Wenn der Ball einfach nicht ins Tor will

Heimniederlage gegen Aufstiegsaspiranten FC Ingolstadt

Wenn der Ball einfach nicht ins Tor will

07.12.2019von Nicole OtrembaFußball
Wenn der Ball einfach nicht ins Tor will

Nach dem Spiel schaut man in viele ratlose Gesichter.

Keiner weiß so recht was das für ein Spiel war. Keiner weiß gerade, wie man dieses Spiel verlieren konnte. Alle wissen, dass ein Team mit gefühlt 90 Prozent Ballbesitz normalerweise gewinnt. Doch, wenn dieser Ball einfach nicht ins Tor geht, dann  kann man halt machen was man will.

Vor dem Spiel waren alle noch frohen Mutes. Sogar die Kollegen vom Sport-TV-Sender waren optimistisch und sagten ein 3:1 voraus. Das hätte ich auch gern genommen, doch es kam anders. Schon vor dem Spiel machte sich ein komisches Gefühl in mir breit. Die Euphorie war mir zu groß. Nach zwei Siegen haben viele einen weiteren Sieg vorausgesetzt. Doch mit dem FC Ingolstadt kam ein Aufstiegsaspirant an die Elbe und wollte dies auch unterstreichen. 

Das Spiel war 90 Minuten lang ein Spiel auf ein Tor. Das Tor von Fabijan Buntic. Der Keeper des FC Ingolstadt hatte genug zu tun und hatte nicht die Befürchtung irgendwie kalt zu werden. Das sah bei unserem Torhüter Morten Behrens schon anders aus. Wir spielten auf ein Tor, wir versuchten es über rechts und wir versuchten es über links. Immer und immer wieder trieben wir den Ball nach vorne. Wir hatten Chancen und doch ging der Ball nicht ins Netz. Als dann ein Kopfball von Kapitän Christian Beck von Buntic noch mit einer Fingerspitze vor der Linie geklärt wurde, da war uns fast klar, dass das heute ganz schwer werden würde.

Mit einer Chance war Ingolstadt plötzlich vorne und der Ball nach 21 Minuten im Netz. Alle schauten sich verdattert an und fragten sich, warum dieser Ball plötzlich im Netz war und nicht schon vorher geklärt werden konnte.

Die Brust raus versuchten sie es weiter. Die Offensive ging nach vorne und versuchte es weiterhin über beide Seiten. Kurz vor der Pause dann eine Doppelchance .... wieder ohne Treffer. Die Köpfe hingen. Im Zuschauerrund wuchs dagegen der Frust gegen den Keeper Buntic, der Stunden brauchte, um den Ball abzuschlagen und auch gegen den Schiedsrichter, der einige zweifelhafte Entscheidungen fiel.

Nach der Pause hatten alle die Hoffnungen auf ein Unentschieden. Wenigstens einen Punkte sollte man aus dem letzten Heimspiel des Jahres mitnehmen. Doch die Gäste stellten den "Bus" vor das Tor und wir konnten die Türen irgendwie nicht öffnen und diesen wegfahren. Sie bolzten alle Bälle heraus. Elf Ecken fanden keinen Abnehmer im Clubtrikot. Viele Standards fanden den Weg nicht ins Tor. Man hätte noch Stunden spielen können, es sollte nicht sein. Als dann der junge Dennis Eckert Ayensa noch zum 2:0 in der 80. Minute traf, waren die letzten Hoffnungen dahin. Die ersten Zuschauer verließen das Stadion und ließen ratlose Gesichter zurück.

Block U feierte dennoch weiter. Auch nach Abpfiff machten sie mehr Stimmung, als man anderer Verein während eines Spiels. Wenn man solche Fans hat, dann braucht man sich vor gar nichts fürchten.

Es geht immer weiter. Und das nächste Spiel wartet bereits. Es wird in Münster sein.

Auf ein Neues! Einmal-Immer!