WAHNSINN HOCH DREI - SUPPORT, AUSWÄRTSSIEG, 3 PUNKTE

Nachbetrachtungen zum Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV

WAHNSINN HOCH DREI - SUPPORT, AUSWÄRTSSIEG, 3 PUNKTE

08.04.2019von Nicole OtrembaFußball
WAHNSINN HOCH DREI - SUPPORT, AUSWÄRTSSIEG, 3 PUNKTE

WAS für ein Spiel. WAS für ein Support. WAS für eine sensationelle 94. MInute.

Minute 1

Genau 49.823 Zuschauer fanden den Weg ins Hamburger Volksparkstadion und wollten live bei der Montagspartie des Hamburger SV gegen den 1. FC Magdeburg dabei sein. Die Favoritenrolle war klar verteilt. Der Hamburger SV will weiterhin oben dran bleiben und den Aufstieg in die 1. Liga klar machen. Der 1. FC Magdeburg hingegen kämpft mit allen Mitteln gegen den Abstieg und will den Klassenerhalt sichern. Dazu braucht man natürlich drei Punkte. Von Beginn an machten die Magdeburger aber ordentlich Ballett. Nicht nur der Magdeburger Support verzückte, auch der Club ging beherzt in die Zweikämpfe und ließ den Hamburgern schnell spüren, dass dies hier kein einfaches Stelldichein gibt.

Minute 10

Anfangs waren die Magdeburger spielbestimmender, doch der HSV kam langsam ins Rollen. Sobald sie am Ball waren, ging es auch schnell nach vorne. Über die Außenbahnen schickten sie Bakery Jatta und Pierre-Michel Lasogga. Da half nur konsequentes Verteidigen. Doch beide Mannschaften nahmen sich nichts.

Minute 21

TOR für Magdeburg. Der Auswärtsblock war bereits am Ausrasten und übersah die Fahne des Linienrichters. Alexander Brunst schlug den Ball weit nach vorne und Rico Preißinger nahm ihn im MIttelfeld auf. Dann sah er Felix Lohkemper starten und schickte den Ball steil nach vorne, Lohkemper zog links am Torwart vorbei und schob den Ball ins Netz. Doch bei der Annahme sollte er im Abseits gestanden haben. Die TV-Bilder im Nachgang zeigten leider gleiche Höhe. Somit wurde ein regelgerechtes Tor (mal wieder) aberkannt. Da hätten wir uns den Videobeweis gewünscht. Gibt es aber nicht. Noch nicht. Es folgte aber eine Situation, da waren wir froh, dass es diesen nicht gab. 

Minute 31

Ein sehr schönes, schnelles Spiel in beide Richtungen war bereits eine halbe Stunde alt, da gingen die Hausherren völlig überraschend in Führung. Ein Freistoß, durch ein Foulspiel von Marius Bülter an Gotoku Sakai, brachte Do Santos in den Strafraum. Dort klärte Björn Rother den Ball per Kopf heraus, allerdings genau vor die Füße von Bakery Jatta. Der sagte kurz "Danke" und traf zum 1:0 und damit vor der Magdeburger Fankurve mitten ins Magdeburger Herz. Doch der Support ließ nicht nach. Nun kamen auch die Heimfans mal etwas und wurden phasenweise lauter, doch die Stimmgewalt hatten weiterhin die Magdeburger auf ihrer Seite. Die Hamburger dachten, dass dies nur der Beginn war. Doch falsch gedacht. Der Club stürmte weiter. Auch Hamburger zog immer wieder zu unserem Tor, aber richtig gefährlich wurde es erstmal nicht.

Minute 45

Mit diesem knappen Rückstand ging es in die Pause. Viele warteten sehnsüchtig auf die Rückkehr von Kapitän Christian Beck. Würde er bereits zur Halbzeit kommen? Nein. Trainer Michael Oenning beließ es bei der Startelf und gab den gleichen Spielern weiterhin ihr Vertrauen.

