Punktgewinn - Punktverluste - Eine Achterbahn der Fangefühle

Unentschieden in Giesing beim TSV 1860

Punktgewinn - Punktverluste - Eine Achterbahn der Fangefühle

23.02.2020von Nicole OtrembaFußball
Punktgewinn - Punktverluste - Eine Achterbahn der Fangefühle

Mmmhhhhhh ...

Tja ...

Soso ...

Das sind die ersten Worte die mir nach diesem Spiel überhaupt einfallen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle hat uns hier über 94 Minuten begleitet. 1.500 Magdeburger Anhänger gaben im restlos ausverkauften Stadion an der Grünwalder Straße alles und feuerten einen Support ab, dass man selbst die Münchener kaum wahr nahm. Das komplette Stadion war nur dabei, wenn es um etwas ging. Ansonsten überließen sie ihrem Fanblock das Singen. 

Unsere Anstimmer auf dem Zaun hauten alles raus. Von der Schalparade über Anfeuerungsgesänge, es war alles dabei. Über die gesamte Zeit keimte die Hoffnung auf, dass hier noch etwas zu holen war. Auch als der Club nach einer halben Stunde bereits wieder in Rückstand geriet. Aber von Anfang an.

Die lange Anreise war man ja schon gewöhnt. Das frühe Aufstehen auch. Die Hoffnung, dass der Trainer die Jungs so motiviert bekam, dass sie alles raushauen, auch. Er nahm sie vor Anpfiff sogar nochmal in der Kabine zusammen und sagte Ihnen, dass draußen Magdeburger den weiten Weg gemacht haben, die immer für den Verein einstehen und alles geben. Sie stehen für die Fans, die zu Hause an den Bildschirmen sitzen und das Spiel verfolgen. Alle drücken die Daumen. Die Last liegt auf den Spielerschultern. Doch sie wollten.

Der Trainer nahm anfangs sogleich Christian Beck aus der Startelf und ließ Anthony Roczen ran. Er zeigte im letzten Spiel gute 20 Minuten, doch in der ersten Halbzeit hatte er Probleme und die Bälle kamen nicht so an, wie es sollte. Die Flanken waren entweder zu lang oder zu kurz, oder die Münchener Abwehr um Dennis Erdmann wehrte die Bälle ab. Das Spiel fand größtenteils im Mittelfeld statt. Der Schiedsrichter zog in der ersten Halbzeit schon eine gelbe Karte nach der Nächsten aus der Brusttasche und wir rollten schon mit den Augen. Ein Foul - eine Karte. So hat er sich das scheinbar vorgenommen. Unser Rückkehrer Thore Jacobsen fand sich schnell in die Partie und seine Zweikämpfe wurden von den Heimfans jedes Mal so kommentiert, als wenn er dem Gegner irgendetwas gebrochen hätte. Sie forderten vehement Karten gegen ihn oder unsere anderen Spieler, so dass der Schiedsrichter sich schnell drauf einließ. Das hemmte ihn zwar im Laufe des Spiels selbst, aber dennoch war er unheimlich wichtig im Mittelfeld für den Spielaufbau.

Ecken und Standards sind bei uns leider weiterhin ein laues Lüftchen gewesen. Diese landeten entweder in der Mauer oder wurden geklärt. Anders beim Gegner. Eine Ecke als Standard reichte, um die Löwen jubeln zu sehen. Dennis Erdmann köpfte die Ecke zum Tor und Aaron Berzel versenkte den Ball im Netz. Nach 33 Minuten liefen unsere Jungs wieder einem Rückstand hinterher, dabei war das Spiel gar nicht so schlecht. Den Ausgleich hätte man mit Halbzeitpfiff noch machen können, aber der Freistoß von Sören Bertram ging knapp über die Latte auf das Tornetz.

Die Heimfans waren happy, wir gefrustet und sahen, dass der Trainer gleich zwei neue Leute in die zweite Halbzeit brachte. Mit Christian Beck und Sirlord Conteh kam dann auch mehr Struktur ins Spiel, aber auch mehr Frust bei uns Anhängern. Ein Elfmeter, herausgeholt von Sören Bertram, verwandelte Jürgen Gjasula in der 60. Minute ganz sicher und dann war wieder alles offen.

Die Kombination mit Beck und Conteh war teilweise sehr erfolgreich, denn beide hatten drei hundertprozentige Chancen, standen jeweils frei vor dem Tor und vergaben kläglich. Doch diese Chancen hatten wir uns mal selbst erarbeitet, wenn man etwas positives an den vergebenen Möglichkeiten sehen möchte. Das Spiel hätte locker gedreht werden können. Da der Ball aber nicht im Tor war, gab es auf der anderen Seite dann auch noch die Chancen. Keine 10 Minuten später zeigte der Schiedsrichter erneut auf den Punkt. Allerdings für den TSV 1860 und es folgte eine Traube auf dem Platz. Jürgen Gjasula nahm den Ball mit dem Bein an, die Zuschauer brüllten "Hand" und er ließ sich beeinflussen und zeigte auf den Punkt. Der Linienrichter sah es aber anders, sie berieten sich und der Schiedsrichter nahm den Elfmeter zurück. Selten in der dritten Liga, aber gut für uns. Danach war die Stimmung hitzig.

Über die vergebenen Torchancen unserer Spieler mag man gar nicht schreiben. Das tut einfach nur weh. Auch die Hausherren hatten ihre Chancen und unser Herz schlug am Ende schneller.

Das Kartenfestival hatte in dieser Partie einen Höhepunkt erfahren. Allein unser Club hat sieben gelbe Karten + eine gelbe Karte für den Trainer erhalten. Auf der anderen Seite wurden lediglich fünf gelbe Karten gezeigt. Das macht 13 gelbe Karten und das bei einem durchaus fairen Spiel. Das passt auch für uns gar nicht zusammen. Zudem ist nun unser Innenverteidiger Tobias Müller für das kommende Spiel gesperrt (fünfte gelbe Karte).

Am Ende nehmen wir jeden Punkt dankbar mit. In der Nachspielzeit hätten wir noch für die vergebenen Tore die Quittung erhalten, denn der Schuß von Berzel wurde grandios von Morten Behrens aus der Ecke gefischt.Das hätte richtig schief gehen können. Von daher sagen wir einfach: Haken dran und weiter gehts. Die zweite Halbzeit sah auf alle Fälle schon mal richtig gut aus.

Sport Frei.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel: