Wenn du spielst, kannst du gewinnen - Kuriose Tore bringen ersten Sieg

Von einem Rückstand und kuriosen Toren. Ein Sieg in Meppen.

Wenn du spielst, kannst du gewinnen - Kuriose Tore bringen ersten Sieg

03.08.2019von Nicole OtrembaFußball
Wenn du spielst, kannst du gewinnen - Kuriose Tore bringen ersten Sieg

Erleichterte Mienen beim Trainer- und Betreuerstab des 1. FC Magdeburg. Trainer Stefan Krämer scherzte nach der obligatorischen Pressekonferenz mit den Pressevertretern. Seine Erleichterung war ihm sichtlich anzusehen. Endlich drei Punkte auf der Habenseite. Endlich etwas Zählbares mitgenommen. Und der Strahlemann persönlich war am Ende der Flügelflitzer Manni. Aber der Reihenfolge nach.

Meppen.

Nach dem frühen Weckerklingeln ging es auf die lange Fahrt ins Emsland. Mit uns machten sich ungefähr 1.000 Clubanhänger mit auf dem Weg. Alle wollten die positive Tendenz mitverfolgen und einen Sieg in Meppen erleben. So wie vor 2 Jahren, als wir in der Hänsch-Arena mit 2:1 siegten. Eine Änderung gab es vorab im Stadion. Die HIntertortribüne, wo auch der Gästeblock beheimatet ist, wurde neu gebaut und ist nun näher am Spielfeld. Überdacht wurde er allerdings (noch) nicht und so hofften wir, dass unsere Fans nicht irgendwann im Regen standen.

Halbzeit EINS.

Das Spiel begann mit überwiegendem Ballbesitz von unseren Jungs. Steffen Puttkammer und Julius Düker, die beide in der Startelf bei Meppen standen, waren hochmotiviert und wollten gegen uns punkten. Im schwarzen Auswärtsdress liefen unsere Spieler immer wieder den Gegner an und drängten sie zurück. Bereits bei der Erwärmung konnte man beobachten, wie Flanken und andere Standards geübt wurden. Dies sollte nun auch auf dem Feld umgesetzt werden, doch die Meppener Abwehr stand sicher. 

Somit liefen wir immer und immer wieder über die Außenbahnen, flankten in die Zentrale, aber der Ball kam postwendend zurück. Das genau war auch die Taktik des SV Meppen. Sie wollten die Konter ziehen. Da waren sie auch gefährlich und kamen durch Deniz Undav, Rene Guder und Julius Düker sehr gefährlich vor unser Tor. Torwart Alexander Brunst und auch unsere Abwehr konnten vieles vereiteln, doch nach 37 Minuten sahen wir bedröppelt aus der Wäsche. Durch einen Ballverlust machten wir die Meppener stark und die Offensive rollte auf unser Tor zu. Klärungsversuche schlugen fehl und gerade Düker zog einfach ab und traf zur umjubelten Führung (37.). Danach rannten wir an und waren wieder einmal völlig von der Rolle. Es folgte auch noch der verletzungsbedingte Ausfall von Sirlord Conteh, der gut ins Spiel gekommen war und nun ausschied. Er wurde gleich zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Für ihn kam Manfred Osei Kwadwo ins Spiel und er sollte noch ein wichtiger Baustein werden.

Die Fans.

Der Anpfiff ertönte und es wurde im Block gehüpft. Erst danach folgte ein Einklatschen und ein lautes "Fussballclub Magdeburg" fegte durch die Arena. Die Stimmung war ausgelassen, wir hatten nicht nur das Spiel auf dem Rasen im Griff, sondern auch das Stadion. Unsere Gesänge hallten und wir fühlten uns wie zu Hause. Nach dem Gegentor wurde es dann etwas lauter in der Arena, aber nur kurzzeitig. Unsere Fans spulten ihr Repertoire herunter und es war alles dabei. Wechselgesang, wandern, hüpfen ... Auswärtsspiele sind immer etwas Besonderes.

Halbzeit ZWEI.

Mit einem Rückstand ging es in die letzten 45 Minuten. Doch nach Magdeburger Offensive sah es anfangs gar nicht aus. Wieder spielten die Meppener munter auf unser Tor weiter. Aber die Spieler korrigierten sich auf dem Platz, sprachen miteinander und wollten das Spiel drehen. Dafür fehlte allerdings ein Tor, damit man wenigstens erstmal ein Unentschieden auf der Anzeigetafel hatte.

Das Spiel war offen. Viele hohe und weite Bälle flogen über das Mittelfeld hinweg. Einige Stockfehler ließen uns schon fast verzweifeln, da zog Manni aus der zweiten Reihe einfach ab. Der Ball wurde abgefälscht und landete hinter Torwart Eric Domaschke im Netz. 57. Minute und alles wurde wieder auf Null gestellt. 1:1 zeigte uns die Anzeigetafel an. Doch Meppen drückte weiter. Nutzte unsere Fehler aus und stand immer wieder frei vor Alexander Brunst. Eine Schrecksekunde hatten wir dann, als ein Ball zu Rene Guder kam, der per Kopfball den Ball in Richtung linkem Toreck drückte. Wir schienen geschlagen, doch dann kam die Hand von Brunst und lenkte den Ball vor der Linie weg. Das war knapp. Noch einen Rückstand hätten wir höchstwahrscheinlich nicht wieder drehen können, da die Abwehr von Meppen zu kompakt und gut stand.

Das Spiel näherte sich den letzten 10 Minuten und gedanklich machten wir uns auf ein Unentschieden gefasst, da hatte der Fussballgott ein Einsehen mit uns. Erneut war es Manni, der seine Chance nutzte, aufs Tor zog, abschloss und der Ball zu Domaschke kam. Dieser hatte ihn fast, doch der Ball rutschte ihm durch die Beine ins Netz. 2:1 Führung in der 80. Minute. Die Hoffnung kehrte zurück. Der Wiederanpfiff erfolgte, Meppen spielte für den Spielaufbau zurück in die Abwehr und dann kam der Augenblick von Kapitän Christian Beck. Er stellte sich in den Weg, der Ball prallte letztendlich vom Rücken des Keepers ab und auch Steffen Puttkammer konnte nicht klären. Da schob Beck einfach den Ball ins leere Tor (81.). Das Spiel war gedreht und die Führung auf der Anzeigetafel sichtbar.

Die letzten Minuten spielten wir das Spiel gekonnt runter und die Gewissheit kam mit jeder Minute, dass es zum Sieg reichen würde.

Es reichte. Nach 93 Minuten pfiff der Schiedsrichter Haslberger ab und beim Team kannte der Jubel keine Grenzen.

Fazit.

Verdient. Sieg. 3 Punkte.

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel;