Vom Rückblick der Mitgliederversammlung und Ausblick auf Unterhaching

Gedanken zwischen Mitgliederversammlung und dem nächsten Heimspiel

Vom Rückblick der Mitgliederversammlung und Ausblick auf Unterhaching

22.11.2019von Nicole OtrembaFußball
Vom Rückblick der Mitgliederversammlung und Ausblick auf Unterhaching

Donnerstagabend

Ich radelte zu den Messehallen und setzte mich zwischen den anderen Mitgliedern in die Reihe. Mitgliederversammlung ist angesagt. Es wurde rückblickend auf die Saison 2018/2019 geschaut. Die Saison, die sportlich nicht so rosig lief, was alle Verantwortlichen auch immer und immer wieder betonten. Doch zuerst gab es erstmal ein paar Fakten. Mittlerweile hat der Verein 9.478 Mitglieder registriert. Der Zuwachs ist stetig und dadurch nehmen auch die Einnahmen zu. Vor Ort waren 735 Mitglieder und nahmen in der großen Messehalle Platz. Ausgestattet mit einer Stimmkarte lauschte ich den Ausführungen vom Präsidenten Peter Fechner und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Lutz Petermann.

Wo es sportlich nicht so rosig lief, zeigte sich Bilanz alles andere als unerfreulich. Mit einer guten Liquiditätsdecke sieht sich der Verein gewappnet auch die nächsten Jahre weiterhin auf gesunden Beinen zu stehen.

Ein Satz von Herrn Petermann zog sich dennoch den ganzen Abend über durch das Programm. "Wir werden hier über 700 verschiedene Meinungen haben." Das stimmte. So erging es auch mir. Bei den Ausführungen des Vereins und des Nachwuchsleistungszentrums wurde mir vieles zu schön dargestellt. Wer hinter die Kulissen blicken kann, wird merken, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Denn wo "Magdeburger Jungs" groß drauf steht, ist kaum noch ein "Magdeburger Junge" drin. Die Ursache? Vielschichtig und oft nicht nachvollziehbar. Der ursprungliche Gedanke, dass richtige Talente auch gefördert werden, ist stark zu hinterfragen. Aber egal, "politische" Entscheidungen werden leider nicht oft genug hinterfragt. Das NLZ hat mit Aufwendungen von über 30.000 Euro die Zertifizierung von drei Sternen des DFB erhalten. Dadurch fließt mehr Geld in die Kasse des Nachwuchsleistungszentrums, die personell immer mehr aufstocken. Auch hier kann man unterschiedlicher Meinung sein. Wir leben in einer Demokratie.

Kommen wir aber zurück zur Profimannschaft, die den Ausführungen geschlossen lauschte. Es war ein Pflichttermin und ein Großteil der Mannschaft ist erst seit der aktuellen Saison im Verein. Das Lob an die Fans, die den 1.FC Magdeburg in ganz Deutschland bekannt machten, können aber auch sie bedingungslos teilen. Auch sie wissen, wie es sich anfühlt, ein ganzes Stadion hinter sich zu haben. In der letzten Saison waren 20.129 Zuschauer im Durchschnitt im Stadion und konnten den Abstieg nicht verhindern. Aber sie feierten trotzdem. Ein großes Dankeschön ging auch vom Aufsichtsrat an die Fangemeinde, die sich vorbildlich an das Hüpfverbot gehalten hatten. Ein kleiner Wehrmutstropfen schwang allerdings mit. Mit 165.000 Euro Strafzahlungen, wegen Verfehlungen der Fans, musste der Club in der letzten Saison mehr zahlen als in den drei Spielzeiten zuvor zusammenaddiert. Das ist schon eine heftige Summe, egal ob man Choreographieliebhaber ist, oder nicht.

Am Ende wurde es noch etwas hitziger in der Messehalle, als Satzungs- und Beitragsänderungen auf dem Plan standen und sich Fans sich zu Wort meldeten und detaillierte Fragen zu verschiedenen Anliegen hatten.

Letztendlich verließ ich mit zwei Sätzen den Saal. Erstens "700 Fans = 700 Meinungen" und "Irgendwie sind wir alle ein bisschen bekloppt". Punkt.

Samstagmittag

Die "Bekloppten" werden auch da wieder ins HKS strömen und hoffen, dass sich der 1.FC Magdeburg sportlich fängt. Ein Vergleich, wo im jetzigen Stand mit 20 Punkten am Ende der Saison Platz 4 erreicht, aber der Aufsteig knapp verpasst wurde, wurde in der Mitgliederversammlung angesprochen. Es schwang schon dort ein klein wenig Enttäuschung mit, da sich viele ein besseres Abschneiden erhofft hatten. Trotz eines 3-Jahres-Plans. Die Liga ist ausgeglichen wie nie und dass unser nächster Gegner, die Spielvereinigung Unterhaching, mit gnadenloser Effektivität auf Rang Drei ist, konnte so keiner erahnen.

Ein eingespieltes Team, welches sich bereits seit Jahren kennt, versteht sich blind auf dem Platz und macht Tore, die so keiner auf dem Plan hatte. Sie treffen im HKS nun auf eine Mannschaft, die den Derbysieg gegen den Rivalen aus Sachsen-Anhalt nicht mit nach München (Bayern II) nehmen konnte. Kleine Unaufmerksamkeiten führten zu Gegentoren, die nicht mehr aufgeholt wurden.

Wie kann man das abstellen? Das Auf und Ab der Mannschaft, welches sich durch die Saison zieht, lässt keine richtigen Prognosen zu. Zwar sind alle Mann an Bord und der Konkurrenzkampf ist groß, doch den Fan interessiert nur eines => "Ein Sieg und 3 Punkte".

Das Öffnen des Blocks 5 und der Umzug der "ausquartierten Blöcke 6 und 7" zurück auf die Nordtribüne bringt auf alle Fälle mehr Stimmgewalt auf den Rasen. Darauf freuen sich viele. Der Ticketverkauf ist leider gegen Unterhaching nicht in die Höhe geschnellt. Erst knapp 15.000 Tickets wurden bisher an den Fans gebracht und viele Auswärtsfans werden wir auch nicht erwarten können. Bei den Heimspielen der Unterhachinger kommen nicht mehr als 5.000 Zuschauer und das ist leider auch die Ausnahme gewesen. Beim letzten Heimspiel gegen den SV Meppen waren sogar nur lediglich 2.000 Zuschauer im dortigen Stadion.

Sportlich gesehen haben die Gäste allerdings einen unglaublichen Lauf. Nur eine Niederlage (gegen den H**) mussten sie bislang einstecken. Seit 9 Spielen sind sie ungeschlagen und kommen mit großem Selbstbewusstsein an die Elbe.

Selbstbewusst sollten auch wir sein. Ölt die Stimmen. Packt euch warm ein. Gebt einfach alles. Hoffen wir einfach auf einen guten Tag unseres 1. FC Magdeburg.

Ihr wisst... Einmal-Immer!