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29. Spieltag Regionalliga Nord 2011/2012: 1. FC Magdeburg gegen SV Meppen 0:0 (0:0).

15.04.2012von Norman SeidlerFußball
Tanz mit der roten Laterne: der schlechteste 1. FC Magdeburg aller Zeiten

Fussball zum Abgewöhnen, das sah man heute beim 1. FC Magdeburg gegen den SV Meppen aus Niedersachsen. Am Ende stand, wen überrascht es noch, kein Sieg für den FCM zu Buche.

Auch im 15. Heimspiel der laufenden Saison ohne Sieg im eigenen Stadion zeigten die Magdeburger keine Glanzleistung, waren in Abschnitt eins die "Verunsicherung pur" (Trainer Ullrich).

 

Aber wie kam es erneut zur roten Laterne?

Einen schönen Sonntag mit Freunden verbringen, das stand dabei heute für so manchen Clubfan im Vordergrund und so verließen nach andenklichen Spruchbändern für den verstorbenen bekannten Fan Keckitsch beim Einlauf der Mannschaften die Massen aus der Nordkurve das Stadion.

Während FCMTotal - Der Fanladen mit Auktionen und einem Kreise unter Gleichgesinnten vor dem Stadion lockte, ging es unter Anteilnahme zumindest für eine kleine Teilnehmerzahl an Zuschauern in die Partie.

Friebertshäuser (5. Gelbe und Kurth (Zerrung) mussten neben den Langzeitverletzten beim 1. FCM passen,so betraute Trainer Ullrich dem Rückkehrer Halke die Innenverteidiger-Aufgabe und Viteritti einen Mittelfeldplatz.

Fussball zum Abgewöhnen gab es dann auch wieder recht schnell zu sehen. Man muss und darf einfach kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Niemand will die Magdeburger Fussballer, die aktuell das Trikot des FCM tragen, zerreissen. Jedoch sind die spielerischen Umsetzungen, sei das Training noch so professionell, schwach.

Die Gäste vom SV Meppen (roter Dress) präsentieren sich am heutigen Sonntag mit 80 Busfahrern und einer kleinen Schar an Zugfahrern: "round about" 100 Niedersachsen sind es dann im Block in der Ecke.

Zuletzt waren die Meppener mit zwei Siegen glänzend aus dem Tabellenkeller herausgegangen, zeigte sich aber heute, welche Qualität der Tabellenvierzehnte nicht besitzt: Abschlussstärke.

Spielerisch gibt es dann auf dem Rasen auch nur wenig Highlights. Der 1. FC Magdeburg (standardmäßig in Blau-Weiß) ist von Beginn an stark verunsichert. Die gesamte Abwehr glänzt mit Stellungsfehlern und Unruhe, den ersten Torschuß markiert Christopher Wright in der 10. Minute mit einem Schuß aus 18 Metern, der jedoch am Tor von Gästekeeper Gommert links vorbei marschiert.

Der SVM versucht kampftechnisch alles aus sich heraus zu holen, aber auch hier dominieren die Fehlpässe, ehe ein Abwehrfehler von Halke (Ballannahmefehler) zur ersten Torchance führt, denn so taucht Michael Holt (Kapitän der Meppener) frei vor Tischer auf, zeigt jedoch Nerven und verhaut knapp einen Meter über das Tor in die Nordkurve der MDCC-Arena (16. Minute).

Bei Magdeburg bedient Becker mit einer Flanke von links den mitgelaufenen Burdenski, dessen Kopfball ist jedoch zu schwach und marschiert rechts am Kasten von Gommert vorbei (22. Minute).

Bis zur Halbzeit ergeben sich dann sage und schreibe weitere zwei Möglichkeitenm, diese haben die Niedersachsen.

Erst bekommt Wessels einen Ball aus dem Mittelfeld stark auf die linke Seite gelegt. Er lässt mit einem Dreher Verteidiger Lenk stehen und schießt scharf auf das FCM-Tor, doch dieser Ball marschiert drüber (24.).

Acht Minuten später bekommen die Roten einen Freistoß aus zentraler Position zugesprochen. Kapitän Holst tritt selbst aus 21 Metern Tordistanz an, trifft einen Magdeburger in der postierten Mauer und Tischer muss eingreifen, hat den trudelnden Ball jedoch am Ende sicher.

 

In der Halbzeit nimmt FCM-Coach Ullrich dann Innenverteidiger Halke raus und bringt den erst kürzlich wieder in das Training eingestiegenen Blume.

Und so kommen die Elbestädter mit etwas Schwung aus der Kabine, die erste starke Chance hat Maik Koschwitz mit seiner Einwechslung auf dem Fuß: einen Ball nimmt dieser links im Stafraum Volley und bringt den SVM-Torwart ins Wanken. Dieser pariert jedoch den strammen Schuß in der 52. Minute.

Nur zwei Minuten später: Neumann mit einem langen Einwurf von links, am langen Pfosten lauert Burdenski, der abnimmt, doch er schießt dem Schlußmann in die Arme.

In der 61. Minute ist dann nochmals Koschwitz in Aktion: der in Peine geborene Niedersachse haut einen stark getretenen Ball auf den rechten Winkel, Gommert kratzt mit Glanztat noch zur Ecke.

Danach ist nicht mehr viel von beiden Teams zu sehen, die Zuschauer sind wie immer bedient und skandieren kurz vor Abpfiff "Ullrich raus".

Am Ende ist das Ergebnis auf jeden Fall klar: kein Heimsieg für Magdeburg. Der SV Meppen geht mit dem Remis zurück nach Niedersachen. Trainer Persike ist damit "zufrieden".

Eine Saison der negativen Rekorde neigt sich glücklicherweise so langsam dem Ende entgegen, doch schreien die Fans förmlich nach Änderungen, Erklärungen und bibbern vor den Offenbarungen der Clubverantwortlichen für die kommende Saison.

Der schlechteste 1. FC Magdeburg aller Zeiten hatte heute wohl die beste Möglichkeit für den ersten Heimsieg der Saison, denn der SV Wilhelmshaven und der VfB Lübeck sind im Normalfall eine Nummer größer.

Auf allen Fan-, Reporter-, und Beobachterfronten zeigen sich immer mehr Häme, Ironie und Mitleid für diesen 1. FCM, den sich keiner mehr so recht ansehen möchte.

Und am Ende ist sie zurück: die rote Laterne. Denn die Miriuta-Truppe holt sich einen Sieg gegen Halberstadt, der 1. FC Magdeburg ist wieder letzter in der Liga.