Turbulentes Kräftemessen mit Punktgewinn

Rückrundenauftakt und letztes Spiel vor der Winterpause

Turbulentes Kräftemessen mit Punktgewinn

21.12.2019von Nicole OtrembaFußball
Turbulentes Kräftemessen mit Punktgewinn

Wow - WAS FÜR EIN SPIEL.

Es gab drei Platzverweise, einen Elfmeter und ein Unentschieden welches der Club als Punktgewinn sieht, doch für Braunschweig sind es zwei Punkte zu wenig. Doch der Reihe nach.

Vor dem Spiel wurde auch dieses Match als Sicherheitsspiel von der Polizei ausgelobt. Obwohl beide Vereine zum Teil eine Fanfreundschaft vereinen, durfte kein Clubfan im Fanoutfit in die Innenstadt gehen. Die wollten auch eher ins Stadion und den Club anfeuern. Überall im Eintracht-Stadion waren Magdeburger Fans anzutreffen. Und es ging ruhig zu. Es wurde ein Fussballfest von der ersten Minute an. Beide Vereine hatten eine Choreographie vorbereitet. Riesige Transparente wurden in den Blöcken enthüllt und im Gästeblock waren die großen Letter "Eine ganze Kurve erhellt die Größten der Welt" zu sehen. Dazu zogen die Fans weiße oder blaue Capes über, die dann ein blau-weißes Bild abgaben. Stimmlich ging es auch voll zur Sache.  Sobald das Spiel begann, gaben beide Seiten alles von sich.

Es dauerte auch nicht lange, da waren die Gemüter auch gleich erhitzt. Der Club versuchte die Bälle über die Außen und Sirlord Conteh zu spielen, doch in der Abwehr war wiedereinmal Endstation. Kein gefährlicher Ball ging in den ersten Spielminuten auf das Tor von Jasmin Fejzic. Munter ging es hin- und her und bereits da zeigte ein Spieler, dass er einen Sahnetag erwischt hatte. Der Magdeburger Torhüter Morten Behrens. Mit seinen Paraden sollte er zum Matchwinner werden. Die erste richtig hitzige Szene folgte dann in der 30.Minute. Ein Zweikampf von Sirlord Conteh brachte auch ihn zu Fall, doch er war so in Rage, dass er seinem Gegenspieler noch hinterhertrat. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde, hatte alles im Blick und zog sofort die rote Karte aus der Hosentasche. Somit waren wir wieder frühzeitig geschwächt und nur noch zu zehnt auf dem Platz. Viele Fragezeichen blieben allerdings noch, denn Braunschweigs Robin Becker, der bereits in der 6. Minute die gelbe Karte sah, war auch in der 30. Spielminute ein Thema. Zeigte der Schiedsrichter doch eindeutig auf ihn und hob erneut den gelben Karton, ging er allerdings nicht vom Platz. Stattdessen bekam Marc Pfitzner die Karte gezeigt. Doch dies sah gar nicht danach aus. Viele Diskussionen folgten, die Fernsehbilder wurden ausgewertet und doch keine Lösung gefunden.

Während die Diskussionen auf den Rängen lauter wurden und die Telefone heiß liefen, lief das Spiel auf dem Rasen weiter. Braunschweig schaffte es bis zur Pause nicht die Überzahl für sich auszunutzen. Morten Behrens hielt und hielt und mit einem Unentschieden ging es in die Pause. 

Nach der Pause begann der Sturmlauf der Braunschweiger und dann fiel Schwenk in unserem Strafraum doch relativ leicht. Doch auch hier zeigte Schiedsrichter Sven Jablonski schnell auf den Punkt. Diskussionen unnötig, da es in der dritten Liga keinen Videobeweis gibt. Marc Pfitzner trat an und versenkte den Ball an Behrens vorbei im Tor. Da war die 49. Minute gespielt und wir lagen zurück. Dann der Anstoß und plötzlich jubelten alle Clubfans, bevor der Stadionsprecher das Tor der Eintracht durchsagen konnte. Christian Beck fasste sich ein Herz, ging auf das Tor zu und traf per Heber zum 1:1 Ausgleich (50.). Beckus rannte auf die Kurve zu und der Rest hinter ihm hinterher. Komplettes Ausrasten auf den Rängen. Das war die richtige Antwort.

Gerade hatten wir uns beruhigt, da zog der Schiedsrichter wieder die rote Karte aus der Hosentasche. Thore Jacobsen stieg zu heftig gegen Patrick Kammerbauer ein und traf ihn unglücklich am Kopf. Jacobsen sah ebenfalls die glatt rote Karte, doch dieses Mal musste auch ein Braunschweiger vom Platz. Wegen Meckerns bekam Marc Pfitzner ebenfalls den gelben Karton und handelte sich so die Ampelkarte ein. Somit war nach 52 Minuten ein Spiel 10 gegen 9 auf dem Feld. Patrick Kammerbauer konnte nicht mehr weitermachen, doch seine Mitspieler gaben nun Gas. Lange hielt der Club dagegen, doch in der 69. Minute war ein gut herausgespielter Ball für Behrens nicht zu halten. Die Braunschweiger gingen mit 2:1 durch den Ersatzkapitän Benjamin Kessel in Führung. Wieder Jubel bei der Eintracht. Sie drückten und wir standen mit 8 Mann hinten drin. 

Kurz darauf bekam Beck einen Freistoß auf der linken Seite. Rico Preißinger übernahm, da Gjasula nicht dabei und Bertram schon vom Feld gegangen war. Preißinger brachte den Ball in den Strafraum, Beck verlängerte zu Björn Rother, der goldrichtig stand und den Ball zum erneuten Ausgleich versenkte. Wieder komplettes Ausrasten auf dem Platz und den Rängen. Die Braunschweiger waren bedient. 

In den letzten 20 Minuten war es ein einseitiger Sturmlauf der Eintracht und ein Aufbäumen unseres Clubs. Morten Behrens im Tor hatte eine Sahnetag und seine Glanzleistungen brachten letztendlich den einen Punkt für den Club, der sich wie ein Sieg anfühlte.

Die Spieler und auch die Verantwortlichen waren nach Spielschluß mit dem Punkt zufrieden. Eine Aufarbeitung wird dennoch stattfinden, denn die zwei roten Karten werden noch Thema sein. Eine Strafe wird folgen und beide Spieler sind für das erste Spiel im neuen Jahr definitiv gesperrt. 

Wir gehen insgesamt mit einem gemischten Gefühl in die Winterpause. 27 Punkte sind gut, aber eigentlich auch zu wenig. In vielen Spielen hat man einige Defizite gesehen und wir sind gespannt, ob in der Winterpause nachjustiert wird. Wir werden es beobachten.

Bis dahin. Einmal-Immer!