Sportfotos-MD trifft … Andreas Müller

04.05.2012von sportfotos-MDFußball
Sportfotos-MD trifft … Andreas Müller

Als ersten Partner durften wir mit Herrn Andreas Müller, Vorsitzender des Wirtschaftsrates und neuem Merchandisingpartner des 1.FCM, einen ambitionierten und mit Herzblut agierenden Anhänger des Vereins treffen.

Zur Person

Andreas Müller ist mit Leib und Seele Anhänger des 1.FCM. Er ist nicht nur Vorsitzender des aktuellen Wirtschaftsrates, er ist auch Inhaber von FCMtotal, dem Fanladen des 1. FCM. Zudem betreibt er daneben noch seine Firma „AM Immobilien“ und seit Neuerem das familienfreundliche Gasthaus „Zur TexAS-Kiste“.

Und genau hier traf sich Sportfotos-MD mit Andreas Müller, um sich, in lockerer Atmosphäre, unseren Fragen zu stellen.

 

11 Fragen – 11 Antworten

 

1. Sinn & Zweck des Wirtschaftsrates?

Die Hauptaufgabe des Wirtschaftsrates ist die Unterstützung der Marketingabteilung bei der Sponsorenbetreuung. Von der Empfehlungsgebung, Vernetzung untereinander bis hin zur aktiven Sponsorenakquise leistet der Rat dem Verein Zuarbeit. Bei Erstgesprächen sitzen sie mitunter mit am Tisch und stehen bei Sponsorenveranstaltungen der Marketingabteilung bei der Planung und Durchführung unterstützend zur Seite.

2. Mitglieder des Wirtschaftsrates?

Der Wirtschaftsrat besteht aus max.15 Personen aus verschiedenen mittelständischen Unternehmen, die gleichzeitig Partner des Vereins sind. Die Anzahl und die Zusammensetzung variiert, wobei die aktive Mitarbeit im Vordergrund steht. Alle sind an der erfolgreichen Entwicklung  des Vereins interessiert und engagieren sich sehr stark.

In regelmäßigen Sitzungen kommen die Mitglieder, durch die Einberufung des Vorsitzenden Andreas Müller zusammen, wobei auch hier ein/e Vertreter/in der Marketingabteilung und ein zuständiges Präsidiumsmitglied anwesend sind. Oberste Prämisse ist, dass wirtschaftlich-strukturiert etwas beim 1.FCM bewegt werden soll.

3. Wahl des Wirtschaftsrates?

Im Sommer 2011 gab es eine Neukonstellation des Wirtschaftsrates. Vorsitzender wurde Andreas Müller. Sein Stellvertreter ist Mayk Probst. Der Wirtschaftsrat hat sich zur „Neugründung“ eine eigene Satzung auferlegt.

So müssen Mitglieder des Wirtschaftsrates zwingend Vereinsmitglied und Wirtschaftspartner des 1.FCM sein. Durch Empfehlung einzelner Mitglieder oder des Präsidiums können neue Wirtschaftsratmitglieder in den Kreis aufgenommen werden. Hierbei entscheidet die mehrheitliche Zustimmung der Mitglieder. Im Anschluss daran wird der Kandidat dem Präsidium empfohlen, dieser entscheidet letztendlich über die zukünftige Teilnahme am Gremium. Jedes neue Mitglied unterzeichnet bei Aufnahme  eine Verschwiegenheitserklärung. Die Mitglieder dürfen keine unbegründeten Zahlungsrückstände ihrer Verträge aufweisen.

4. Was hat der Wirtschaftsrat zur Konsolidierung beigetragen?

Hier steht die Sponsorenvermittlung und -betreuung im Focus. Z.B. konnten, durch finanzielle Unterstützung vorgeschlagene Spieler des Sportbeirates zur Rückrunde vertraglich gebunden werden. Neben der Spielerfinanzierung gab es bisher Unterstützung in Sachen Minijobs und Hilfe bei der Wohnungssuche für die Spieler. Zudem organisiert der Rat diverse Veranstaltungen, wie z.B. die alljährlichen Spielervorstellungen im Rahmen des Sponsorentreffens.