Minute 50

Nachdem im Gästeblock erneut eine Choreo gezeigt wurde, nahm das Spiel ordentlich an Fahrt auf. Nach Teil 1 der Choreo "Für unsere Stadt" mit rot-grünem Papier, gab es zum Wiederanpfiff den Slogan "Für unsere Farben" mit blau-weißem Papier. Doch dann richteten sich alle Blicke auf das Feld. Nach einem Freistoß geht Lasogga mit Ball auf das Magdeburger Tor zu und dringt in unseren Strafraum ein (50.min). Tobias Müller kommt und trennt ihn vom Ball, dieser geht ins Toraus. Schiedsrichter Bastian Dankert entscheidet auf Elfmeter für Hamburg, der Linienrichter meldet aber Gesprächsbedarf an und korrigierte ihn. Ball gespielt und somit kein Elfmeter, sondern Eckball, entschied der Schiedsrichter. Der Elfmeter wurde zurückgenommen, die Ecke kommt und dann der nächste Aufschrei. Müller klärte vor Brunst mit der Hand, aber Schiri Dankert sieht dies nicht. Das wäre ein fälliger Strafstoß gewesen und da es noch keinen Videobeweis gibt, war das Glück auf unserer Seite. So gleicht sich vieles dann doch aus. Das Spiel lief weiter.

Minute 60

Zwei MInuten vorher schrie wieder das halbe Stadion "Hand", doch einen Elfmeter bekam Hamburg nicht. Im Gegenzug bekam dann Rico Preißinger einen Freistoß zugesprochen nachdem Gideon Jung ihn foulte. Dieser wurde hinten herum gespielt und Preißinger bekam den Ball, sah Bülter, der den Ball in die Spitze gespielt bekam und am Abwehrspieler vorbeizog. Er zog ab und traf an Torwart Pollersbeck vorbei ins Hamburger Tor. Ausgleich nach 60 Minuten. An der Seitenlinie war zu diesem Zeitpunkt schon einer ganz aufgeregt. Christian Beck hatte bereits sein Trikot übergestreift und wartete auf seine Einwechslung. 

Minute 64

Beck ist back. Unter Applaus betrat er den Rasen und wurde in seinen ersten Läufen lautstark angefeuert.

Minute 74

Das Unentschieden hatte weiterhin Bestand. Beide Teams wollten ein Tor schiessen, aber beide Abwehrreihen standen sicher. Der Support war zu diesem Zeitpunkt weiterhin auf Seiten der Gäste. Über 7.000 Magdeburger sangen, hüpften, jubelten und genossen einfach das Spiel. Es war einfach grandios zuzuhören und zu sehen. 

Minute 81

Die letzten 10 MInuten brachen an und da wird es einem Magdeburger Fan schon etwas mulmig. Zu oft wurden die Punkte in den letzten Minuten abgegeben und verloren. Das sollte und durfte heute nicht passieren.  Tobias Müller verpasst in der 84. Minute den Ball sogar um Haaresbreite und segelte an einer tollen Hereingabe vorbei. Viele Ballverluste auf beiden Seiten folgten in den letzten MInuten und der Zeiger drehte sich und zeigte bald den Ablauf der 90 MInuten an.

Nachspielzeit - Minute 94

Hamburg drückte. Der Club stand tief hinten drin. Die vier MInuten Nachspielzeit zogen sich wie Kaugummi. Der Ball segelte von Strafraum zu Strafraum. Hin- und her. Wie beim Tennis verfolgte man den Ball auf dem Spielfeld. Nach einem Ballgewinn ging Timo Perthel auf der linken Seite und lief was das Zeug hielt. Khaled Narey kam zu spät, ging in Perthels Beine und sah den gelben Karton. Der Club bekam einen Freistoß. Kurz durchatmen. Der Ball kam, ging an den hochsteigenden Beckus vorbei und wurde vor die Füße von Philip Türpitz abgefälscht, der den Ball volley mit links nahm und aufs Tor zog. Pollersbeck war auf dem Weg in die andere Richtung und konnte so schnell nicht umschalten und sah den Ball nur im Netz einschlagen. TOR für den 1. FC Magdeburg. Und es ist der Siegtreffer von Türpitz, der in die Kurve rannte, sich feiern ließ und sich seines Trikots entledigte. Die gelbe Karte nahm er gern dafür in Kauf.

Minute 95

AUS. AUS. AUS. Das Spiel ist AUS und die Mannschaft feierte, die Kurve feierte ... alle Magdeburger feierten und jubelten. In ganz Deutschland gab es ein Dauergrinsen bei den Clubfans. Es sind 3 wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Nächsten Samstag gehts weiter. Zu Hause gegen den SV Darmstadt 98. Na dann ... wir feiern noch etwas. Ein Tag darf ja drin sein ... dann gilt es die Konzentration wieder auf das nächste Spiel zu setzen.

Mitternacht

Der Tross rollt gen Heimat. Nach der Euphorie und dem vielen Adrenalin macht sich die Müdigkeit breit. Montagsspiele ... wir werden keine Freunde mehr.

Sport Frei!