Seit langem mal wieder an der Elbe - Die Eisernen von Union

Einstimmer auf den 16. Spieltag der Saison 2018/2019 in der 2. Liga

Seit langem mal wieder an der Elbe - Die Eisernen von Union

09.12.2018von Nicole OtrembaFußball
Seit langem mal wieder an der Elbe - Die Eisernen von Union

11 Jahre ist es her. Es war der 10.11.2007, als der 1.FC Union Berlin in der MDCC-Arena vor 12.874 Zuschauern in der Regionalliga Nord aufeinandertrafen. Nach einer Führung von Florian Müller gab es am Ende ein 1:1. Ein halbes Jahr vorher, am 05.05.2007, sah es in der vorherigen Saison noch anders aus. Da gewannen die Clubkicker mit 3:1 gegen Union Berlin.

Die Bilanz liest sich also gar nicht mal so schlecht. Dennoch haben wir ein mulmiges Gefühl. Aufgrund der Tatsache, dass die Berliner bislang noch nicht ein Spiel in der laufenden Saison verloren haben. Verständlich. An diesem Spieltag spielt der Tabellendritte gegen die Hausherren, die momentan den 16. Platz belegen. Unter Michael Oenning konnte man in den letzten zwei Spielen bereits eine Spielveränderung feststellen. Viel Offensivkraft voraus. Doch alles braucht seine Zeit. Haben wir die aber überhaupt noch?

Das letzte Heimspiel im Jahr 2018 ist der 16.Spieltag der Saison. Die Hinrunde wird mit dem Auswärtsspiel in Köln abgeschlossen. Danach gehts in die Rückrunde und der Kampf beginnt. Es wird rückwärts gezählt. Der Club braucht Punkte. Der Club braucht aber auch erfahrene Spieler, die diese 2. LIga kennen. Das bedeutet, dass man eigentlich nicht um eine, zwei ... Verstärkungen herumkommt. Mit dem Loslassen tun wir Magdeburger uns allerdings schwer. Viele Spieler sind seit Jahren mit dem Verein fest verwurzelt. Sie begleiteten den Club durch Höhen und Tiefen und stehen vermutlich vor dem Aus. Auch der Trainerwechsel tat vielen weh. Hat man sich nach 4 1/2 Jahren an Jens Härtel und Ronny Thielemann so gewöhnt. Sie waren gar nicht mehr wegzudenken. Die Magdeburger Fans sind halt treue Seelen. Sie vergessen nicht. 

Sie erinnern sich nicht nur gern an Spieler und Trainer zurück. Es gibt auch Dinge, die vergisst man nicht, weil sie prägend waren. 

Der Verein Union Berlin und die Berliner Poilzei hatten am 09.12.2014 eine der prägendsten Erlebnisse geschaffen, die man mit Union in Verbindung bringt. Das Auswärtsspiel in der Regionalliga Nordost  an einem Dienstagabend um 19 Uhr zog auch viele Magdeburger Fans an. Aufgrund der Sicherheitslage wurde das Spiel der 2. Herren von Union in die Alte Försterei verlegt. Doch viele Magdeburger Fans kamen gar nicht ins Stadion und wurden, von der Polizei eingekesselt, vor dem Stadion in Gewahrsam genommen. Stadionverbote hagelte in Massen. Warum? Diese genaue Antwort blieben sie den Fans schuldig. Ein falsch eingeschlagener Weg war wohl die Ursache. Nun denn. Zaun Olli kam an diesem Abend zu seinem Revival. Da Block U geschlossen draussen verharren musste, stieg er auf den Zaun und feuerte die irritierten Spieler an. Auch diese wunderten sich über den leeren Block, waren sie immer etwas anderes gewohnt. Das Spiel endete 3:2 für den Club. Wenigstens ein guter Spielausgang, wenn man die Begleitumstände dagegenhielt. 

Es sind so die kleinen Geschichten des Lebens, die einen prägen. Wir hatten damals die Möglichkeit im Stadion dem Spiel beizuwohnen und haben den Ticker gefüllt, damit die Fans draussen Infos bekamen. Doch die Nachwehen sollten sich noch Monate bis Jahre hinziehen, bis die Verfahren abgehandelt und geschlossen wurden.

Nun steht das Heimspiel der 1. Herren von Union Berlin gegen den 1.FC Magdeburg auf dem Plan. Das Stadion ist voll, der Gästebereich ausverkauft und siegessicher. Aber der Club möchte ihnen gern die Siegessuppe versalzen und die Punkte in Magdeburg behalten. Die Spieler sind fit ... der Rasen ist es nicht. Egal. Gehts raus und spielts Fussball. Schöner Fussball muss heute nicht sein. Er soll erfolgreich sein. Wie, ist den Fans egal. Und wenn die Rasenstücke nur so durch die Arena fliegen. Es ist ein Kampf um drei wichtige Punkte. 

Punkt.

Sport Frei!