Starker Auftritt in Hessens Landeshauptstadt bringt Auswärtsdreier für den Club

34. Spieltag der 3. Liga der Saison 2017/2018: SV Wehen Wiesbaden gegen 1.FC Magdeburg

Starker Auftritt in Hessens Landeshauptstadt bringt Auswärtsdreier für den Club

13.04.2018von Sportfotos-MDFußball
Starker Auftritt in Hessens Landeshauptstadt bringt Auswärtsdreier für den Club

Wiesbaden - Bei strömendem Dauerregen entscheidet der Club das nächste Sechs-Punkte-Spiel für sich und besiegt den SV Wehen mit 1:2 in der Wiesbadener Brita-Arena. Christian Beck (54.) und Tobias Schwede (70.) erzielten die blau-weißen Tore ehe Manuel Schäffler für die Hessen noch einmal verkürzen konnte. In der turbulenten Schlussphase blieb der Club cool und schleppte sich völlig ausgepumpt über die Ziellinie.

Vor 6.720 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an auf seifigem Geläuf eine schnelle Partie, in der unsere Jungs zu Beginn etwas nervös wirkten. Dabei gab es nur einen Wechsel im Vergleich zum Sieg über Karlsruhe (Brunst für an der Achillessehne verletzten Glinker). Dennoch landeten gerade im Spielaubau viele kurze Pässe beim Gegner oder im Seitenaus. Wiesbaden konnte bis auf einen Andrist-Abschluss aus 25 Metern (6.), den Brunst sicher parierte  aus dem Übergewicht der ersten Minuten keinen Profit schlagen. Unterstützt von circa 2.800 leidenschaftlichen Auswärtsfahrern kämpften sich unsere Jungs in die Partie. Erstmals richtig gefährlich wurde es bei Costlys Haken im Sechzehner gegen Wehens Alf Mintzel (heute mit 300 Spiel in der dritten Liga), der den Körper gegen Costly reinstellte. Jöllenbeck legte die 50:50 Szene zu Gunsten des Außenverteidigers aus und pfiff nicht (20). einige Augenblicke zuvor hatte der Wiesbadener Kapitän Funk eine Kopfballgelegenheit, die Brunst stark auf der Linie parierte. Der bis dato sichere Glinker-Ersatz hatte kurz vor der Pause einen Blackout, als er an der Außenlinie den Ball an einen Wehener verlor. Andrist setzte die Flanke per Kopf deutlich rechts neben den Kasten.

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Abschnitt. Erneut war Costly an der ersten gefährlichen Szene beteilgt. Im eins gegen eins ließ er Mintzel aussteigen und bediente in der Zentrale Schwede, der das Leder leider in Richtung Flutlichtmast drosch (48.). Hammann machte es fünf Minuten später schon besser - sein Freistoß senkte sich auf das "Tordach". Die blau-weißen Angriffe wurden nun deutlich zielstrebiger und konsequenter vorgetragen. Keine 60 Sekunden später war es soweit. Butzen behauptetete sich im Luftduell. Die Weiterleitung brachte Costly nach kurzem Dribbling perfekt und butterweich in die Box. Beckus nickte aus 8 Metern knallhart ein. Kolke hatte mal so gar keine Abwehrmöglichkeit. Sofort schallte es "Auswärtssieg" durch die Brita-Arena. Costly immer wieder Costly - in der 62. setzte er einen Flachschuss knapp links neben das Kolke-Gehäuse. Wiesbaden drückte in der Folge auf den Ausgleich. Nach einer Ecke der Hessen brachte Brunst mit einem weiten-kontrollierten Abwurf auf Türpitz das Spiel schnell. Torpedo spielte den Ball in den Lauf von Schwede, der mit Ball schneller war als Andrich ohne und eiskalt rechts flach verwandelte (70.). Brunst zeigte bei seinem Drittliga-Debut Licht und Schatten. Es folgte leider wieder ein Schattenmoment als er einen Aufsetzer genau vor die Füße von Schäffler prallen ließ. Der Wiesbadener Torjäger sagte artig danke (1:2 / 71.). In einer turbulenten Schlussphase spielte Innenverteidiger Rupprecht Stürmer. Härtel reagierte und brachte Handke für Costly (85.). Genau dieser Rupprecht wurde von Schäfer ungestüm gestoßen (87.). Einzig der Umstand, dass Rupprecht sich für einen Mann seiner Statur zu theatralisch fallen ließ, bewegte wohl Jöllenbeck zum Weiterspielen. In der Nachspielzeit lenkte Brunst einen Schuss des einwechselten Müller an den Außenpfosten. Alexander Brunst beendete seinen Abend also mit einem Lichtmoment - auf gehts Junge.

Am nächsten Dienstag geht es für den Club zum Nachholspiel des 30. Spieltages nach Jena. Sport frei.

Die Stimmen der Übungsleiter:

Jens Härtel (1.FC Magdeburg)

„Wir sind natürlich hochzufrieden. Wir wollten den Dreier landen. Dass es ein schweres Stück Arbeit wird, war uns im Vorhinein bewußt. Wir sind gut reingekommen, hatten gut Kontrolle. Leider haben wir in der ersten Halbzeit die Situationen, die wir nach vorne hatten, nicht gut ausgespielt. Der letzte Pass ist nicht gekommen, so haben wir ein paar Situationen liegen lassen. Nach hinten haben wir wenig zugelassen. Mussten immer aufpassen auf das Umschalten. Das haben wir gut verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht. Zielstrebiger und Klarer gespielt und zwei Tore gemacht. Dann etwas gesult im Erfolg und dann nicht ganz wach gewesen und dann bekommst du direkt den Anschluß. Dann kam natürlich eine lange Viertelstunde, wo wir noch ein bisschen leiden mussten, aber alles reingehauen haben, um diesen Dreier nach Hause zu bringen. Und ich denke, dass ganz Spiel über gesehen, war es nicht unverdient, dass wir als Sieger vom Platz gehen."

Rüdiger Rahm (SV Wehen Wiesbaden): „Glückwunsch nach Magdeburg. Es war ein heißes Spiel, ein sehr intensives Spiel. Ich kann meiner Mannschaft auch keinen Vorwurf machen. Die Präzision in die Spitze hat in der ersten Halbzeit auch bei uns gefehlt. Defensiv haben wir nicht viel zugelassen. Wir waren immer wieder dran. Unser Entscheidungsfindung war in der ersten Halbzeit nicht immer perfekt. Summasummarum haben wir dann eine Viertelstunde gepennt, bzw. war der Gegner besser als wir. Präziser als wir und diese Viertelstunde reichte den Magdeburgern auch aus, um auf die Siegerstraße zu kommen. Was meine Mannschaft die letzten 25 Minuten abgeliefert hat, war großer Sport. Alles wieder reingeworfen, wieder Vollgas gegeben. Ich glaube auch, dass dieses Spiel einen Ausgleich für uns verdient gehabt hätte. Das hätte das Spiel hergegeben. Beide Mannschaften haben alles gegeben, alles reingehauen, Die Mannschaft, die insgesamt ein wenig weiter ist, was die Präzision und Cleverness angeht, hat heute gewonnen.“