Schmeichelhafter Sieg im letzten Testspiel vor Saisonstart

Letzter Test gegen den englischen Drittligisten Rotherham United

Schmeichelhafter Sieg im letzten Testspiel vor Saisonstart

14.07.2019von Nicole OtrembaFußball
Schmeichelhafter Sieg im letzten Testspiel vor Saisonstart

Mario Kvesic freute sich nach seinem 2:1 Siegtreffer fast so, als wenn er ein Meisterschaftsspiel entschieden hätte. Es war nur ein Testspiel, doch man spürte, dass bei allen Spielern der Druck groß war. Es war der letzte Test. In knapp einer Woche beginnt der Ligaalltag und jeder möchte in der Startelf sein. 

Trainer Stefan Krämer deutete schon vor dem Spiel an, dass man in diesem Test eine Startelftendenz auf dem Platz sehen konnte. Einzig der Innenverteidiger Brian Koglin darf am ersten Spieltag nicht auflaufen, da er noch für ein Spiel gesperrt ist (Absitzen einer roten Karte aus der letzten Saison). So schickte Krämer eine Formation auf dem Platz, in dem er Björn Rother und Tobias Müller in die Innenverteidigung steckte. Den rechten Verteidiger verkörperte Tarek Chahed und auf der linken Seite war Timo Perthel zur Stelle. Im Zentrum wirbelten Rico Preißinger und Jürgen Gjasula. Davor war Mario Kvesic, der immer wieder Zug zum Tor hatte und den Abschluß suchte. Auffällig waren die Außenspieler auf der rechten Seite Marcel Costly, der des Öfteren auch den Platz mit Tarek Chahed tauschte und auf der linken ein starker Sören Bertram. Vorne spielte als einzige Spitze unser alter und neuer Kapitän Christian Beck, der sich die Bälle auch selbst holte, aber immer wieder von den anderen Mitspielern gesucht wurde.

Rotherham United war als englischer Drittligist zudem schwer zu nehmen. Wer den englischen Fußball kennt, der weiß, dass hier ein sehr körperbetontes Spiel zu erwarten war. Intensive Zweikämpfe wurden geführt, es wurden viele Foulspiele gepfiffen, sehr zum Ärgernis der Engländer, da sie dies so aus ihrem Ligaalltag nicht gewohnt waren. Doch der Schiedsrichter spielte nach deutschen Schiedsrichterregeln und so folgte ein Freistoß dem anderen und einer von diesen wurde von Sören Bertram in der 5. Minute an der Strafraumgrenze ausgeführt. Der Ball kam gut, doch wurde er mit dem Arm vom Gegenspieler im Strafraum gestoppt, so dass es folgerichtig einen Elfmeter gab. Kapitän Beck nahm sich den Ball, legte ihn auf den Punkt und traf zum 1:0 in der 6. MInute. Jubel im Elmstadion, das mit 2.250 Zuschauern sehr gut gefüllt war. Das war ein guter Start. Allerdings machte es Björn Rother zwei Minuten später spannend, denn er verursachte einen Elfmeter für Rotherham. Der Gefoulte selbst übernahm den Strafstoß, rutschte weg und jagte somit den Ball in den 20. Stock. 

Der Club führte weiterhin mit 1:0, doch die Spannung des Spiels nahm danach merklich ab. Nickligkeiten bestimmten die Partie, es wurden einige Karten im Verlauf des Spiels verteilt und auch Jürgen Gjasula legte sich so mit seinem Gegenspieler an, dass er in einem Meisterschaftsspiel garantiert die rote Karte gesehen hätte, doch hier im Test mit einem gelben Karton glimpflich davon kam. Auffällig war aber auch für die Zuschauer, dass die Gäste mehr miteinander sprachen. So hörte man viele englische Worte auf dem Platz. Das zeugte aber auch davon, dass es bei den Magdeburgern dementsprechend ruhiger zuging. Somit war der Kapitän gefordert, der dies auch von seinen Mitspielern lautstark einforderte. Bis zur Pause passierte allerdings nicht mehr viel.

Nach der Pause stand, wider Erwarten, die gleiche Elf vom Club auf den Platz. Mit Wiederanpfiff übernahm Rotherham das Spiel und die neueingewechselten Spieler brachten ordentlich Schwung in die englische Drittligamannschaft. Trainer Krämer wechselte erst in der 60. Minute zum ersten Mal, brachte mit Dominik Ernst, Philipp Harant und Charles-Elie Laprevotte drei willige Spieler. Den Platz verlassen mussten dafür Björn Rother, Tarek Chahed und Marcel Costly, die ihre Sache gut gemacht hatten. Gerade Tarek Chahed ist gut in den Mann gegangen und hat sich der englischen Spielweise angepasst. Doch die drei eingewechselten Spieler brachte mehr Offensive rein und gleich darauf kam die Flanke über die rechte Seite und Christian Beck rutschte am Ball vorbei. Kurz danach wechselte auch Rotherham, allerdings fünffach und plötzlich ein Spielzug, der so gut herausgespielt wurde, dass es nach dem fälligen Ausgleich sogar Applaus von den Rängen gab. Alexander Brunst konnte nur hinterschauen (64.).

Es ging offen hin- und her und dann hörte man im Verlauf des Spiels öfter Worte wie "Komm, dass schaffen wir noch" oder "Ein Tor noch, Jungs". Man wollte dieses Testspiel unbedingt gewinnen. Sirlord Conteh und Manfred Osei Kwadwo kamen noch für Rico Preißinger und Sören Bertram für die letzte Viertelstunde in die Partie und gerade Conteh konnte mit seiner Schnelligkeit viel Druck nach vorne aufbauen. Es folgte eine Ecke und der Ball prallte zurück in den Rückraum, Kvesic zog aufs Tor und ein Gegenspieler fälschte diesen Schuß unhaltbar ins eigene Tor ab. 2:1 Führung in der 81. Minute und Kvesic jubelte und freute sich riesig. Die Zuschauer freute es auch. Rotherham konnte nicht mehr nachlegen und so endete das Spiel mit einem 2:1 Sieg, was dennoch etwas schmeichelhaft war, denn für das Trainerteam gibt es schon noch einiges zum Aufarbeiten.

Eine Handvoll Anhänger des englischen Drittligisten waren ihrer Mannschaft ins Trainingslager nachgereist und waren sichtlich "not amused" über diese Niederlage, doch deutsches Bier und deutsche Bratwurst entschädigten für vieles und so blieben sie etwas länger im Stadion und schauten dem Trubel der Autogrammjäger gelassen zu. 

Wir machen uns unsere eigenen Gedanken zum Saisonauftakt und wünschen uns vor ausverkauftem Haus gegen Eintracht Braunschweig ein schönes und überzeugendes Spiel mit drei Punkten nach 90 Minuten.

Fortsetzung folgt ...