5. Ziele, Perspektiven bzw. erreichte Ziele in der zurückgelegten Saison?

In Bezug auf die Arbeit des Wirtschaftsrates setzt man in allererster Linie auf eine Strukturierung und Zielgenauigkeit bei der Sponsorentätigkeit. Hier strebt der Wirtschaftsrat eine intensivere Betreuung an, um Multiplikatoren zu generieren, die wiederum neue Kontakte zur Gewinnung neuer Sponsoren knüpfen. So können neue Geldgeber in das FCM Boot geholt werden.

Seit Mai 2011 kann der Wirtschaftsrat auf einige erfolgreiche Maßnahmen zurückblicken. So wurden neben der Finanzierung von diversen Spielern für die Saison 2011/2012 auch die Mannschaften des Nachwuchsleistungszentrums mit Weihnachtsgeschenken überrascht und mit neuen Trikots ausgestattet. Junge Fußballtalente erhalten zum Teil über den Wirtschaftsrat eine Patenschaft, die eine zielgerichtete Ausbildung des Spielers garantiert.

Zudem möchte sich der Wirtschaftsrat bei den Initiatoren und Unterstützern des 3. Behindertentages für die tolle Organisation und Umsetzung, im Rahmen des Heimspieles gegen den SV Wilhelmshaven, bedanken. Diese Aktion ist ein Beweis, was Fans in Zusammenarbeit mit den Gremien auf die Beine stellen können.

Auch war die Fahrradtour unter dem Motto „Der Harz ist Blau-Weiß“ ein voller Erfolg. Hier realisierte der Wirtschaftsrat mit dem FanLaden, Block U-1.FC Magdeburg und dem 1.FCM gemeinsam ein großartiges Ereignis.

6. Warum Merchandisingpartner des 1.FCM trotz sportlicher Talfahrt?

Andreas Müller ist ein Geschäftsmann mit blau-weißem Herzblut. Nach der jahrelangen sportlichen Talfahrt des 1. FCM lag das Merchandising am Boden. Es fehlte die Innovation, d.h. es gab kaum neue bzw. fanorientierte Produkte. Hier möchte Andreas Müller und sein Team den Fans eine neue Qualität bieten. Er weiß, dass er ein hohes Risiko mit der Merchandisingübernahme eingegangen ist und eine große Durststrecke zu erwarten war. Dennoch glaubt er an seinen Verein und seine tiefe Verbundenheit hat ihn zu größeren Investitionen veranlasst. Er ist sich sicher, dass der Fanartikelabsatz durch neue Produkte, und natürlich durch erfolgreichere Ergebnisse und Platzierungen der 1. Männermannschaft, wieder ansteigt.

7. Was sagen Sie zur aktuellen Presse in Bezug auf Nienhaus / Fechner?

Er weiß seit einiger Zeit, dass Guido Nienhaus sein Amt zum 30.06.2012 abgeben wird. Es war und ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsrat und Herrn Nienhaus. Man sollte auch erwähnen, dass das Präsidium um Fechner, Nienhaus und Hoffmann das erste Präsidium war, die vorurteilsfrei an ehemalige Sponsoren und Unternehmer herangetreten ist und diese wieder ins Boot geholt hat. Viele von diesen Unternehmern sind mit Herzblut beim Verein.

8. Wie stehen Sie zur Aussage von Mario Kallnik  „Wir spielen in der nächsten Saison gegen den Abstieg“ (Volksstimme vom 02.05.2012)?

Es ist eine realistische Zielsetzung, doch auf lange Sicht kann es nicht der Anspruch des 1. FCM sein. Mittel- bzw. langfristig sollte der Verein mit Trainer Petersen in die Erfolgsspur zurückgebracht werden. Die Aussage wird auch im Wirtschaftsrat kontrovers diskutiert. Hier gehen die Meinungen der Mitglieder weit auseinander, da man Anreize für neue potentielle Wirtschaftspartner präsentieren muss und gegen den „Abstieg spielen“ ist für viele Sponsoren eher ein „unerotischer“ Fakt. U.a. muss der Landespokalerfolg im nächsten Jahr das erklärte Ziel sein, um schon allein die Außendarstellung und die Einnahmenseite zu verbessern. Neben den sportlichen müssen aber auch andere Strukturen im Verein optimiert werden, wie z.B. die Stärkung bzw. die Erweiterung der Marketingabteilung.

Es sollten zudem Eckpunkte zur sportlichen Zielerreichung festgelegt werden, die in einem vertretbaren, finanziell überschaubaren, Rahmen ablaufen.

