Wenn die Hoffnung schwindet und der Glaube noch da ist

Nachbetrachtung des 29. Spieltags gegen den SV Darmstadt 98

Wenn die Hoffnung schwindet und der Glaube noch da ist

13.04.2019von Nicole OtrembaFußball
Wenn die Hoffnung schwindet und der Glaube noch da ist

Stille. Pfiffe für die Gäste. Niedergeschlagene Gesichter auf dem Platz. 

Die Hoffnung schwindet. Der Glaube ist aber noch da. Es zerreißt uns förmlich. Zwischen Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt schleichen wir aus dem Stadion und können es nicht fassen. Was war das für ein Spiel? Was war das für ein Gegner? Was haben wir falsch gemacht, wieso ging dieses Spiel am Ende noch verloren? Wieder ein Standard. Wieder in den letzten Minuten der normalen Spielzeit. Wieder waren wir die bessere Mannschaft. Wieder gehen wir trotzdem als Verlierer vom Platz. Was haben wir nur verbrochen? Wieso gelingt es uns nicht, aus eigener Kraft locker in dieser Liga zu verbleiben?

Sind die Gegner so viel besser? Nein. Sind sie nicht. Das ist fakt. Der 1. FC Magdeburg hat immer gut mitgehalten und auch gute Spiele absolviert. Die Tore fehlen. Die Torchancen. Die Torverwertung. Auch heute war das wieder der Fall. Wir spielten den Gegner förmlich an die Wand. Es gelingt uns dennoch nicht, das Abwehrbollwerk zu umgehen und den Ball gut in den Strafraum zu spielen. Der Weg bis zur Strafraumkante ist gut, danach ist Feierabend. Des Rätsels Lösung? Haben wir nicht. Auch der Trainer ist verzweifelt und versteht es nicht. Wollen einige Spieler zu viel und es alleine machen? Denken sie zu viel nach, wenn sie die Box betreten? Oder fehlt das Quäntchen Glück am Ende und der Gegner kann es einfach gut verteidigen?

Die Spieler sitzen in der Kabine, schütteln die Köpfe und verstehen die Welt nicht mehr. Wieder ein Standard, der die Niederlage brachte und Punkte kostete. Wieder ein Foulspiel was hätte nicht sein müssen und clever vom Gegner herausgeholt wurde. 

Wir drehen uns im Kreis. Der Sieg in Hamburg ist plötzlich wieder gar nichts wert. Mit einem Sieg heute gegen eine schwache Darmstädter Mannschaft, hätte man weiter auf einer Welle des Selbstbewusstseins reiten können. Dann wäre wahrscheinlich auch das Spiel gegen Regensburg mit einer anderen Körpersprache angegangen worden. Doch die Fahrt nach Regensburg wird nun noch schwerer als gedacht. Durch die gelbe Karte gegen Dennis Erdmann fehlt uns zudem ein Abräumer in der Abwehrkette. Das schwächt uns zusätzlich. Da muss nun ein neues Rädchen eingebaut werden. 

Wenn wir uns das Spiel rückblickend betrachten, kommen zuerst die Emotionen hoch.

Als Fan: Frust. Enttäuschung. Ärger. Ja, auch Wut. 

Als objektiver Spielbetrachter: Tolle Stimmung. Kein gutes Spiel. Unverdienter Sieger. 

Wir wollen heute dieses Spiel nicht näher betrachten. Knapp 90 Minuten belagerten die Magdeburger die gegnerische Hälfte und spielten sich dennoch kaum Torchancen heraus. Der Gegner befasste sich mehr mit dem Verteidigen als mit Angriffsfussball und fiel durch nicklige Fouls auf. Die Verletzung von Philip Türpitz traf uns mehr als gedacht und Torjäger Christian Beck kam irgendwie nicht ins Spiel. Jan Kirchhoff verteilte gekonnt die Bälle, die Abwehr stand sicher und Marius Bülter lief sich des Öfteren fest und sah zudem seine besser positionierten Mitspieler nicht rechtzeitig. Aus Eckbällen und Standards konnten wir keine gefährliche Torchance erarbeiten und im Abgreifen der gelben Karten waren wir beim Schiedsrichter auch ganz schnell auf der Liste.

So kommt der 1.FC Magdeburg jedenfalls nicht weiter. Der Frust sitzt tief und das braucht einige Stunden oder Tage bis man diese 93 Minuten verdaut hat.

Wenn die Hoffnung schwindet und der Glaube noch da ist - dann bist du Fan vom 1.FC Magdeburg. Willkommen in unserem Leben.

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