Und da ist sie wieder unsere Auftaktniederlage - 1:2 gegen St. Pauli

1. FC Magdeburg - FC St. Pauli 1:2 (1:1)

Und da ist sie wieder unsere Auftaktniederlage - 1:2 gegen St. Pauli

05.08.2018von sportfotos-MDFußball
Und da ist sie wieder unsere Auftaktniederlage - 1:2 gegen St. Pauli

In den letzten beiden Jahren hat der Club den Saisonauftakt immer vergeigt (0:3 gg. Köln und 1:4 gg. Großaspach). So auch in der Premierensaison in der zweiten Liga. Nur war die Niederlage heute absolut vermeidbar, da zwei individuelle Fehler von gnadenlosen Hamburgern eiskalt bestraft worden sind. Die beiden Leittragenden im speziellen waren Außenverteidiger Michel Niemeyer, der vor dem 1:1 unglücklich vor die Beine von Buchtmann klärte und Torhüter Jasmin Fejzic, der beim Freistoß nicht gut aussah, weil der Ball in seiner Torhüterecke einschlägt. Trainer Jens Härtel sah die Situation folgendermaßen: „In der zweiten Liga müssen wir uns schnell daran gewöhnen, dass wenn du ein paar Situationen zulässt, sofort bestraft wirst. Fejzic trippelt beim Freistoß ein bisschen und steht beim Abschluss von Knoll in der Mitte des Tores. Er hatte keine gute Position und der Ball war dann so wie er kam, nicht mehr für ihn zu halten. Wenn der Ball in die Torwartecke geht, hat der Torhüter nicht alles richtig gemacht."

Beck erzielte nach einer Viertelstunde die Führung.

Jens Härtel ließ sein Team im 4-2-3-1 System spielen – also mit Viererkette, wobei auffällig war, dass sich Björn Rother bei eigenem Ballbesitz aus dem Mittelfeld in die Abwehrzentrale abfallen ließ, um den Spielaufbau anzukurbeln. Diese taktische Variante hatte aber auch den Nachteil, dass der Club im Mittelfeld zu wenig Präsenz hatte. Also hieß die Devise: hinten dicht stehen und nach vorn mit langen Bällen überfallartig kontern. Die Taktik ging zu Beginn auch voll auf. Beck hatte nach einem fantastisch getimten Pass von Türpitz bereits nach 5 Zeigerumdrehungen die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber am glänzend reagierenden Himmelmann im Kasten dez Kiez-Clubs. Eine Minute davor war es Türpitz, der eine Niemeyer-Flanke nur knapp verpasste. Nach zehn Minuten kam St. Pauli besser in das Spiel und kombinierte flüssiger. Dennoch fiel in dieser Phase die Führung für den Club. Becks „Dankeschön“ ging an St. Paulis Innenverteidiger Philipp Ziereis, der einen langen Butzen-Kopfball unterlief. Beck hatte freie Bahn und netzte per Vollspann rechts unten (16. Minute). In der Folge stand der Club weiterhin hoch, ohne in der vordersten Linie konsequent zu pressen. Mit viel Leidenschaft und schnellen Beinen wurde geschickt verteidigt. St. Pauli fiel herzlich wenig ein. Eine halbe Stunde war gespielt, als Niemeyer einen freien Ball genau vor die Füße von Buchtmann klärte. Angemerkt sei aber auch, dass Niemeyer in seinem Rücken von Zander bedrängt wurde. Buchtmann jagte den Ball von der Strafraumkante ins lange Eck – unhaltbar für Magdeburgs Nummer eins Jasmin Fejzic. Es war die erste Gelegenheit für St. Pauli. Diese brutale Effizienz beschrieb Härtel eingangs dieses Textes. Moeller Dähli und wieder Buchtmann hatten weitere Möglichkeiten vor der Pause.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte, die sich über weite Strecken sehr zäh gestaltete. St. Pauli war in Drucksituationen ballsicherer – beim Club ging nach vorn so gut wie nichts. Wenn flach nach vorn gespielt wurde, war der Ball schnell weg. Hohe Bälle waren anders als in der ersten Halbzeit aber auch kein Problem mehr für die Hamburger Verteidiger. Die einzigen nennenswerten Chancen vor der Schlussphase hatten Preißinger aus blau-weißer Sicht (62. Minute/ deutlich drüber) und erneut Buchtmann per Distanzschuss (67. Minute / Fejzic parierte). Dann kam die 81. Minute: Sobotta und Niemeyer führten einen 50:50 Zweikampf. Schiri Willenborg entschied wie sehr häufig im zweiten Abschnitt auch in dieser Situation zu Gunsten von St. Pauli. Der Spezialist für ruhende Bälle, Marvin Knoll zirkelte das Spielgerät aus 20 Metern in Fejzics Torwartecke.

Die Erkenntnis wird für unser Trainerteam lauten, dass neben dem Vermeiden von individuellen Fehlern aber vor allem das Spiel ohne Ball in der zweiten Liga deutlich aktiver gestaltet werden muss. Genau dadurch hat St. Pauli eben immer wieder Fehler beim Club provoziert bzw. Balleroberungen gehabt. Vermeidbar wären diese gewesen, wenn unsere Jungs dem ballführenden Spieler durch geschickteres Anbieten eine zusätzliche Lösungsmöglichkeit gegeben hätten. Kann diese Gedankenschnelligkeit in den kommenden Wochen trainiert werden, werden die nötigen Punkte zum Klassenerhalt eingefahren werden.

Weiter geht es in der nächsten Woche, wenn Blau-Weiß nach Aue reist. Sport frei!