Vor der Saison haben wir euch etwas versprochen ...

Ein Auswärtsspiel mit vielen Fragezeichen

Vor der Saison haben wir euch etwas versprochen ...

04.10.2019von Nicole OtrembaFußball
Vor der Saison haben wir euch etwas versprochen ...

Eine 50.000 Mann-Arena begrüßt 3.874 Zuschauer, darunter knapp 1.000 Magdeburger Fans. Ein trauriges Bild. Viele Bereiche des Stadions blieben geschlossen. Man öffnet nur das Nötigste. Die Zufahrt ist gigantisch. Staus gab es nicht. War auch abzusehen, denn der KFC Uerdingen muss immernoch ausweichen, da ihr eigenes Stadion, die Grotenburg, umgebaut wird. 

Die Mannschaft, die von Interimstrainer Stefan Reisinger, auf den Platz geschickt wird, ist nicht sanierungsbedürftig. Viel Erfahrung stand dort auf dem Platz und es las sich vor Anpfiff, dass dieses Spiel ein spannendes werden würde.

Nun denn ... was die Zuschauer gesehen hatten, war ein Spiel, wo beide Teams eigentlich können, aber irgendwie nicht wollten?! In der ersten Halbzeit bildeten sich bereits einige Fragezeichen auf der Stirn. Nachdem Sören Bertram frühzeitig einen Ball knapp am Tor vorbeispielte und daraufhin eine Ecke folgte, hatte auch der Magdeburger Anhang die Hoffnung. Das Spiel ging zuerst auf das Tor, welches zwischen beiden Fanblöcken stand. Morten Behrens hatte demnach eine leere Tribüne hinter sich. Die Hintertortribüne, wo sonst die Ultras von Fortuna Düsseldorf stehen. Das Stadion verwaist. Die Clubfans sangen und die Krefelder versuchten ein wenig dagegen anzukommen. Ein Fotograf war verwundert über so viele Fans, die an einem Freitagabend den weiten Weg angetreten hatten, um dieses Spiel zu sehen. Unsere Antwort war lediglich "Das ist noch wenig." Große Augen blickten uns an. Tja. So ist es.

Über das Spiel kann man so gar nichts sagen. Beide Mannschaften standen auf dem Platz und spielten hin und spielten her. Torchancen wurden von den Torhütern vereitelt. So richtig spannend war es nicht. Dominik Ernst hatte bereits nach 17 Minuten seine 5. gelbe Karte kassiert. Das ärgerte uns Magdeburger am Meisten. Gab es sonst noch etwas Aufregendes? Die Ecken. Da gab es für Uerdingen mal vier Stück in Folge. 

Richtig euphorisiert sind wir nach 45 MInuten nicht in die Pause gegangen. Das traf wahrschienlich auch bei den Hausherren zu. Doch wir wären keine Clubfans, wenn wir die Hoffnung aufgeben würden. Also glaubten wir an die positive Wende.

Die zweite Hälfte begann und die Spielzüge verzogen sich schon etwas mehr zum Krefelder Tor, aber so richtig zwingend war keine Torchance. Der Ball lief defintiv bei den Krefeldern besser durch die Reihe und sie waren über die Außenbahnen schnell vorne. Dann der lange Ball in die Box und ... unsere Abwehr hatte mächtig zu tun. Auf der anderen Seite köpfte und schlug Jan Kirchhoff die hereingebrachten Bälle schnell und weit zurück aufs Feld. Da konnten unsere Spieler ackern und machen was sie wollten.

100%ige Torchancen kann man gar nicht aufschreiben. Es gab sie einfach nicht. Es gab kein "Ahhhh" und "Ohhhhhhh" und "Huarrggghhhhhh". Ein einziges Mal war es wirklich knapp, als Christian Beck im Strafraum gefoult wurde. Da hätte man auch Elfmeter geben können. Tat Bundesligaschiedsrichter Daniel Schlager aber nicht. Er kannte uns bereits aus der vergangenen Spielzeit. Hier pfiff er zwei Spiele mit unserer Beteiligung (MSV Duisburg zu Hause mit dem 3:3 und das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli, welches wir mit 1:4 verloren und uns ein reguläres Tor aberkannt wurde). Da konnte Christian Beck auch heute machen was er wollte. Er bekam einfach keinen Freistoß. Ebenso wenig wie Sören Bertram. 

Doch wenn wir schon über nicht gegebene Freistöße und Elfmeter schreiben, dann wird jedem klar, was für ein Spiel hier abgeliefert wurde. 

Aber ... ein Highlight hatten wir und Jürgen Gjasula hätte sich in die Geschichtsbücher eintragen können. Wir schrieben die 89. Minute. Tarek Chahed wurde böse gefoult. Da musste Schiri Schlager pfeifen. Zentrale Position aus 20 Metern. Jürgen Gjasula stand bereit. Er wollte den Ball im Tor versenken. Er lief an und der Ball wurde zur Ecke abgefälscht. Schnelle Ausführung nach hinten und dann ging der Ball am Tor vorbei. Chance vertan. 

Es ist nach vorne einfach zu wenig. Heute war keine Durchschlagskraft zu sehen und auch die Spieler waren bedient. Sie gingen langsam in die Kurve und bekamen dann eine klare Ansage. Den Inhalt möchten wir nicht widergeben, aber nur soviel ... "Die Geduld ist am Ende".

Unsere Erinnerungen auch. Bei diesem Spiel hat man leider zwischendrin doch mal abgeschaltet. Am Ende war es ein glücklicher Punktgewinn. Mehr aber auch nicht. Hoffen wir einfach auf bessere Zeiten und ein bessere Darbietung gegen Hansa Rostock, die unser nächster Heimgegner sind.

Und hier die prägendsten Worte des Tages nach dem Spiel vom Capo an die Mannschaft:

"Vor der Saison haben wir euch etwas versprochen. Wir werden immer hinter euch stehen. Wir haben auch etwas gefordert, seid ein Team, spielt zusammen und holt die Siege. Wollt ihr durch solche Stadien, mit uns im Rücken fahren, oder wieder Amateurfussballspielen? Rafft euch und wir stehen immer hinter euch!"

Punkt.

Sport Frei!