9. Kallnik und Petersen – was muss passieren, um den 1.FCM nach oben zu führen?

Er durfte Beide bereits vor über 10 Jahren persönlich kennen lernen und schätzt Andreas Petersen als einen bodenständigen und aktiven Menschen ein, der zudem ein kompetenter Fußballtrainer ist. Petersen hat gute Kontakte zu jungen Spielern. Kallnik und Petersen können durch ihre Unverbrauchtheit für eine Aufbruchstimmung bei den Anhängern des Vereins sorgen. Hier sollte eine gute Zusammenarbeit entstehen, wo man als Einheit bei der Zukunftsgestaltung agiert und gesunde Kritik zulässt. Jeder sollte im Verein seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten nach eingesetzt werden. Was wir brauchen, ist eine junge hungrige Mannschaft, die zum Einen eine hohe Identifikation mit dem Verein hegt und zum Anderen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Teams wieder herstellt. Zudem sollte es 2-3 Führungsspieler im Team geben, damit eine Hierarchie aufgebaut werden kann. Nur so kann man die Freude am Fußball wiederfinden. Und genau das ist es, worum es geht: Die Freude am Fußball muss wiedergefunden werden. Bei Allen. Bei den Fans, den Sponsoren, im Verein und in der Mannschaft.

10. Läuft im Verein alles nach Plan?

Momentan erfolgt eine Optimierung. Die Fans wollen Zeichen sehen und eine Aufbruchstimmung erkennen. Hier ist man auf einem guten Weg. Das „WIR“ – Gefühl muss wieder hergestellt werden, nicht nur intern im Verein. Es muss wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen. Die Vernetzung der Gremien sollte in Zukunft noch enger gestaltet werden. Hier ist der kommunikative Austausch ein ganz entscheidender Faktor.

11. Was waren die Fehler in der Vergangenheit?

Hier wurde nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Liga nicht punktuell in neue Spieler investiert. Man dachte, dass man mit der gleichen Mannschaft es erneut schaffen würde. Dirk Heyne wurden seinerzeit nicht die finanziellen Mittel an die Hand gegeben, die es für gute Spieler gebraucht hätte. Durch diesen Spareffekt hat man leider das Gegenteil bewirkt. Die Leistungen nahmen zusehends ab und es folgten seitdem etliche Trainerwechsel.

Zudem hat man sich in der Vergangenheit ausschließlich auf die Kompetenz der Trainer verlassen. Es fehlte die sportliche Kompetenz in den Gremien. Von daher ist es gut, dass das Präsidium nun mit Mario Kallnik besetzt ist, der diese mitbringt. Aber auch die juristische und vor allem wirtschaftliche Komponente darf nicht vernachlässigt werden. Dieses Zusammenspiel tut dem 1.FCM gut.

Weiterhin fehlte in der Vergangenheit ein ausgeklügeltes Scoutingsystem. Dieses muss im Verein integriert werden. Darüber sollte der sportliche Bereich dringend nachdenken. Wie das funktionieren kann, ist am Beispiel Maik Koschwitz zu sehen. Hier trat der Nachwuchsbereich an den Wirtschaftsrat heran und hat den Spieler Koschwitz zum Aufbau empfohlen. Als Perspektivspieler wurde er zunächst in die U21-Mannschaft herangeführt, bekam durch den Wirtschaftsrat die Hilfe und Unterstützung bei der Wohnungs-, Job- und Autosuche. Durch diesen Rückhalt konnte er für den 1.FCM gewonnen werden und hat sich durch seine guten Leistungen schnell für die Regionalligamannschaft empfohlen. Mittlerweile ist er im Kader der 1. Herrenmannschaft.

Was möchten Sie uns abschließend noch sagen?

„Es ist für mich eine Ehre, Vorsitzender des Wirtschaftsrates zu sein und ich scheue mich auch nicht, durch die Fanreihen zu gehen, um den direkten Kontakt zu den Fans zu suchen. Mein Bestreben ist, die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidium, dem Aufsichtsrat, dem Wirtschaftsrat und dem Sportbeirat noch professioneller zu gestalten und somit mehr Qualität hereinzubringen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das „WIR-System“ muss wieder entwickelt werden. Wir haben nur die Chance etwas Erfolgreiches für die Zukunft zu erreichen, wenn wir zusammenstehen. Das betrifft die Fans, die Mitglieder, die Sponsoren, die Gremien und die Fussballer.“

Sportfotos-MD bedankt sich für dieses interessante Gespräch