linie, nachdem Andreas Müller den Ball am Torwart vorbei quer vors Tor spielte und der Lübecker Torwart und auch die Abwehrspieler umspielt waren. Ausgleich. Die Antwort war schnell da.

Nach der Halbzeitpause fanden wir anfangs schwer ins Spiel und ließen die Lübecker dann wieder kommen. Doch nachdem der Lübecker Yannick Deichmann mit gelb-rot den Platz verlassen musste, hatten wir Überzahl auf dem Platz. Vom Ballbesitz und den Spielanteilen her, merkte man dies deutlich. Doch der Zug zum Tor ... da gab es viel Diskussionsbedarf. Sowhl Christian Beck, als auch Sirlord Conteh konnten sich keine überragenden Torchancen herausspielen. Exemplarisch war dazu der Angriff, als sich Conteh plötzlich im Strafraum sah. Vor ihm nur das Tor und der Torwart, rechts von ihm ein Gegenspieler und dann ... ja dann ... blieb er mit Ball stehen und begann nachzudenken. Er schoß nicht, nein, er spielte den Ball zurück zur Sechzehnerkante und direkt in die Füße vom Gegenspieler.

Dieser Moment, wo man als Fan nur noch schreit "SCHIIIIEESSSSSSSSSSS" und dann diese Ausführung sieht, lässt einen völlig verzweifelt zurück. Warum? Wäre es ggf. diese Möglichkeit gewesen? Die Führung? Der Sieg?

Zum Schluß, wir drückten und drückten und schossen kein Tor, kam es fast, wie es sonst immer kommt. Wieder ein Elfmeterpfiff. In der 90. Minute. Für Lübeck. Und Morten Behrens wurde nach diesem gehaltenen Elfer der Held des Tages. Er hielt den Punkt fest. Einen Punkt, der viel zu wenig ist. 

Es war der 15. Spieltag. Noch 23 Spieltage liegen vor uns. Die Hälfte ist fast gespielt und wir schaffen es nicht, uns aus dem Tabellenkeller zu lösen.

Nächster Spieltag? Nächste Chance! Das nächste "MUSS"!

Einmal-Immer!