Pure Erleichterung für den Moment

Heimerfolg gegen Viktoria Köln

Pure Erleichterung für den Moment

13.06.2020von Nicole OtrembaFußball
Pure Erleichterung für den Moment

Es ist eine Momentaufnahme. Zu viel haben wir schon erlebt und zu viele Enttäuschungen aushalten müssen. Sobald wir dachten "Jetzt", gab es kurz darauf wieder ein "Ohje". Von daher sind wir verhalten euphorisch. 

An der Seitenlinie saß zum Spiel Co-Trainer Silvio Bankert. Er hatte aber einen kurzen Draht zum Interimstrainer Thomas Hoßmang, der auf der Tribüne Platz nahm. Die Stimme, die man vom NLZ her kennt, hat man dennoch lautstark vernommen. Wie seine A-Jugend dirigierte Thomas Hoßmang die Spieler auf dem Platz, gab ihnen Tipps und motivierte ohne Unterlass. Und plötzlich sah man Spieler, die sich reinhingen, den Bällen nachgingen und was erreichen wollten. Der Gegner selbst war aber kein Selbstläufer. Immer wieder ging der Ball hin- und her. Die besseren Chancen hatten die Gäste am Anfang. Magdeburg im Glück, die durch Torwart Behrens und dem Pfosten nicht schnell in Rückstand gerieten. Dennoch erspielten sich die Magdeburger auch ein paar Möglichkeiten. Dieses Mal musste sich Kapitän Christian Beck nicht die Bälle von hinten holen und auch Mario Kvesic war offensiver eingestellt.

Sie machten sich schon vor dem Spiel Mut. Sie glaubten an sich. Das spürte man von der ersten Minute. Das Wetter dagegen war ein Gegner der anderen Art. Schwülwarme Luft ließ beide Teams an ihre Grenzen gehen. Da waren die Trinkpausen eine willkommener Abwechslung und auch die Chance ein paar Dinge zu besprechen. Vor der ersten Trinkpause, die so nach 24 Minuten gemacht wurde, hatte Viktoria Köln mehr Spielanteile. Dennoch standen wir hinten gut und die positiven Rufe von der Seite machten Hoffnung. Nach der Trinkpause kamen wir besser ins Spiel und nach einer Ecke kam die erlösende Führung. Mario Kvesic schlug die Ecke von links in den Strafraum, der Ball kam postwendend zurück und die nächste Flanke brachte Marcel Costly, an Daniel Mesenhöler vorbei, über die Linie. Erleichterung und Jubel auf der Tribüne und Felsbrocken plumpsten bei den Spielern. Endlich mal ein Tor aus dem Spiel heraus und kein Elfmeter.

Bis zur Pause war das Spiel weiterhin ausgeglichen. Nach der Pause drückte dann Köln auf unser Tor. Sie wollten den Ausgleich, wenn nicht sogar mehr, doch wir standen kompakter, waren griffiger und die Spieler schmissen sich in die Bälle. Einige Szenen wurden vom Schiedsrichtergespann anders gesehen und durch ein klares Foulspiel an Thore Jacobsen, welches nicht gepfiffen wurde, leitete Köln einen Konter ein und verpasste knapp den Ausgleich. 

Aber auch unsere Jungs steckten nicht zurück. Immer wieder wurde Sirlord (Sissi) Conteh von außen angefeuert. Er sollte mehr Mut beweisen und einfach gehen/laufen. Man merkte ihm noch seine  Unsicherheit an, scheinbar braucht es mehr Zeit, dass er wieder mehr Selbstvertrauen in sich selbst bekommt. Die Minuten wurden spannender, je mehr man den Schlußpfiff ersehnte. Doch dann machten sie mit einem überraschenden Tor durch Anthony Roczen den Deckel in der 90. Minute drauf. Leon Bell Bell lief über links, flankte genau zum Tor, der Ball lief durch, an Mesenhöler vorbei und Roczen brachte ihn von rechts kommend ins Netz. Nach einem kurzen Check zum Linienrichter, ob er auch nicht im Abseits stand, bejubelte er sein erstes Profitor. Die restlichen Spieler applaudierten, die Kraft für einen großen Jubel fehlte einfach. Nach weiteren 4 Minuten Nachspielzeit war der erlösende Abpfiff da und alle plumpsten coronakonform auf den Rasen.

Die Erleichterung machte sich auch bei uns breit, doch gewonnen ist noch lange nichts. Am Dienstag gehts in den Süden. Ein weiteres Duell im Abstiegskampf steht an. Auf Marcel Costly und Thore Jacobsen müssen wir jedenfalls, aufgrund der fünften gelben Karte, verzichten. Die können Kraft tanken für das kommende Heimspiel gegen die Reserve aus München.

Wir sind gespannt, was Interimstrainer Thomas Hoßmang bis Dienstag erreichen kann und wie er die Jungs einstellt. 

Neues Spiel. Neuer Kampf. Neues Glück.

Einmal-Immer